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Full text: 62, 1934

Boljahn, G.: Weiterentwicklung des Wigandschen Sichtmeßverfahrens, im besonderen auf See. 437 
die Werte nicht abgerundet worden sind. Sämtliche 88 g-Werte geben in ihrem 
Durchschnitt 
vo = 0.062 
mit einem mittleren Fehler der Einzelmessung 
mo = + 0.0196 
and einem mittleren Fehler des Mittels vo =— 0.062 
Mo = + 0.0021. 
Die Berechnung der mittleren Fehler erfolgte hier wie auch im folgenden 
nach den bekannten Formeln: 
= WW). ar 
m Ye 
Die Abweichung des hier gefundenen Wertes vo = 0.062 von dem ursprüng- 
lichen og = 0.06 liegt also völlig innerhalb der angegebenen Fehlergrenze, so daß 
das Ergebnis eine Bestätigung der früheren Messungen darstellt, 
Die Angaben über die Zielentfernungen zeigen, daß die Messungen bei sämt- 
lichen Sichtmöglichkeiten stattfanden. Da es von Interesse war, festzustellen, ob 
bei diesen Beobachtungen irgendwelche Abweichungen zwischen den Dunst- und 
Nebeltagen in og zum Ausdruck kommen, wurde die Mittelbildung nochmals ge- 
trennt über diese Tage durchgeführt. Als Nebeltage sind die angesehen, an 
denen Nebel mit Sichtweiten bis zu 1 sm vorhanden war und nur kleine Ziel- 
entfernungen zur Verfügung standen. Diese sind der 6. XII, 30, 24. II. 31, 
11. X. 31 (bis auf die beiden letzten Messungen) und der 3. XII. 31, deren 
29 Werte im Mittel vo = 0.056 ergeben. Das Mittel der übrigen Tage, die als 
Dunsttage angesehen worden sind, ist @ = 0.065. Rechnet man aber zu den 
Nebeltagen alle diejenigen, an denen auch feuchtdiesiges Wetter herrschte, die 
Zielentfernungen sich aber bis 4 km erstreckten, so müssen die eben angeführten 
Tage noch durch den 9, VI. 31, 2. IX. 31 (die vier ersten Messungen), 12. X. 31 
und 13. X. 31 ergänzt werden. Diese Nebeltage haben aus ihren 56 Werten das 
Mittel o = 0.060, während das der Dunsttage wieder og = 0.065 beträgt. Der 
Unterschied in dem Verlauf der Trübungsänderung mit der Schichtdicke bei 
Nebel und Dunst, der hier vorhanden zu sein scheint, ist praktisch unbedeutend 
und derartig gering, daß man ihn eher dem Zufall als einer reellen Gesetz- 
mäßigkeit zuschreiben könnte. Die in diesen Messungen gefundene geringe 
quantitative Verschiedenheit der o-Konstante läßt sich wohl dadurch begründen, 
daß die an den Küstenstrichen vorhandenen Luftmassen, die teils über See und 
teils über das staubfreie Marschgebiet streichen, an den Nebel- und Dunsttagen 
bis auf den Feuchtigkeitsgehalt in der Art ihrer „trübenden“ Teilchen nicht er- 
heblich voneinander abweichen. 
Die schon oben erwähnten, nicht einwandfreien Tage treten in den Er- 
gebnissen nicht so klar hervor, Der 22. III 31 zeigt deutlich den Einfluß des 
Cuxhavener Leegebietes in dem Wert 0.03. Am 9. VI, 31 und 16. VIIL 31 da- 
gegen sind Störungen in den g-Werten nicht zu bemerken, da die Abweichungen 
vom Mittel # = 0.062 unwesentlich sind. Als Grund kann wohl angesehen werden, 
daß der hohe Feuchtigkeitsgehalt der Luft an diesen Tagen gegenüber den 
störenden, inhomogenen Trübungen ausschlaggebend‘ gewesen ist. Am 2. IX. 31 
wiederum treten nur bei den Messungen mit kleiner Zielentfernung grobe Ab- 
weichungen auf, die auf vorhandene Inhomogenitäten schließen lassen. Da keine 
Gefahr vorhanden war, daß durch die noch verhältnismäßig kleinen Fehler Un- 
genauigkeiten in die Mittelbildung hineingetragen wurden, sind diese Messungen 
von der Verwertung nicht ausgeschlossen worden. KEinige weitere extreme 
Schwankungen, die an den einwandfreien Tagen auftreten, beruhen auf Unregel- 
mäßigkeiten der Luftschichten, die teils örtliche, wie Schwaden- und Schlieren- 
bildung usw., teils aber während der Messung sich einstellende zeitliche sind, 
die dem Beobachter natürlich völlig entgehen. 
Die groben Abweichungen von dem Mittelwert können in beschränktem 
Maße auch eine Folge der Ungenauigkeit in der jeweiligen Bestimmung der 
künstlichen Trübungsschichten sein. Die Filter sind bei dem Stufensichtmesser
	        
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