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Full text: 62, 1934

134 Annalen der Hydrographie und Maritimen Mleteorologie, November 1934. 
weitaus größte Teil der Praktiker, sei es im See- oder Flugdienst, auf deren 
Beobachtungen sich hauptsächlich der gesamte Wetterdienst stützt, wird natur- 
gemäß bei der Schätzung seine eigene Anschauung zugrunde legen und damit 
bedeutend verläßlichere Ergebnisse liefern, als wenn die ungewohnte Definition 
des’ „Nichtsichtbarseins“ herangezogen wird. Ketztere wird in der weiteren Be- 
arbeitung als „Meteorologensicht‘“ bezeichnet werden. 
Um diese Unterschiede mit in die Sichtweitenformel aufzunehmen, erhält 
man drei verschiedene k&-Werte, die für die Sichtweiten des Luftfahrers, des See- 
mannes und des Meteorologen charakteristisch sind und nach dem jeweiligen 
Bedarf in die Formel eingesetzt werden, während an dem Aufbau der Sicht- 
berechnung selbst nichts geändert wird, 
Il. Empirische Prüfung der o-Konstante und der für die einzelnen Sichten 
der Praxis charakteristischen Faktoren. 
5. Beobachtungsverfahren. und -gebiet, 
Das Korrektionsglied & ist nach zahlreichen Messungen, die bei Halle statt- 
fanden, von Wigand und Genthe auf den Wert 0.06 festgesetzt worden, Diese 
Zahl ist ein Mittelwert aus Ergebnissen, die sowohl an Dunst- wie auch an 
Nebeltagen gefunden wurden. Eine direkte Bestimmung der charakteristischen 
a;, beziehungsweise k; war noch nicht erfolgt, vielmehr wird bis jetzt provisorisch 
für die Sicht des Fliegers a, = 3.3, für die des Seemannes a,= 1.0 und für die 
des Meteorologen 4, = 0.0 angenommen, so daß die diesen a-Werten entsprechenden 
Konstanten & die Größen k,= 338, k,= 66 und k„ = 100 erhalten, 
Es wurde nun im folgenden auf Veranlassung von Herrn Prof, Dr. A. Wigand 
die Konstante & nochmals einer eingehenden Prüfung unterzogen, gleichzeitig 
sollten in Verbindung hiermit die tatsächlichen Größen a, a, @m beziehungs- 
weise k;, k;, kn auf empirischem Wege ermittelt werden, Da für die Sicht- 
messungen auf See geeignete Ziele nicht vorhanden sind, wurde ferner der 
Versuch gemacht, den Kontrast an der Kimm zu den Sichtmessungen auszunutzen, 
worauf aber erst im letzten Abschnitt näher eingegangen werden soll. 
Da die Messungen nach Möglichkeit in reiner, von inhomogenen Trübungen 
Freier Luft und bei sämtlichen herrschenden Sichtverhältnissen durchgeführt 
werden sollten, kam als Beobachtungsplatz nur ein See- oder Küstengebiet, das 
genügende und für diesen Zweck geeignete Ziele enthielt, in Frage. In dieser 
Erwägung wurde anfangs die zu Hamburg gehörige, zwischen der Weser- und 
Elbmündung gelegene Insel Neuwerk ausgewählt und die Messungen Dezember 
1930 begonnen, 
Gesetzt den Fall, man besitzt für ein und dieselbe Sicht aus zwei ver- 
schiedenen Beobachtungen mit verschiedenen Zielentfernungen nach der bekannten 
Sichtformel die beiden Gleichungen: 
1 
S=1, (az) 
1 
Sah [A o), 
so läßt sich daraus S eliminieren und go, wie folgt, darstellen: 
A fh U 
AL Da az} . 
Bei der Berechnung von g aus zwei oder mehreren Beobachtungen ist es 
dabei völlig gleich, ob ein und dasselbe Ziel mit jedesmal veränderter Ziel- 
entfernung beobachtet wird oder mehrere Ziele mit verschiedener Entfernung 
vom Beobachter. Gefordert wird nur, daß die Beobachtungen in ein und der- 
selben Richtung gemacht werden, damit eine eventuelle Abhängigkeit der Sicht 
von dem Azimut von vornherein ausgeschaltet wird und daß bei Benutzung 
von einem Ziel die Änderung der Zielentfernung so schnell wie möglich erfolgt, 
damit ein zeitlicher Gang der Sicht vermieden wird. 
Die Festsetzung der charakteristischen «-, beziehungsweise k-Werte kann in 
folgender Weise geschehen. Nach Bestimmung der Sicht an einem gut defi-
	        
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