394 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1934,
Band XII. Erster Teil. 1. Lieferung: N, Peters:
Die Bevölkerung des Südatlantischen Ozeans
mit Ceratien,
Die Ceratien gehören zu den Dinoflagellaten
und eignen sich besonders zu biogeographischen
Studien. Ihre Vorzüge für derartige Untersuchun
gen werden in der Einleitung behandelt, Das zweite
Kapitel behandelt Auswahl, Inhalt und Bearbeitung
der Fänge. Es wurden Apsteinnetz, Schließnets
(Nansen) und Paumpenfänge gemacht. Letztere
bedürfen einer rechnerischen Korrektur, um mil
den Netzfängen verglichen werden zu können
Peters stellt 43 Arten mit zahlreichen Varietäten
fest. Bestimmte Wassergebiete zeigen bestimmte
Leitformen, Am Schluß des Kapitels wird kurz
die einfache Untersuchungsmethodik erwähnt, Ka
itel III, IV—VII behandeln die eigentlichen
Probleme: u. 2. Varistionsformen und deren Ver
breitung, sowie die natürlichen Bevölkerungsgebiete
Die Unterschiede der acht Wohngebiete bestehen
im Artenreichtum, Individuenzahl, Beschaffenheit
der Varianten. Der Einfluß der Temperatur is!
begrenzt, Bemerkbar macht er sich im Formen-
reichtum. Die Arbeit ist vorwiegend systematisch
und bringt interessante Tatsachen auf diesem Gebiet
— 2, Lieferung: W. Rammer: Die Clado-
geren der „Meteor“- Expedition,
Die Cladoceren-Ausbeute der Expedition ist
gering. Es liegt Material von 19 Stationen vor
Die Fänge stammen won der südamerikanischen
und südafrikanischen Küste, Da man bisher nur
wenig Fundorte mariner Cladoceren kannte, be
deuten die Fänge eine große Bereicherung. Der
40. Breitengrad ist eine Grenzlinie zwischen „Warm
wasserformen“ und „Kaltwasserformen“ der süd
amerikanischen Küste, An der äfrikanischer
Westküste genen die Kaltwasserformen bis zum
20. Breitengrad, Man kann auch Warmwasser
formen an der Spitze der Kontinente finden. Diese
Verschiedenheiten erklären sich aus dem Vorhan
densein verschieden temperierter Meeresströmungen
Die Abhängigkeit des Vorkommens der Formen
von der Temperatur ist von der Expedition er
wiesen worden,
— — W. Kleverhusen: Die Bevölkerung
des Südatlantischen Ozeans mit Corycaeen
Man unterscheidet hinsichtlich der Verbreitung
der Arten, ters und subtropische, sowie Küsten
amd Hochseeformen, Sie verlangen im allgemeiner
eine höhere Temperatur als 15%, In Tiefen unte:
500m kommen sie nur vereinzelt vor. Die Iso
therme von 250 ist zugleich die Grenze des Haupt
bevölkerungsgebietes der Corycaeen, Die Arbeit
anthält zahlreiche gute Karten und Tabellen, sowie
Tabellen über horizontale und vertikale Verbreitung
zowie über die Verbreitungsgebiete einzelner Arten
Neben aystemutischen Fragen werden im wesent
lichen biogeographische Probleme behandelt.
—_ — — K. Meyer: Die geographische Ver
breitung der tripyleen Radiolarien des
Südatlantischen ECERE
Im Norden und Süden des Südatlantik liegen
die Maximumpgebiete, dazwischen ein Minimum-
gebiet. Am dünnsten besiedelt ist in vertikaler
AT die 0 bis 200 m-Zone, Artenreich is!
der Südäquatorialstrom, der gleichmäßig dünn
bevölkert ist. Die Verbreitungskurve deckt sich
ungefähr mit der Kurve der Minimumstoffe, Die
iropischen Warmwasserarten sind tripyleenarm
Viele Arten sind auf bestimmte Temperaturen ab-
yestimmt,
— Dritte Lieferung: K, Gemeinhardt: Die
Silicoflagellaten des Südatlantischen. Oze-
ans.
Diese Arbeit trägt größtenteils systematischen
Charakter, Es gibt drei Hauptrerteilungsgebiete,
die eine Abhängigkeit vom Phosphat- und Nähr-
stoffgehalt des Wassers aufweisen, (jewisse Gat-
tungen sind an Temperaturen von 20° bis 26°
gebunden und verlangen einen Salzgehalt von 34
bis 36% og
— — K, Thiemann: Das Plankton der
Fiußmündungen.
Beim Übergang des Elbwassersa zum Meer-
wasser werden 5 Zonen unterschieden: 1. Zone:
a} Salzwas:er der Nordsee, 34% Salzgehalt,
Diatomeenplankton, b) Brackwasser bis Glückstadt,
3, Zone: a) Küstenbrackwasser von Cuxhaven bis
Elbe I (etwa 36 km). VPiatomeenplankton, vereinzelt
Süßwasseralgen, b}) Flaßbrackwasser, 3. Zone:
Verarmungszone der Flußmündung, Diatomeen-
plankton und Süßwasseralgen im Verhältnis 1:1.
Viel Detritus, 4, Zone: Otterndorf bis Glückstadt,
Süßwasseralgenzone, wenig Diatomeen, 5, Zone:
Unieres Süßwasser, Glückstadt bis obere Grenze
der Gezeiten bei Geesthacht, Süßwasseralgen,
Feuerschiff Elbe I ikea pt nslor,
Keine Süßwasserformen, Maximum der Zellenzahl
bei Niedrigwasser, dann langsam fallend bis zum
Minimum bei Hochwasser, Feuerschiff Elbe II.
Diatomeenplankton. Einfluß der Tide wie bei
Elbe I. Bei beiden wenig tierisches Plankton,
Feuerschiff Elbe IV. Diatomeenplankton. Die
Lidewirkung ist hier umgekehrt wie bei „Elbe 1
and „Elbe III“, Häufig Meerleuchten, Detritus-
gehalt am stärksten bei Niedrigwasser, Wasser-
järbung: innerhalb einer Tide: Bei „Elbe 1V“ kaum
eine Änderung der gelblichen Farbe. „Elbe IIL*:
Bei Flut ein Farbumschlag von schmutziggelb
vis gelbgrüß, „Elbe I“; Kaum ein Wechsel in
ler grünen Farbe Außenelbe: Planktoxreiches
Gebiet zwischen „Elbe II1“ und „Elbe IV“, Kaum
12.8 km von Cuxhafen entfernt, also in Küstennähe.
Bei den südatlantischen Flüssen, zeigt der Rio
Para ebenfalls eine stufenweise Anderung des
Planktongehalts. Drei Gebiete: 1, Außengebiet:
livgrün bis blaue Wasserfarbe, wenig Detritus,
planktonarm, 2. Küstengebiet: braun-olivgrüne
Wasserfarbe, Wenig Detritus, planktonreich,
3, Fluß unterlauf: lehmgelbes Wasser, Viel Detritus,
wenig Plankton, Lagenänderung der Gebiete durch
Tidenwechsel, Der Ta Plata zeigt ebenfalls drei
Zonen, Der Vergleich des Planktons zwischen
Elbe und den südamerikanisehen Flüssen zeigt
folgende gemeinsame Punkte: 1, Übergangszone
der Tief- zur Flachsee, 2, Küstengebiet der Flach-
see, 3, Reichliche Planktonabnahme beim Über-
gang im das Flußgebiet,
Als Gesamtergebnis gilt: Planktonverdichtung
bei Küstennähe, Unterschiede finden sich bei eng-
und weitmündigen Flüssen, Es gibt kein spezifi-
sche3 Brackwasserplankton, Nur ausnahmsweise
können einzelne Arten als solche angesprochen
werden, Eine Durchmischung des Wassers i8t
wahrscheinlicher al eine Vertikalverschiebung.
Man unterscheidet hinsichtlich der Wasserfärbung:
i, Blaues Wasser: Außengebiet mit größerer Tiete.
Planktonarme Zone, 2, Olivgrünes Wasser: Küsten-
gebiet. Größte Planktondichte, 3. Gelbe Farbe’
Flußunterlauf, Planktonarm, detritusreich,
Die Arbeit trägt wesentlich zur Klärung des
Planktonproblems der Flußmündungen bei,
Fritz Bramstedt, Marburg.