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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

392 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1934, 
dicht überzogen von schwarzblauem, scharf abgegrenztem Cunb, dessen weiße 
hochragende grelle Spitzen zwischen Steu sichtbar werden. Anhaltender schwacher 
Donner. t29.7°; £ 73%; P 75.8°; Bewölkung 10; WNW 3. Um 16%bh bringen 
tieftreibende Nb aus SW einen kurzen Regenschauer, während sich das Gewitter, 
durch die Flut am Vordringen verhindert, in den östlichen Bergen entlädt und 
seinen Regenmantel nur bis etwa 2 km östlich von Upuafio vorschickt. 21h: Klarer 
Sternhimmel, Nur im S bis W steht eine flache Wolkenbank. Starkes Wetter- 
leuchten im E. t 23.8°; f£ 97%; P 664°. Bewölkung 1; NE 1. Ergebnis der 
Regenmessung: 1.1 mm. . 
18, November 1933. 75: Cu und Steu bedecken von SE her in breiter Front 
fast den ganzen Himmel, Nur im S lagert über dem Horizont eine St-Bank, 
über ihr ziehen Ci in nordwestlicher Streichrichtung, t23.6°; tmax 31.6°; tmm 21.8°; 
195%; P 64.9°; Bewölkung 9; SE 2. Während der Nacht fiel kein Regen. Starker 
Tau. Leichter Dunst. 10; Die Steu-Schicht hat sich aufgelöst. Ci bedecken %/,4 
des Himmels. Der St-Bank im S entwachsen Cunb, die sich im SE auftürmen. 
14%: Cunb hat den Himmel von SE bis SW völlig überzogen, Anhaltender Donner. 
Regengüsse kommen bis 2 km südöstlich von Upuano heran (Flutzeit, vgl. die 
gleiche Erscheinung am Nachmittag des 17. Nov.). t29.9°; 73%; P 76.1°; Be- 
wölkung 7; W 4. Die äußersten Ausläufer des Gewitters bringen um 16h einen 
schwachen Schauer mit einigen elektrischen Entladungen. 18%: Das Gewitter 
wandert nach E ab. 21%: Klarer Himmel. t 24.6°; £ 95%; P 68.4°; NE 1. Er- 
gebnis der Regenmessung: 0.2 mm. . 
Charakteristische meteorologische Merkmale für die kleine Regenzeit (Sep- 
tember bis November) sind: vorherrschende Nb- und Nbst-Bildung; die fast 
täglich auftretenden Regen setzen gewöhnlich am Abend ein, der meiste Regen 
fällt in der Zeit nach Mitternacht bis Sonnenaufgang. Im Hinterlande, etwa 
30 km südöstlich Upuafio entwickeln sich am frühen Nachmittag zwischen 13% 
und 17h oft Gewitter, die von starken Regenfällen begleitet sind. Im allgemeinen 
sind aber die Herbstgewitter im Vergleich zu denen des Frühlings schwächer 
an elektrischen Entladungen. Max Breuel. 
2, Eigenartige Nebelbildung bei der Insel Hogland. Am Pfingstmontag 
— 21. Mai 1934 — auf der Reise nach Kotka steuerten wir mit M.S. „Heinz Horn“ 
auf östlichem Kurs die finnische Insel Hogland an. Um 17 Uhr standen wir 
noch etwa 30 Sm westlich von Hogland. Bei leichter SW-Brise und wolkenlosem 
Himmel war von W über N bis E außergewöhnlich klare Sicht, während von der 
estnischen Küste her aus S eine sehr flache aber langgestreckte dichte Nebelbank 
nach NE ziehend aufkam.' Die Nebelbank, die voraus in E für uns noch unter 
der Kimm lag, mußte Hogland aber schon erreicht haben, denn bald sahen wir 
in der zu erwartenden Peilung von Hogland über der noch klaren Kimm kleine 
weiße Wölkchen, die schon nach kurzer Zeit in der vollen Sonnenbestrahlung die 
Gestalt weit entfernter Eisberge annahmen. Je näher wir kamen und je höher 
Hogland somit über die Kimm heraustrat, desto zusammenhängender wurde diese 
Nebelglocke über der Insel. Gegen 18.30 Uhr lag Hogland in etwa 13 Sm Ab- 
stand vor uns vollkommen in Nebel gehüllt, jedoch waren die Konturen des 
Nebels scharf vom blauen Himmel abgesetzt, dazu entsprachen sie der Form 
der tatsächlichen Landbildung genau. Die Nebelbank selbst, die noch bei der 
Insel lag, erreichte in ihrer Höhe etwa nur !/, der Landhöhe. Weiß ragte die 
Insel im Sonnenlicht vor uns auf, genau so, wie sie im Winter schneebedeckt 
aussieht. Dieser Eindruck wurde noch verstärkt, als die nach NE abziehende 
Nebelbank die Insel passiert hatte, so daß auch voraus um Hogland herum die 
Kimm vollkommen klar wurde, — Rodskär, das wir in etwa 6 Sm an Steuerbord 
passiert hatten, ohne es zu sehen, war nach Abzug der Nebelbank inzwischen 
an St-B. achteraus ebenfalls klar zu sehen. — Doch bald änderte sich das Aus- 
sehen der „winterlichen“ Insel, der Nebel fiel jetzt schnell, gegen 19 Uhr ragte der 
Gebirgskamm bereits aus dem Nebel heraus, 19.30 Uhr, kurz bevor wir dicht 
unter Land die N-Ecke der Insel passierten, lag lediglich in einigen Buchten 
noch eine leichte Dunstschicht dicht über dem Wasser. Dr. H. Michler.
	        
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