Perlewitz, P.: Zwei wissenschaftliche Ballonfahrten von Hamburg 1933/34 usw.
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14. Höhenmesser,
15. Höhenbarograph,
16. Variometer,
17. Große Luftpumpe für bakt. Luft-
untersuchung.
18. Ballonkompaß Perlewitz/Plath.
Aus all den ungelösten Problemen, unter andern auch dieser beiden Fahrten
geht hervor, daß es notwendig ist, daß weitere Fahrten zu Sieg und Nutz der
organisch verbundenen theoretischen und praktischen Luftfahrt veranstaltet werden.
Kleinere Mitteilungen.
1. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 27: Spanisch-Guinea, —
Aus der Sammlung des überseeischen meteorologischen. Dienstes der Deutschen
Seewbhrte. — Witterungsverlauf in der kleinen Regenzeit in Upuafo am
Rio Benitol), Beobachtungstage: 16. bis 18. November 1933.
16. November 1933. 7b: t 24.6%°; tmax 30.2°; tmmn 28.0°; rel. Feuchte f 94%;
Äquival,-Temp. P. 67,8°; Bewölkung 8; SE-Wind 2. Leichter Dunst. Tau. Es ist
drückend und schwül. Ci bedecken von E den größten Teil des Himmels. Am
Horizont lagern, von SE bis W reichend, lange graublaue schattenhafte Cunb
mit scharf ausgeprägten Rändern. 10%: Steu und Cunb überziehen, aus SW
kommend, langsam den ganzen Himmel, Darunter treiben tiefe Frnb und lassen
die ersten Tropfen fallen. Besonders im SE stauen sich die Cunb zu einer grauen
Masse. 14h: An der Südhälfte des Himmels stehen drohend zusammengeballte
Cunb und Nb. Der erste Donner ist hörbar; das Gewitter steht jenseits des
Rio Benito, Am nördlichen Himmel treiben zerrissene Steu und Nb. t 30.0°; £75%;
P 77.5°; Bewölkung 10; WSWS3. 155: Im S ist auf der anderen Seite des Flusses
über dem Ort Rio Benito starker Regen zu beobachten, 16h: Kleine Nb und
Frnb bringen die ersten Regenschauer aus SE. Im S entlädt sich das Gewitter
mit starkem Regen. Mit dem Gezeitenwechsel?), der beginnenden Ebbe, dringt
von S her zwischen 18% und 19h das Gewitter über den Fluß nach Upuafio und
beginnt nach kurzen Böen sich hier gegen 19% mit schweren Blitzen und starkem
Regen zu entladen. Das Heranrücken des Gewitters ist außerordentlich ein-
drucksvoll: heftig, für kurze Augenblicke oft Stärke 7 bis 10 erreichend, braust
die Vorbö heran, die Palmwedel klirren gläsern und klappern, die Baumwipfel
beugen sich tief und stöhnen; genau läßt sich das Vorrücken der grauen ge-
schlossenen Regenwand verfolgen, das von einem dem Dröhnen eines D-Zuges
beim Fahren über eine eiserne Brücke ähnlichen Geräusch begleitet ist; kurz
vorher fallen einige große Tropfen, dann ist die stürzende Flut da — ein grau-
gelber Vorhang, der jede Sicht auf mehr als 60 bis 100 m Entfernung verwehrt,
Mit ungeheurer Wucht setzen die elektrischen Entladungen ein, in rascher Folge,
oft mehrere zu gleicher Zeit, in der Nacht ein wundervolles Schauspiel — be-
ängstigend, beklemmend und doch erhaben! 21%: Das Gewitter wandert lang-
sam nach W ab, aufs Meer hinaus. t24.2°; £95%; P 66,7°; Bewölkung 10; SW 2.
Ergebnis der Regenmessung: 47.1 mm.
17. November 1933. 7%: Acu, die sich teilweise zu Steu umbilden, bedecken
von SE her ’/,, des Himmels und wandern langsam nach NW weiter. Aus dem
Dunstkreis eines blaugrau über dem Horizont lagernden St herauswachsende Cieu
ziehen, von W kommend, den Acu entgegen. Vom Meer her dringt häufiger
schwacher Donner herüber. t 23.2°; tmax 31.4°; tpm 22.3°; 195%; P 65.7°; SE 2.
Regenmessung: 4.2 mm. Schwacher Dunst. 14%: Im W dichter Steu und Nb.
Nb und Frnb ziehen in östlicher Richtung dahin. Uber ihnen wandern in ent-
gegengesetzter Richtung eng zusammengeballte Acu. Der SE- und E-Himmel ist
') Wegen der Lage von Upuaio s. Ann. d. Hydr. usw. 1934, S, 215. — Siehe ferner die Witte-
rungsverläufe in der großen Regen- und Tornadozeit in Upuano a. a. ©. 1934, S. 268 und in der
großen Trockenzeit a, a, 0. 1934, S. 349. — ?) Vgl. Ann. d. Hydr. 1934, S. 303f (Johannsen: Gewitter-
zug und Wasserläufe).