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Full text: 62, 1934

Perlewitz, P.: Zwei wissenschaftliche Ballonfahrten von Hamburg 1933/34 usır, 887 
soll die Filtermasse möglichst nicht aus einem Stoff bestehen, der irgendwie 
porig ist, also eine „innere“ Oberfläche aufweist, weil die kapillaraktiven Stoffe 
sofort dort hineinziehen würden und verloren wären. Daher ist ein Sand, wie 
er für bakteriologische Zwecke gebraucht wird, nicht verwendbar, denn er be- 
sitzt einen Überzug aus Eisenoxyd, Kieselsäure und anderen Kolloiden, die be- 
gierig diese Stoffe verschlucken. Es ist daher zweckmäßig, gekörnten Quarz zu 
verwenden, bei dem diese Nachteile nicht vorhanden sind“, 
5. Ausbildung von Meteorologen im Ballonkorb. 
Die Fahrt war ferner eine Ausbildungsfahrt für 3 jüngere Forscher, die sich 
zum erstenmal mit dem Yreiballon in ihr ureigenstes Arbeitsgebiet, die freie 
Atmosphäre, begeben hatten, 
6. Sonstige Aufgaben, 
Einige Aufgaben, die noch vorgesehen waren, aber wegen der Kürze der 
Zeit und der Wetterverhältnisse nicht zur Ausführung kamen, sollen noch kurz 
angeführt werden. 
Es sollte auf der Fahrt die elektrische Ladung der Wolkentröpfchen gemessen 
werden. Dazu wurde ein Apparat mitgenommen, mit dessen Hilfe die in der 
Luft schwebenden Tröpfechen nach einer bisher nicht bekannten Methode in 
einem Röhrensystem abgefangen werden, und so ihre elektrische Ladung einem 
empfindlichen Elektrometer zugeführt wird. Die Fahrt bot leider zu Messungen 
dieser Art keine Gelegenheit, weil sich der Ballon meist über oder unter dem 
Nebel befand (Findeisen). 
Weiterhin sollten im Nebel Sichtmessungen mit dem Wigandschen Sicht- 
messer gemacht werden, die den Unterschied der Sichtverhältnisse in den ver- 
schiedenen Höhenstufen untersuchen sollten, Jedoch war der Nebel so schwadig, 
d, h. in ein und derselben Höhenstufe so inhomogen, daß Ergebnisse nicht erzielt 
werden konnten. 
Versuche in ultrarotem Licht zu photographieren, um die Durchlässigkeit des 
Nebels für diese Strahlenart festzustellen, fielen aus, da die Allgemeinbeleuchtung 
durch die hohen Wolken zu sehr herabgesetzt war (Müller), 
Zweite Fahrt, 
1. Fahrtbericht. 
Die Ballonfahrt vom 28. Februar 19384 diente ebenfalls meteorologisch-physi- 
kalischen Beobachtungen, sowie der Ausbildung zweier jüngerer Meteorologen, 
cand, rer. nat. P, Kothe und V., Hagemann, die ihre erste Fahrt unternahmen 
und dabei ihre physikalischen Luftforschungen im Erdlaboratorium durch die 
Versuche im Höhenlaboratorium erweiterten. 
Da nun nicht jede Wetterlage für eine bestimmte Aufgabe geeignet ist, so 
kann nicht auf längere Sicht ein bestimmter Tag für die Fahrt angesetzt werden. 
Außerdem ist die Windrichtung für Hamburg durch seine geographische Lage 
in der Nähe von OÖst- und Nordsee besonders wichtig, Dazu kommt, daß 
stärkerer Wind bei Start und Landung die wissenschaftlichen Apparate gefährdet. 
Bei der Auswahl des Starttages mußte ferner auf die geplanten Wolken- 
untersuchungen Rücksicht genommen werden, Für den 28, II schienen alle Be- 
dingungen erfüllt zu sein. Aus Kiel konnte ein Pilotaufstieg gemeldet werden, 
der bis 300 m Höhe Nord 18 km/Std. zeigte. Füllen und Klarmachen des Ballons 
beschäftigte etwa 50 Hände zwei Stunden lang. Währenddessen wurde uns von 
der Polizei Vereisungsgefahr in der Höhe gemeldet; das Flugzeug Hannover — 
Berlin mußte wegen Vereisung nach dem Startplatz zurückkehren. Für die 
Ballonfahrt bestand indessen keine Gefahr, die Meldung war nur eine Mahnung 
zur Vorsicht (vgl. folgende Nr, 3, letzten Absatz). Die Apparate und notwendigen 
Sachen wurden an Bord genommen und zum Teil auf dem Instrumentenbrett 
befestigt, 
Um 13 Uhr erfolgte der Aufstieg, Darüber schreibt Hagemann: „In dem 
Aufsteigen — unmerklich — geräuschlos — legt viel Komisches, Ich mußte
	        
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