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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Perlewitz, P.: Zwei wissenschaftliche Ballonfahrten von Hamburg 1933/34 usw. 385 
Während der ganzen Fahrt hatten wir je einen Meteorographen 200 m ober- 
halb des Ballons an einem mit Wasserstoff gefüllten Registrierballon (Abb. 1) 
und 100 m unterhalb des Ballons an einem Faden hängen, Kurz vor der Landung 
holten wir den tiefen Meteorographen ein. Die Aufzeichnungen sind leider durch 
Sonnenstrahlung zeitweise gefälscht, 
3. Erprobung eines Luftfahrzeugkompasses, 
Ein neuer Ballonkompaß!) wurde auf dieser Fahrt zum ersten Mal auf seine 
praktische Brauchbarkeit hin ausprobiert. Dr. Findeisen nahm sich dieser 
Aufgabe an und berichtet über seine Erfahrungen wie folgt: „Der Ballon-Peil- 
kompaß von Perlewitz-Plath wurde zu zahlreichen Peilungen zum Zwecke der 
Orts-, Kurs- und Geschwindigkeitsbestimmung verwandt. Es zeigte sich dabei, 
daß er in der Tat zu schnellen und vor allem auch recht genauen Beobachtungen 
sehr geeignet ist. Die Genauigkeit der Messungen betrug etwa 1° Azimut, so 
daß selbst kleine Kursänderungen mit wünschenswerter Sicherheit festpestellt 
werden konnten. 
Besonders leicht konnten mit dem Kompaß Objekte angepeilt werden, die 
sich mit gutem Kontrast von ihrer Umgebung abhoben, so z. B. ein Pilotballon 
von 1.5 m Durchmesser, der sich 200 m über der Gondel befand. Bei der 
Dämmerung eigneten sich zur Ortsbestimmung am besten Wasseroberflächen, 
die infolge der Wiederspiegelung des Himmels deutlich gegenüber den Ufer- 
partien hervortraten, 
Auf Grund der Erfahrungen bei den Messungen kann ich folgende Vor- 
schläge zur Verbesserung der Konstruktion des Peilkompasses machen: 
Es erscheint wünschenswert, die Neigung des objektseitigen Prismas feiner 
einstellen zu können; dadurch würde das Auffinden des anzupeilenden Objektes 
erleichtert werden. Die Drehung des Pris- 
mas erfolgt zweckmäßig nicht unmittelbar 
von einer auf seine Drehachse aufge- 
setzten Rändelschraube aus, sondern besser 
durch eine Zahnradübertragung, die so 
gewählt werden muß, daß großen Dreh. 
winkeln der Rändelschraube kleine Dreh- 
winkel des Prismas entsprechen. Das hätte 
außerdem den Vorteil, daß die Skala der 
Neigungswinkel genauer eingestellt und 
besser abgelesen werden könnte, Es 
empfiehlt sich, das Zahnradübersetzungs- 
verhältnis 1:4 zu wählen, da dann die 
Skala „0—90°“ nicht wie bisher auf einen 
Achtelkreis, sondern auf einen Halbkreis 
ausgedehnt ist, 
Die Möglichkeit, die Neigungswinkel 
des Prismas genauer bestimmen zu können, 
wird erst dann voll ausgenutzt, wenn in 
den Peilkompaß die bereits in der Ver- 
Ööffentlichung (Ann. d. Hydr. 1932, S. 483) 
erwähnte Libelle eingebaut wird. Am 
günstigsten wäre es, wenn die Libelle 
im unteren Teil des Gesichtsfeldes erscheint, das vielleicht dazu noch etwas nach 
unten erweitert werden muß. Die Empfindlichkeit der Libelle müßte etwa so 
bemessen sein, daß bei einer Neigung des Apparates um 1 bis 2° die Luftblase 
halbwegs von der Mitte zum Rand des Libellengehäuses wandert. 
4, Bakteriologische und kolloidchemische Luftuntersuchungen. 
Eine weitere Aufgabe, die gemeinsam mit dem Hamburgischen Hygienischen 
Staatsinstitut einer Lösung näherzubringen versucht wurde, war die, den Gehalt der 
Abb. 2. Ballon „Hamburg“ bei der Füllung; davor 
der Korb; rechts außenbords wird die Luftpumpe, 
daneben der Ballonkompaß probiert. 
4) Zeitschrift für Instrumentenkunde 1933, S, 330,
	        
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