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Full text: 62, 1934

384 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1934, 
heiteres Wetter und morgens fast überall Strahlungsnebel. Auch mittags war 
die Sicht moch schlecht (Hamburg 1 km). Wind war kaum merkbar, er kam 
aus südlicher bis südwestlicher Richtung, Es ließ sich daher für die auf den 
9. festgesetzte Ballonfahrt heiteres und trockenes Wetter bei geringen Sichtweiten 
und leichten südlichen Winden erwarten, Dabei konnte angenommen werden, 
daß im Laufe des Tages die Himmelsbedeckung mit hohen Wolken zunehmen 
würde. 
Die Entwicklung gab diesen Mutmassungen Recht, Eine Übersicht über die 
Wetterverhältnisse am Morgen des Starts wurde durch fehlende aerologische 
Daten, da die Aufstiege in Berlin und Hamburg‘ (bei 50 m Sicht am Boden) aus- 
gefallen waren, erschwert, Ausserdem lagen keine Höhenwindmessungen aus 
der Nähe vor, Immerhin liessen die im Laufe des Vormittags eingehenden Mes- 
sungen von Hannover (8 Uhr) und Dortmund (9 Uhr) die grössere Westkompo- 
nente des Windes in der Höhe bereits erkennen, 
Die aerologischen Verhältnisse während der Ballonfahrt sind am besten aus 
dem Hamburger Flugzeugaufstieg von 14 Uhr zu erkennen: 
Höhe | Temperatur | Bel, Feuchte| Druck | 
Höhe 
Temperatur | Rel. Feuchte | Druck 
Boden 63 Sf 1032 mb 
420 m 4.1 SE” 983 mb 
700 m 3.9 579 948 mb 
1540 m 2.0 Gi | 855 mb 
1890 m 1.6 20 839 mb 
3810 mn 
1990 m 
3980 an 
A330 ın 
- 61% 
— 14 47% 
p zZ | 38% 
—195 460 
825 mb 
508 mb 
627 mb 
A924 mb 
Eine äußerst starke Dunst- und Stadtrauchschicht, die trotz des schwachen 
SW-Windes nicht geschlossen, sondern in Schwaden auftrat, reichte bis 400 m, 
über Hamburg sogar bis etwa 500 m. In Höhe der Stadtrauchschicht wurde 
beobachtet 7/10 Cu und Fr-Cu, deren Bildung scheinbar von sehr lokalen Ein- 
flüssen abhing, da diese in Lur 
von Hamburg nur in vereinzel- 
ten Gruppen auftraten und sich 
in Lee zu geschlossenen Cu- 
Streifen ordneten, In 700 m 
lagen gleichfalls einzelne Cu. 
Zwischen 1500 und 1800 m be- 
fand sich eine sehr starke Dunst- 
schicht, desgleichen zwischen 
4000 und 5100 m. Der NE- 
Himmel zeigte sich dunstfrei 
und nur mit dünnem St bedeckt, 
dagegen war im W bis N starke 
Eintrübung in etwa 3500 m und 
scheinbar Ni-St. In 1500 m be- 
trug die Bedeckung 7/10 dünner 
A-Cu und A-St. Der Standort 
des Ballons lag um die Zeit des 
Flugzeugaufstieges zwischen 
Poppenbüttel und Bargteheide, 
Während bis 14.30 Uhr bei 
einer Höhe des Ballons von 
300—500 m keine Bodensicht 
vorhanden war, besserte sich diese später, Die Bedeckung mit oberen Wolken war 
um 15 Uhr noch 7/10. Bis 16.30 Uhr löste sich diese Schicht immer mehr auf, 
und in scheinbar großer Höhe zeigte sich ein Aufziehen von Stratus-Feldern, 
die rasch herankamen und um 17.30 Uhr schon den größten Teil des Himmels 
einnahmen, In dieser Erscheinung äußerte sich das Nahen des westlich von 
England liegenden Tiefs, das während dieses Tages auch allgemeinen Druckfall 
im ganzen Nordseegebiet zur Folge hatte, 
Abb, 1. Ballon „Hamburg“ halbgyefüllt. Im Vordergrund der 
Wagen, auf dem die Instrumente angerollt sind und startklar 
gemacht werden, Der Höhenmetearograph wird gerade hoöch- 
gelassen und der Tiefenmeteorograph im Schntzkörbechen 
hefestiet
	        
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