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Full text: 62, 1934

370 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1934, 
das hätte dann denselben Sinn wie die Zunahme von z&, die freilich eine viel 
ausgesprochenere ist, Versuche, = zur Stromgeschwindigkeit, zur Stromrichtung 
u. ä. in Beziehung zu setzen, haben zu keinem Erfolge geführt und mögen hier 
übergangen werden, 
Die schnelle Unruhe ist also in erster Linie durch den Seegang 
bestimmt. Natürlich reichte die Wellenbewegung nicht in merklichem Grade 
bis in 10 m Tiefe hinab, und so wird man die Erklärung in der Schlinger- 
bewegung des Schiffes zu suchen haben, wie dies R, Witting einmal andeutete. 
Beim Schlingern führen die Aufhängepunkte der Strommesser ungleiche Be- 
wegungen aus und suchen dabei die Instrumente nach sich zu ziehen, Diese 
beschreiben verschiedene Wege durch das Wasser, und die Ablesungen fallen 
verschieden aus, 
Die sehnelle Unruhe ist demnach, soweit sie beobachtet wurde, nicht 
so sehr eine Eigenschaft der Wasserbewegung, als eine Unvollkommen- 
heit der Methode, den Strom von einem schlingernden Schiffe aus zu be- 
obachten. Trotzdem ist kein Grund vorhanden, etwa dieser Methode kein Ver- 
irauen mehr zu schenken; denn nach den Darlegungen des ersten Abschnitts 
ergeben sich immer verläßliche Mittelwerte des Stroms, sofern man nur eine 
hinreichende Anzahl von Beobachtungen zusammenfaßt. Der Wert einer Einzel- 
beobachtung freilich wird durch die Tatsache der schnellen Unruhe erneut 
herabgesetzt, zumal wenn der Seegang die keineswegs hohe im Kattegat 1931 
beobachtete Stärke 4 überschreiten sollte! (Vgl. Tabelle I, S. 366.) 
IV. Die langsame Schwankung, 
$ 6. Langsame Schwankung und Seegang. — Es ist von vornherein nicht 
wahrscheinlich, daß auch die langsame Schwankung Aw, = VAv?-+ Au,* (8. 3. 368) 
in ähnlicher Weise wie die schnelle Unruhe £ hauptsächlich durch den Seegang 
bedingt wird; denn hier handelt es sich um Mittelwerte aus meistens 18 Beob- 
achtungen während dreier Minuten, in denen das verschiedenartige Hin- und 
Herpendeln der Strommesser sich großenteils wieder ausgleicht. Doch ist es zur 
Sicherheit notwendig, die Frage in gleicher Weise wie bei der schnellen Unruhe 
zu untersuchen. Nr. 7, 8 (Taf. 39) veranschaulichen das Ergebnis der Auszählung, 
Es leuchtet aus Nr. 7 unmittelbar ein, daß die langsame Schwankung am 
häufigsten einen Betrag von 2 bis 4 cm/sec hat, unabhängig vom Seegange; bei- 
nabe sogar sieht es so aus, als ob die höheren Werte von Awq bei starkem See- 
gange seltener sind als bei schwachem. Um so mehr wird man geneigt sein, 
einen Zusammenhang mit der Geschwindigkeit zu vermuten. Aber die Nr. 8 
belehrt darüber, daß dieser, im ganzen betrachtet, auch nur ziemlich gering ist, 
indem bei größeren Geschwindigkeiten die großen Schwankungen nur wenig 
häufiger sind als bei niedrigen. Die Berechnung der Mittelwerte nach der 
Fehlerrechnung führte auf die folgende Tabelle III, wo wieder die Anzahl der 
Beobachtungen jeweils in Klammern steht. 
Tabelle IIT. Mittelwerte der lanosamen Schwankung 4w, ecm/sec, 
Seegang 
<1 
Seegang 
<2 
Seegang 
= 2 
Mittal 
w.-:' 50—99 | 100-199 ' 200—29.9 | 30.0 u. mehr 
* Mittel 
43.1 +42 +54 +62 +47 
42) (61) (5) (6) (133) 
+41 +35 +50 AL 2. 440 
(42) (15) (7) 71} 
435 3A +41 +60 44.1 
(© (34) 34) (15) (90) 
+34 +37 | +49 | +56 +44 
(26) 132 (103) (28} (2U4) 
Die letzte Spalte bestätigt wiederum das Fehlen einer Abhängigkeit vom 
Seegange; dagegen tritt in der untersten Zeile eine etwas deutlichere Ab- 
hängigkeit von der Stromgeschwindigkeit hervor, was der größeren Häufigkeit
	        
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