368 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1934.
selbe, ihre Aufzeichnungen sind wieder gleich und der Unterschied ist Null,
Erst wenn AB sich dreht, (2), Abb, 3, sind die Wege AA’ und BB’ verschieden,
und ihr Unterschied ist=MA-ö—MB-.ö=@6ö, wenn ö der Drehwinkel und Z
der Abstand zwischen A und B ist; auch wenn der Drehpunkt anderswo, etwa
zwischen A und B liegt, (3), ist der Fahrtunterschied = /ö, denn jetzt sind AA’
und BB’ zu addieren, weil sie in entgegen-
Abb, 3. gesetztem Sinne durchlaufen werden. Sollte
während des Treibens der Drehpunkt sich
ändern, So läßt sich die Bewegung auffassen
als aus einer Reihe von Parallelverschiebungen
und Drehungen zusammengesetzt, und der Wege-
unterschied ist wieder Zö. Nun wurde auf
„Poseidon“ der Schiffskurs fortlaufend beob-
achtet, und der Fahrtunterschied Zö, wo /= 19m
war, ließ sich berechnen und in eine Nord-
und Ostkomponente zerlegen; ebenfalls wurden
die in A und B beobachteten Ströme w, und wı, in ihre Komponenten va, u, und
Yır u zerlegt und die Unterschiede gebildet, Von diesen Werten u, — u, und
Yı-— vn wurden die Komponenten der Fahrtunterschiede abgezogen. Hätten nun
die Unterschiede zwischen A und B nur von der Fahrt hergerührt, so hätte jedes-
mal Null herauskommen müssen, Das war aber fast nie der Fall. Folglich
bestanden Differenzen zwischen A und B, die nicht auf der verschiedenen Örts-
veränderung der beiden Punkte beruhten,.
Man hätte erwarten sollen, daß die, wie soeben beschrieben, berechneten
Differenzen u, — uy und v,ı— Yıy die nach Berichtigung wegen des Fahristrom-
unterschiedes du und Av genannt wurden, sich im Mittel einer Beobachtungs-
periode von 3 Minuten (d.i. meist 18 Beobachtungen) annähernd aufheben würden,
da sie ja den Charakter von zufälligen Störungen des Hauptstroms zu iragen
schienen. Aber das trat nicht ein, und so ergab sich die Aufgabe, die 3-Minuten-
mittel der Av, Au, die mit Avo, 4ug bezeichnet sein mögen und eine „Lang
same Schwankung“ darstellen, gesondert zu untersuchen,
Erst wenn dieser Mittelwert von jedem der 18 Einzelwerte eines 3-Minuten-
Zeitraums abgezogen wurde, ergab sich für jede zehnte Sekunde ein Wertepaar
Avy= Ar — Av du’ = du — 4up, dessen Mittel während der 3 Minuten natür-
lich Null war, und das als „Schnelle Unruhe“ bezeichnet sein möge.
Somit erscheint der „Messungsunterschied“ zwischen A und B zusammen-
gesetzt aus einem Fahrtstromunterschied, einer langsamen Schwankung und einer
schnellen Unruhe.
Il. Die schnelle Unruhe,
$ 4. Geschwindigkeit der schnellen Unruhe. — Für den ganzen Beobachtungs-
zeitraum von einer Woche ergaben sich 294 Beobachtungsperioden von meist
drei Minuten, nachdem zunächst solche ausgeschieden wurden, in denen einer
der Strommesser weniger als 5 em/sec angezeigt hatte; denn in diesem Falle
kommt der gemessenen Geschwindigkeit, also auch der Differenz, eine geringere
Genauigkeit zu. Nachdem für jedes Wertepaar Av’, Au’ die Summe Av‘* + Au’?
= dw‘? (Aw' == Geschwindigkeit der schnellen Unruhe) berechnet war, wurden
die Aw’? addiert, die Summe durch die um 1 verminderte Anzahl der Beobach-
tungen, n—1, geteilt und die Quadratwurzel gezogen, um im Sinne der Fehler-
theorie einen Mittelwert zu gewinnen. Solche Mittelwerte nach der Formel
A seien künftig mit M;(4w’?*) abgekürzt. Die sich ergebenden
294 Zahlen £ = M;(Aw’*) wurden in Gruppen eingeteilt, einmal nach der jeweiligen
Geschwindigkeit des Gesamtstroms am B-Instrument, w», zweitens nach der Stärke
des Seegangs. Die in jede Gruppe fallenden & wurden in Stufen von € == 0 bis
0.9, 1.0 bis 1.9, 2.0 bis 2.9 usw. eingeteilt und die Anzahl der £ in jeder Stufe
ausgezählt, Das Ergebnis ist in Nr. 4 und 5 (Tafel 39) dargestellt, wo die
prozentuale Häufigkeit immer für die Mitte der Stufe eingetragen ist. Nach
Nr. 4 liegen die meisten £& zwischen 2 und 3 cm/sec, besser 1 und 3 cm/sec, was
Bewegung der verbundenen Strammesser,