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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1934.
daß die Fehler nicht ständig im Vorzeichen abwechseln, sondern in langen Reihen
immer auf einer Seite liegen. Auch die Übergänge geschehen vielfach nicht sprung-
weise, sondern in ziemlich regelmäßigen Reihen. Sie erklären sich wohl so, daß
man nach und nach Umkehrpunkte erfaßt, die zu kleineren Schwingungen gehören,
und an diesen weiterklettert bis zur Mitte und darüber hinaus,
Eine kurze Statistik liefert folgendes Bild;
Abb. 1 (a.a.0O,, Tafel 35), Es folgen aufeinander 7 Beobachtungen mit nahezu
gleichen Fehlern, einseitig, 4 Beob. vermitteln einen verdächtig regel-
mäßigen Übergang zur andern Seite, 14 Beob, mit Fehlern gleichen Vor-
zeichens und nicht allzu verschiedener Größe,
3 Beob. einseitig, 6 Beob. mit geringen Schwankungen dicht bei dem
Fehler Null, 15 Beob., einseitig! Dazu mit langen sehr regelmäßigen
Teilen.
Eine längere Einseitigkeit, darin 4 fast gleiche Fehler hintereinander,
Ein regelmäßiger Übergang kurz hinter der Mitte, gegen Schluß noch
einmal 6 fast gleich große Fehler mit gleichem Vorzeichen.
Gibt fast die beste Abwechslung zwischen + und —, wird aber gegen
Schluß auch mit 5 Beob, einseitig,
Abb. 5. Eine lange Einseitigkeit von 11 Beob, Danach kürzere Schwankungen,
Abb, 6. Nur einseitige Fehler mit zwei sehr regelmäßigen Teilen in der Mitte und
gegen Ende,
Sehr regelmäßiger langsamer Übergang am Anfang, kurze Einseitigkeit
am Schluß, . .
Regelmäßige einseitige Fehler, allerdings geringer Größe, Da die letzte
Meßreihe im Hafen gemacht ist, wird sie weiterhin nicht mitgerechnet.
Sie legt übrigens den Gedanken nahe, daß ein kleiner Instrumentenfehler
mitgespielt hat, Der Index bei Libellenbeobachtungen‘ braucht nicht mit dem in
üblicher Weise bestimmten Fehler übereinzustimmen. Ist hier ein solcher Libellen-
index gesondert bestimmt? ;
Für die Bewertung der übrigen Meßreihen spielt dieser Fehler keine nennens-
werte Rolle. Man sieht, daß selbst bei den Reihen mit der besten Wechselzahl
von einem Hin- und Herspringen des Fehlers von einem Vorzeichen zum andern
keine Rede sein kann, Bildet man aus je zwei aufeinanderfolgenden Beobach-
tungen eine Gruppe, So sind die Vorzeichenkombinationen + +, +—, — +, ——
möglich. Die beiden mittleren, also die Hälfte, bedeuten Vorzeichenwechsel; in
der graphischen Darstellung muß die Beobachtungskurve die Kurve der richtigen
Werte schneiden. In Abb. 1 bis 7 sind 147 solcher Gruppen vorhanden, von denen
nach den Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung also die Hälfte Vorzeichen-
wechsel ergeben müßte; statt der erwarteten 73 Durchgänge findet man aber
nur etwa 22 bis 23. (In Abb. 7 sind sie nicht mit Sicherheit auszumachen.) Selbst
wenn man das bloße Heranrücken an Null, das bei Berücksichtigung eines etwaigen
Indexfehlers noch Vorzeichenwechsel bedeuten könnte, mitrechnet, kommt man
nicht über etwa 25 Fälle. An Dreiergruppen lassen sich bilden 140, wovon ein
Viertel, also 35, die Vorzeichengruppierung + — + oder — +4 -— aufweisen müßte,
Man findet 3 oder mit Zulassung der Null vielleicht 6 bis 7 solcher Fälle. In etwa
16 Fällen sollten wahrscheinlichkeitsmäßig drei Vorzeichenwechsel aufeinander-
folgen (+ — + — oder — + -— +); ein solcher Fall ist überhaupt nicht aufzufinden.
Dagegen ergeben die sicher nicht verketteten Zweiergruppen, die entstehen, wenn
man die erste Beobachtung einer Reihe mit der letzten der vorhergehenden zu-
sammenstelit, 2 Vorzeichenwechsel unter 6 Gruppen oder sogar genau den zu
erwartenden Wert 3 (die Hälfte von 6), wenn man auch hier die Null als günstig
mitrechnet. Der Befund dürfte eindeutig ergeben, daß die Beobachtungsfehler
sich auf die Nachfolger hin weiter auswirken, die Beobachtungen also nicht von-
einander unabhängig sind,
Man findet ferner, daß bei den wetterbegünstigten Reihen die Einseitigkeiten
kürzer werden, während bei den nichtbegünstigsten Meßreihen Abb. 1, 2 und 6
ausgeprägte lange Einseitigkeitsreihen vorliegen, die in sich noch nicht einmal
mehr streuen als die unter besten Bedingungen gewonnenen Reihen. Rechnet man