Und als wir dann heimkehrten mit tausend und abertausend Grüßen
und Wünschen unserer Auslandsdeutschen für den alten Herrn, da wurde
mir die unvergeßlichste halbe Stunde meines Lebens vergönnt, dem Reichs»
präsidenten persönlich unter vier Augen von unserer „Meteor‘“-Fahrt und
den Auslandsdeutschen berichten zu dürfen. Ich hatte einen Gruß eines
kleinen Pfadfinders an die Heimat mitbekommen, dessen eine Strophe sich
an Hindenburg richtet:
„Und siehst Du den Alten von Tannenberg,
So grüß ihn mit Herz und mit Hand.
Und sag’ ihm, Du seiest weitgereist,
Doch überall lebe der Deutsche Geist
Und wache im fernen Land.“
Diesen Gruß durfte ich nun persönlich ausrichten, und es ist kenns
zeichnend für seine allumfassende Liebe für das deutsche Blut draußen in
der Welt, daß der Reichspräsident die Schilderungen über kleine und
schöne Erlebnisse mit den Auslandsdeutschen mit demselben jugendlichen
Interesse entgegennahm, wie die wissenschaftlichen Ausführungen einiger
Mitglieder meines wissenschaftlichen Stabes, die mit mir in Audienz
empfangen waren, über die überraschenden neuen Ergebnisse unserer
Forschungen.
Noch zweimal durfte ich Hindenburg begrüßen: An seinem 70. Ges»
burtstag im Hauptquartier in Kreuznach 1917, als er, umjubelt von den
Kindern, mit Blumen überschüttet, sich als frommer Christ ins Gotteshaus
begab, und an seinem 80. Geburtstag, als er, mit seinem leuchtenden weißen
Haupte, im Stadion zu Berlin die Huldigung von Hunderttausenden von
Schulkindern entgegennahm. Ergreifende und unvergeßliche Erinnerungen!
Sie müssen es mir nicht verübeln, meine Herren, wenn ich aus meiner
ganz persönlichen Erinnerung zu Ihnen gesprochen habe. Aber es ist doch
so, daß, wenn uns ein geliebter und verehrter Toter entrissen wurde, wir
uns wohl alle klammern an das, was seine Augen und seine Stimme uns
unvergeßlich ins Herz gesenkt haben, als heiliges Geschenk für alle Zukunft,
weil wir noch nicht glauben wollen, daß er nicht mehr ist.
Sie alle aber werden, so oder so, der eine mehr, der andere weniger,
eine persönliche Erinnerung an diesen unvergeßlichen Führer der Nation
in sich tragen. Freilich, er hat wenig geredet, er hat mehr von großen
Taten gehalten, aber die wenigen Worte, die wir von ihm kennen, seine
Mahnrufe an das Deutsche Volk zur Einigkeit, sein stolzes Bekenntnis vor
der ganzen Welt zur Unschuld des Deutschen Volkes am Weltkriege, das
alles sind Worte von so klassischer Eindringlichkeit, daß sie wie Psalmen
und Sinnsprüche im Volksgut unsere Zeit überleben werden. Wir aber
wollen uns mit Adolf Hitler zu dem Glauben bekennen, daß der „Vater
des Vaterlandes“ in uns und über uns weiterlebt, und wir wollen in dieser
Stunde zu Gott geloben, daß wir seinen unbeirrbaren Preußengeist und
seine heilige Auffassung von der Pflicht und von der Treue zu Vaterland
und Volk uns zur Richtschnur unseres Schaffens machen wollen, so lange
wir dem Vaterlande dienen dürfen.