344 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1934,
einer Ellipse zu tun, wenn die Wolke der Beobachtungspunkte langgezogen
erscheint; auf diesen Fall (*) lassen sich die folgenden Betrachtungen leicht aus-
dehnen). Der Radius dieses Kreises wird bestimmt durch R* ia 0.6935 + S/9—yi?
und bezeichnet als „Radius des wahrscheinlichen Fehlerkreises“, Von ihm wird
man auszugehen haben, um ein neues Maß für die Beständigkeit des Windes zu
definieren. Der Halbmesser R des wahrscheinlichen Fehlerkreises ist allein
noch nicht recht geeignet, Je größer R ist, um so größer ist zwar die Streuung
der Einzelwerte um den Mittelwind, jedoch kann auch bei einer verhältnismäßig
großen Streuung der Einzelwerte der Wind noch ziemlich beständig, d.h, richtungs-
beständig sein, wenn der mittlere Windvektor im Verhältnis zu der Streuung
sehr groß ist. Sei z. B. die mittlere Abweichung der Windvektoren 10 m/sec
sowohl in Richtung des mittleren Windes wie quer zu seiner Richtung, dann
sind die Richtungen der Winde doch immer nahezu die gleichen, wenn der
mittlere Wind z. B. 30 m/see beträgt, Für die Beständigkeit oder vielmehr für
die Unbeständigkeit, die „Veränderlichkeit“ des Windes ist also die Größe 0 = 8
D
maßgebend, die wir deshalb als Maßzahl gebrauchen wollen, Die Veränderlichkeit
ist groß, wenn die Streuung der Einzelwerte um den Mittelwindvektor groß ist
und der mittlere Wind selbst klein, denn dann überdeckt die Punktwolke auch
den Koordinatenanfangspunkt und es treten alle Richtungen häufig auf, Für
v==0 ist sogar 0= co. Ist R==0, der Wind also konstant geblieben, dann ist
die Veränderlichkeit g auch = 0, Wenn die Beständigkeit b zwischen 0 und 1
schwankt, bewegt sich die Veränderlichkeit von co bis 0. Einen Vergleich der
beiden Größen gibt für kreisförmige (nicht elliptische) Punkteverteilung Tab, 2.
Tabelle 2.
0 02 03 04 05 06 Ö.7 03 009 095 098 10
9
v
FE m
=
5 45 30 218 170 132 104 0789 054 0309 09028 N
Die so definierte Windveränderlichkeit hat den großen Vorteil gegenüber
Wegeners Beständigkeit, daß ihrer Berechnung mittels der Diff, Meth. keine
Hindernisse entgegenstehen: -
2 0,6935 + 2 0 — v2
Emm mm +
N- jo
W, Peine (s) hat gezeigt, daß
wa [UT
Das zweite Glied rechts |v|?=— u? | v? läßt sich mit der Diff. Meth, leicht
berechnen, da es sich nur um die Bestimmung von Mitteln der skalaren Kompo-
nenten handelt. Zur Berechnung des ersten Giliedes auf der rechten Seite von
(7) ist Gleichung (5) anzuwenden. Man erhält für eine obere Höhenschicht
(Index o), wenn N die Beobachtungsanzahl der untersten Höhe, n die der Höhe © ist:
— 1fn N N a X, X
[Zi Ze des in aa Brad ZN a
Die Gleichung erscheint sehr umständlich, jedoch ist die Durchrechnung keines-
wegs schwierig. Als Beispiel zeigt Tab. 3 die Zahlen für die Höhenwindmessungen
an den fünf Stationen Aachen, Köln, Dortmund, Essen, Hannover im Juli 1932.
Die Veränderlichkeit des Windes nimmt gleichmäßig ab, seine Beständigkeit
nimmt zu, Dieses zeigen auch die angefügten Werte der unter Vermeidung
aller Diff, Meth, berechneten Kennzahlen für die Beobachtungen einer jeden Höhe,
die nur zu einem Vergleich der beiden Maßzahlen unter sich dienen sollen,
Irgendeine Bedeutung kommt ihnen sonst nicht zu, In 4 km Höhe ist o0=1,;
der Radius des wahrscheinlichen Fehlerkreises ebenso groß wie der mittlere
Windvektor. Da R und die Streuung aber von 800 m ab nicht mehr wesentlich
zugenommen hat, ist die Abnahme der Veränderlichkeit also nur durch Größer-