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Full text: 62, 1934

Wegener, K.: Die Sättigung der Luft mit Wasserdampf. 
gelegentlich im Nebel die Dampfspannung (Sättigungsdruck) um etwa 10 bis 20% 
unter der für eine ebene Wasserfläche geltenden liegen kann, daß also die 
Hygroskopie der Salzkerne eine große Rolle spielt. 
£xperimentell lassen sich die Kondensationskerne der Luft durch ein Filter 
aus Glaswolle entfernen. Dann erfolgt die Kondensation an den negativen 
Ionen, und E_yonen ist 4: Ewasser (Wilson). Beseitigt man auch die negativen 
jonen (elektr. Feld), so erfolgt die Kondensation an den positiven Ionen, und 
E onen ist rund 6mal so groß als Ewasser- Sind auch die -- Ionen entfernt, so 
erfolgt die Kondensation an Gasmolekülen, und Egasmotexüie ist rund 8mal so 
groß als Ewasser 
Diese letzteren Experimente haben für die Atmosphäre kaum Bedeutung, 
weil in der Troposphäre überall Kondensationskerne vorhanden sind, und in 
der Stratosphäre keine Kondensation eintritt. 
In der Regel ist der Dampfdruck in Wasserwolken ebenso groß wie Ewasser, 
der Dampfdruck über ebenen Wasserflächen, Wir müssen hieraus schließen, 
daß in der Regel der Überdruck der Oberflächenspannung gerade so groß ist 
wie der durch die Salzlösung erzeugte Unterdruck, und können die Konzen- 
tration dieser Salzlösung errechnen, wenn wir die Größe der Tropfen kennen. 
Weicht der Dampfdruck in Wasserwolken ab von Ewasser, SO wäre es eine Ver- 
letzung der Definition des Sättigungsdrucks, hier von 90, 120% usw. Sättigung 
zu sprechen, wie dies leider manchmal geschieht, vielmehr erhalten wir aus dem 
in Wasserwolken beobachteten Dampfdruck, der bei der großen Zahl der Kon- 
densationskerne/cm* immer Sättigungsdruck sein wird, die Möglichkeit, einen 
Schluß auf Art und Konzentration der Salzkerne zu ziehen. Daß etwa Luft 
zwischen den Kernen einen wesentlich anderen Zustand haben sollte, als dem 
Gleichgewicht mit den Tropfen entspricht, ist sehr unwahrscheinlich, nachdem 
Mache (Met. Zschr. 1933) gezeigt hat, daß man 33 mal/Sekunde Tropfen ver- 
dampfen und neu erzeugen kann, 
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Die vier Grundrechnungsarten und die Differenzenmethode und eine 
Anwendung auf die Beständigkeit von Höhenwinden. 
Von Fritz Möller, Frankfurt a, M. 
Bei verschiedenen statistischen Untersuchungen, die mit aerologischem Beob- 
achtungsmaterial angestellt wurden, ergaben sich Schwierigkeiten, sobald mit 
den erhaltenen Mittelwerten weitere Rechnungen durchgeführt werden sollten, 
Beim Einsetzen in Gleichungen oder Formeln, die für die Einzelwerte Gültigkeit 
haben, verloren entweder die Gleichungen ihre Gültigkeit oder Formeln lieferten 
ansinnige Ergebnisse. Die Ursache wurde in der Anwendung der Differenzen- 
methode gefunden, die daher hier kritisch beleuchtet werden soll. 
Es seien drei oder mehr Meßgrößen a, b, c, ... gegeben, die durch irgend- 
eine formelmäßige Beziehung untereinander verknüpft sind. Als die einfachsten 
derartigen Beziehungen können 
a+b=ec (D) oder aXb=d @) 
angesehen werden, Alle drei durch das Gesetz miteinander verbundenen Größen 
seien gemessen oder doch wenigstens meßbar; beispielsweise sind Luftdruck, 
spezifisches Volumen und Lufttemperatur oder auch Temperatur (maximale 
Dampfspannung), relative Feuchtigkeit und Dampfdruck drei Meßgrößen, die 
durch ein Gesetz von der Form (2) verknüpft sind. Im allgemeinen wird man 
aur zwei der Größen messen, wenn die dritte sich leicht aus diesen beiden her- 
leiten läßt und ihre Messung größeren Schwierigkeiten begegnet. 
Hat man aber eine längere Meßreihe für die drei Größen beobachtet und 
bildet dann die Mittelwerte a, b, c bzw. d, so gilt zwar die Beziehung 
a-rb=e a (3) 
noch, ebenso ist das subtraktive Gesetz noch erfüllt und c — b = a, nicht jedoch 
aXb=d. Im letzteren Falle tritt in bekannter Weise ein Korrektionsglied
	        
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