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Full text: 62, 1934

338 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1934. 
einigen Wellen erreicht wurde; € gibt nun das Verhältnis der ursprünglichen 
Abweichung zum Maximalausschlag nach der anderen Seite. Wie soeben aus- 
einandergesetzt, liefern diese Versuche in ruhender Luft zu geringe Dämpfung, 
zu kleine e&, in bewegter und damit bei der Verwendung im Freien ist nach 
unseren Versuchen mit etwa den doppelten Beträgen zu rechnen. 
Den Zahlen für „Platte 6%“ der normalen bei meinen Windstrukturunter- 
suchungen fast ausschließlich benutzten Ausführungsform, entnehmen wir eine 
sehr rasche Einstellungszeit: selbst von großen Ausschlägen her noch wesent- 
lich unter einer Sekunde, bei den meist in Betracht kommenden Wind- 
schwankungen etwa 0.3 sek, Das Dämpfungsverhältnis & ist bei größeren Aus- 
schlägen etwas größer als bei kleinen. Das Maximum des Ausschwingens jen- 
seits der Gleichgewichtslage wurde übrigens bei allen Versuchen ziemlich gleich- 
[örmig in etwa 2x sek erreicht. 
Bei Platte E war die Bespannung nicht doppelt wie bei 6, sondern eine 
einfache Tüllage. Einstellzeit dadurch nur bei den größten, für die Anwendung 
gleichgültigen Ausschlägen geringer, Dämpfung aber durchweg. 
Platte P hat volle Papierbespannung; die Einstellzeit ist erheblich größer, 
die Dämpfung allgemein verstärkt, aber je nach den Ausschlägen sehr ungleich. 
Weitere Versuche mit gewichtsbeschwerten Platten hatten das vorauszu- 
setzende Ergebnis: eine geringe Herabminderung der Einstellzeit, eine erheblichere 
Schwächung der Dämpfung. . 
Die gewählte leichte, doppelt mit Tüll bespannte Platte verdient den Vorzug 
gegenüber den anderen hier geprüften Ausführungsformen nicht bloß wegen 
des für die raschen Windänderungen günstigeren Verhaltens (kleines 7, gleich- 
förmiges und genügendes ee, im Wind etwa = 6), sondern auch wegen der 
günstigeren Eichkurve bzw. der sicheren eindeutigen KEinstellung in gleich- 
förmigem Wind. Hier neigte z. B. die mit Papier bespannte Platte je nach Aus- 
bildung der Sogwirbel zu Flattern und Mehrdeutigkeit, Nach dem Ausfall der 
Versuche hatte es keinen Zweck, eine gesonderte Prüfung auf das Verhalten 
gegenüber periodischen Windstärkeschwankungen wie bei den anderen Anemo- 
metern vorzunehmen, Man ist ganz sicher, daß auch bei Schwingungsdauern T 
von 1sek oder weniger ein genügendes Mitgehen ohne merkliche Phasen- 
verschiebung erfolgt. 
IV. Zusammenfassung. 
Die Versuche in veränderlichem Luftstrom bzw. mit Vorrichtungen, die 
diesem entsprachen, führen also zu folgender allgemeiner Wertung: 
Von Schalenkreuzanemometern vermögen nur kleine leichte den Schwankungen 
des Windes soweit zu folgen, daß man solche mit Schwingungsdauern von etwa 
} Minute noch ziemlich richtig abliest, Gedrängt beisammen stehende Schalen 
(kurze Arme) erhöhen dabei die Zuverlässigkeit der Einzelablesung, 
Kontakteinrichtungen und Übersetzungen, die nach dem Tachometerprinzip 
die augenblickliche Geschwindigkeit abzulesen gestatten, stören bei geeigneter 
Anordnung durchaus nicht. 
Recht günstig sind Woltmannsche Flügelräder; sie werden allerdings 
wegen ihrer größeren Empfindlichkeit nicht immer bevorzugt. 
Die einfacheren gebremsten Schalenkreuze liefern in ihrer leichtesten Aus- 
führungsform sehr gute Ergebnisse. 
Eine wesentlich höhere Stufe der Wiedergabe liefern Druckrohranemometer 
der Bauart Dines. Der Originalausführung sind bei kurzer oder sehr weiter 
{man geht bis zu 2 Zoll #) Rohrleitung Wellen von 4 sek Periode annähernd 
richtig zu entnehmen, besonders wenn der Windstoß länger nahe dem Maximum 
verweilt. 
Jede Abänderung der Konstruktion derart, daß die Masse des Schwimmers 
vergrößert, die Rohrleitung als Ganzes oder in einzelnen Teile (Hähne), ins- 
besondere aber die Öffnung des aufnehmenden Teiles verengt ist (manche 
Konstruktionen mit kleinen „Pitotschen“ Röhren), beeinträchtigt die Wiedergabe 
rascher Schwankungen ganz erheblich. Manchem „Böenschreiber“ ist ein richtiger
	        
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