334 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1934.
Manometers und die Zeit (von einer Kontaktuhr abgenommen) aufgeschrieben,
Bei den späteren Versuchen wurde anders verfahren: an der Stange, die gleitend
durch die Öffnung am Deckel des Kessels des Dines-Anemometers durchtritt,
wurde nicht wie gewöhnlich die Schreibfeder befestigt, sondern ein leichtes,
senkrecht stehendes Kartonblatt, das sich also gemäß dem Stand des Schwimmers
auf und ab bewegte, Auf diesem Blatt schrieb nun in der zu dieser Bewegungs-
richtung normalen eine von dem oben erwähnten Manometer betätigte Schreib-
feder, Man bekam also in einem rechtwinkligen Koordinatensystem den zeit-
lichen Zusammenhang der Angaben von Dines und Manometer un-
mittelbar aufgezeichnet, etwas, das den früher erwähnten Nachhinkbildern entsprach,
Der Dines- Apparat hat nun zufolge Ausgestaltung seines Schwimmers nicht
eine lineare Druckskala, sondern eine lineare Geschwindigkeitsskals, Gab
das Manometer lineare Ausschläge, so mußte als Zusammenhang der gleich-
zeitigen Angaben der beiden Instrumente eine Parabel aufscheinen, Diese Parabel
wurde nun punktweise durch Konstanthalten der oben erwähnten Drosselklappe
aufgenommen und diente als Eichung bzw. Grundlage für die späteren Versuche
(vgl. Abb. 2).
Dines-Anemometer, Ergebnisse,
Ergebnisse der Eichung des Dines-Apparates nach der ersten Methode
(nebeneinander geschriebene Kurven ‘des zeitlichen Verlaufes der Angaben des
Apparates und der gleichzeitigen des Manometers) enthält im Auszug Tabelle 2.
Zum Teil durch harmonische Analyse der Kurven (wobei bloß das erste
Glied weiterverwendet wurde), zum Teil durch Ausmessung der Extreme ergab
sich das Verhältnis q der Druckschwan-
kungen Dines/Wind, daraus jenes der
Geschwindigkeitsschwankungen Q, bei
beiden die Schwankungsweite des Windes
gleich 100 gesetzt. Unter den Vor-
behalten, die aus den Eichungsergeb-
nissen der zweiten Versuchsreihe hervor-
gehen (siehe unten), also im wesentlichen
für mittlere Schwankungsbereiche, aus:
geglichene Kurvenform, mittleren Strö-
mungswiderstand in der Leitung, ergibt
sich eine Abhängigkeit von der Schwin-
gungsdauer derart, daß für T=—3sek etwa
50%, bei T = 7 sek etwa 75% der Wind-
schwankungen aufgezeichnet werden.
Bei T = 23 sek ist noch nicht volle An-
gleichung erreicht. Die Wiedergabe der
Druckschwankungen zeigt etwas größere
verhältnismäßige Abweichungen.
Bei diesen Versuchen trat die Erscheinung auf, die sich nicht ganz erklären
jäßt; der mittlere Druck im Dines war nach der harmonischen Analyse durch-
schnittlich 8% höher als jener im Manometer, bei beiden auf den statisch vor-
genommenen Vergleich bezogen.
Die Phasenverschiebung, gerechnet aus der harmonischen Analyse, ist groß
bei kurzen Schwingungen, sinkt für längere stark ab, In Zeit ausgedrückt ist das
Ergebnis allerdings etwas anders als bei den früher geeichten Geräten; während
bei diesen im großen ganzen die zeitliche Verzögerung unabhängig von der
Schwingungsdauer annähernd konstanten Wert behielt, steigt sie hier mit der
Schwingungsdauer etwas an; allerdings nur von 0.5 auf 1.6 sek bei Zunahme
von 3 auf 23 sek Schwingungsdauer,
Das Ergebnis nach der zweiten Methode (unmittelbare Aufzeichnung der
Diagrammausschläge Dines/Manometer) ist in Auswahl in Abb, 2 gegeben,
die Auswertung enthält Tabelle 3.
Deutlich führt die Abbildung den Einfluß der Schwingungsdauer vor Augen,
Bei 2a war sie T — 29 sek: man sieht, wie die Schleife äußerst schmal ist und
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