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Full text: 62, 1934

Schmidt, W.: Prüfung von Anemometern auf die Wiedergabe rascher Schwankungen usw. 333 
Eine Bemerkung ist vielleicht im Hinblick auf den in der letzten Zeit 
wiederholt gemachten Versuch, Schalenkreuze zusammen mit besonderen An- 
ordnungen für Analyse der Windstruktur zu verwenden, nötig: nicht bloß die 
Ungenauigkeit von Ablesungen über kürzere Zeiten oder die eben erwähnte 
Schwierigkeit legen bei derartigen Versuchen große Vorsicht auf; es sind viel- 
mehr auch die Nachhinkbilder nur in wenigen Fällen genügend genau Ellipsen, 
sonst aber oft verzerrt, so daB reine Sinusschwingungen des Windes nicht als 
solche wiedergegeben werden, Jede solche Abweichung von der einfachen An- 
nahme, vor allem aber die Abhängigkeit von T, geht höchst störend in die Auf- 
zeichnung ein, 
Einige Schwierigkeiten machte die Prüfung des Instrumentes von Kousnetzoy, 
und zwar deswegen, weil die Registrierung auf einem Kymographion erfolgen 
mußte und zur Übertragung darauf ein längerer, vor dem starken Luftstrom 
zu schützender Schnurzug notwendig war. Auf derselben Trommel waren die 
Kontakte, aus denen die Windgeschwindigkeit entnommen wurde, aufzuzeichnen. 
Die Reibung im ganzen Übertragungsmechanismus wurde durch das ständige 
Klopfen eines Klingelwerkes ausgeschaltet, Die Versuche zeigten, daß das Instru- 
ment außerordentlich rasch den Änderungen der Windgeschwindigkeit folgte — 
nicht anders zu erwarten, wo doch die bewegte Masse so besonders klein ist 
und nur geringe Wege zurückzulegen sind. Von Nachteil blieb immerhin die 
recht ungleichförmige Teilung der Skala. 
IN. Prüfung der Gruppe B, Sonderbauweisen (Wien). 
Dines-Anemometer, Versuchsanordnung. 
Bei der Eichung des Dines - Anemometers wurde folgendermaßen vor- 
gegangen: Es kam darauf an, vor dem Anemometerkopf Schwankungen der 
Windgeschwindigkeit oder des Winddruckes zu erzeugen, und zwar in einer 
Weise, daß immer genügend für Nachfuhr von Luft gesorgt war. Dazu war 
der Kopf (Druckseite) durch ein kurzes Schlauchstück mit der Auslaufseite eines 
Staubsaugers verbunden. In dieses Verbindungsstück war eine Drosselklappe 
eingeschaltet, die sich im lichten Raume des Rohres durchädrehen konnte und 
für sich mit beliebig einstellbarer Umdrehungsgeschwindigkeit von einem Motor 
aus gleichmäßig angetrieben wurde, Je nach dem Bereich, der überstrichen 
werden sollte, wurde diese Drosseleinrichtung unmittelbar in den Weg des 
Luftstromes oder als Abzweigung nach außen geschaltet. Dadurch und durch 
ainige Zusätze konnte auch die Wellenform, die normal sehr genau regelmäßig 
nach der Sinuslinie verlief, abgeändert werden in eine solche mit breiten Rücken 
und schmalen Senken oder umgekehrt. 
Entweder mit ganz kurzer Leitung (26 cm) oder mit einer 1242 cm langen 
Leitung von 13 mm innerer Weite (wie sie einer Reihe von ausgeführten Auf- 
stellungen solcher Druckrohranemometer entspricht) war nun an das Druckrohr 
die Druckseite des registrierenden Apparates angeschlossen, die unter dem 
Schwimmer endigt. Da nach vorläufigen Versuchen eine gleichzeitige Verbindung 
der Saugseite mit den Lochreihen des aufnehmenden Teiles die Ergebnisse 
kaum merklich beeinflußte, wurde später davon ganz abgesehen: deren Hahn 
konnte einfach frei gegen das Zimmer geöffnet bleiben. Die dabei mögliche 
Beeinflussung der Absolutwerte blieb unschädlich, da ja gesondert statisch ge- 
eicht wurde, 
Es handelte sich nun darum, die Angaben des Dines-Anemometers mit 
solchen eines Anzeigegerätes in Beziehung zu bringen, das möglichst rasch den 
Druckschwankungen folgte. Zu diesem Zwecke war knapp vor dem Anemo- 
meterkopf eine seitliche Rohrabzweigung angebracht, die kurz unter eine durch 
Wasser abgedichtete, an einem Waagebalken aufgehängte Gasometerglocke mündete. 
Es war darauf gesehen, daß die Glocke nur ganz kleine Bewegungen machte, 
diese aber entsprechend vergrößert auf einen Schreibarm übertragen werden 
konnten, der über die Tischplatte des Kessels des Dines-Apparates hinaufreichte. 
Bei den ersten Versuchen wurde auf einem schnell bewegten Papierstreifen 
nebeneinander der Stand des Schwimmers des Dines-Apparates, der Stand des
	        
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