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Full text: 62, 1934

332 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1934, 
Praktisch wichtig erscheint die gute Wiedergabe der Windschwankungen 
durch die registrierenden Schalenkreuze und Woltmannschen Flügelräder. 
Bei geringen Geschwindigkeiten zeigte allerdings Fuess 2960 (Zahl 12} eine 
Abweichung, deren eigentliche Ursache nachträglich nicht ermittelt werden kann, 
Allem Anscheine nach arbeitet dieses Instrument bei den größeren Geschwindig- 
keitsstufen besser als das eigentliche Handanemometer, das natürlich von vorn- 
herein zart gebaut sein muß. Bei HW 210 erscheinen geringe Geschwindigkeiten 
und etwas raschere Schwingungen immerhin erheblich benachteiligt (Zahl 15), 
etwa so wie die mittleren Geschwindigkeiten beim Anemometer Krafft, Das 
Verhalten bessert sich aber zusehends, wenn man mit größerer Wucht der bewegten 
Luftmassen zu rechnen hat. 
Gut arbeitet das Woltmannsche Flügelrad, wie es Richard verwendet, 
Schon bei geringen Geschwindigkeiten ist die Wiedergabe befriedigend, bei 
größeren scheint sie von vornherein ziemlich genau zu stimmen (Zahl 20, 21). 
Die mittleren Abweichungen des Einzelfalles kannten infolge der ganz anderen 
Berechnungs- und Auswertungsweise nicht ohne weiteres so angegeben werden 
wie früher, immerhin sind einige Zahlen angeführt, die darzutun scheinen, als 
könne man sich bei diesen Kontaktanemometern etwas mehr auf die Einzel- 
ablesungen verlassen als bei den Zeigerinstrumenten — Morell ausgenommen, 
Nur kurz sei der Einfluß der Schwingungsdauer T gestreift. Zahl 2 
und 3, 6 und 7, 18 und 19 belegen den Anstieg des Verhältnisses () mit Ver- 
längerung der Schwingungsdauer bei derselben mittleren Windgeschwindigkeit. 
Daß bei den drei letztangeführten Geräten die volle Wiedergabe bei T = 80 sek 
bereits erreicht sei, kann nicht voll gewährleistet werden — wurde doch von 
vornherein eine entsprechende Umrechnung, durch die Unsicherheit der Eichung 
bedingt, vorgenommen. Jedenfalls sind auch hier endgültige Zahlen erst bei 
einer Minute Schwingungsdauer mit Sicherheit zu erwarten. 
In den beiden letzten Spalten der Tabelle ist nun die Phasenrerschiebung 
wiedergegeben, und zwar zunächst in Graden und daneben die entsprechende 
Verzögerung in Sekunden. Die letzte hält sich fast durchweg auf der gleichen 
Größe, schwankt nur zwischen 1 und etwa 2 sek, ausgenommen Anemometer 
Krafft (Zahl 8 und 9), wo sie bis gegen 4 sek ansteigt. 
Mit dieser gleichmäßigen zeitlichen Verzögerung ist natürlich ein wesentliches 
Schwanken des Phasenwinkels g verknüpft. Er ist groß bei geringen Geschwindig- 
keiten, hat bei deren niederster Stufe etwa Werte von 47 (Zahl 1), 54 (Zahl 15), 
42° (Zahl 5); er sinkt bei größeren Geschwindigkeiten und bei längeren Schwin- 
gungsdauern, Hier sind meistens 15 bis 25° zu verzeichnen. 
Auch hier fallen die starken Verschiedenheiten vom einen zum anderen 
Windmesser auf: Fuess 6808 hat beinahe nur die halben Phasenverschiebungen 
wie das gleiche Anemometer 310, Anemometer Morell erweist sich wieder bei 
großen Geschwindigkeiten und Schwingungsdauern als besonders günstig: bloß 
8° Phasenverschiebung bei allen Schwingungsdauern (vgl. auch Abb, 1)! 
Es war unter anderem der Versuch gemacht worden, die Abhängigkeit der 
Phasenverschiebung von der Schwingungsdauer auszuschalten, um die Abhängigkeit 
von der mittleren Windgeschwindigkeit zu erhalten, Für die erste Beziehung 
enthält die Tabelle einige, wenn auch nicht ganz deutliche Belege; was die zweite 
anlangt, so scheint für die Handanemometer eine ausgesprochene Abhängigkeit 
derart zu bestehen, daß man innerhalb gewisser Grenzen sogar wagen kann, 
auf eine mittlere Geschwindigkeit, etwa von 10 m in der Sekunde, umzurechnen. 
Dies würde für die hier vorliegenden Instrumente durchschnittlich bei 
5 7 8 9 12 15 m/sek Geschwindigkeit 
eine Korrektur des Phasenwinkels von 
—13 —8 —5 — 3 +4 + 9° erfordern, 
Für bestimmte Auswertungen kann eine solche Korrektur, insbesondere wenn 
man das einzelne Instrument genau kennt und geprüft hat, immerhin brauchbar 
sein, um die tatsächliche Luftbewegung noch aus den Angaben herauszuschälen, 
als allgemeine Konstante kann man aber das nicht gelten lassen.
	        
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