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Full text: 62, 1934

Achmidt, W.: Prüfung von Anemometern auf die Wiedergabe rascher Schwankungen usw, 329 
Art der Auswertung. 
Weder die Auswertung des Chronographen mit seinen vereinzelten Marken 
noch auch die der Filmaufnahmen mit ihren in bestimmten Zeiten aufeinander- 
folgenden Bildern lieferte für jede einzelne Welle eine genügende Anzahl von 
Punkten, um den ganzen Wellenverlauf richtig festzuhalten. Dies wurde indes 
dadurch erreicht, daß stets eine Reihe von Wellen nacheinander aufgenommen 
wurde — wie dies schließlich auch notwendig war, um von der Anfangsstörung 
loszukommen —;5; die einzelnen Wellenbereiche wurden, was bei ihrer bekannten 
Gesamtanzahl und Gesamtdauer leicht möglich war, aufeinandergelegt, und so 
ergab sich eine genügende Anzahl von Punkten, um eine einzige volle Schwingung 
genau festzulegen. Es entstand daraus für jedes Gerät ein „Nachhink“-Bild 
(Hysteresis-Diagramm) bekannter Art, wenn man die zusammengehörigen Werte 
von Anemometerangabe und aus dem Manometerstand berechneter Wind- 
geschwindigkeit als Koordinaten benutzte, Da man die Angaben des Manometers 
bei dessen geringer Flüssigkeitsmasse und der kurzen einfachen Zuleitung vom 
Pitotrohr her als praktisch trägheitslos ansehen durfte, so mußte sich die Nach- 
hinkschleife für ein den Windschwankungen genau folgendes Anemometer in 
eine gerade Linie verwandeln, für ein zurückbleibendes aber in eine ellipsen- 
ähnliche geschlossene Linie, die mit zunehmendem Nachhinken des Anemometers 
immer breiter wurde und ihre große Achse immer mehr horizontal stellte, 
An diesen Nachhinkkurven konnten dann, soweit man sie als reine, aus 
zwei Kreisschwingungen entstandene Ellipsen auffassen durfte, leicht die Aus- 
schlagverringerung wie auch die Phasenverschiebung berechnet werden. Un- 
mittelbar zu entnehmen waren die Schwankungsweiten der beiden Schwingungen, 
daraus das Amplitudenverhältnis Q zu rechnen. Und wenn man die parallel 
zu einer Koordinatenachse durch den Mittelpunkt der Ellipse gehende Gerade 
in dem durch die Kurve ausgeschnittenen Stück verglich mit den Maximal- 
ausschlägen in derselben Koordinatenrichtung (vgl. Abb. 1), so erhielt man den 
Sinus des Phasenwinkels gg. Diese Bestimmung wurde für jede der beiden 
Koordinatenrichtungen vorgenommen, das Mittel aus beiden Werten als end- 
gültiges @ benutzt, 
Ergebnisse der Prüfung. 
In gedrängtester Form gibt Tabelle 1 die Ergebnisse der Eichungen 
wieder, Versuche, die auf benachbarte mittlere Windgeschwindigkeit und be- 
nachbarte Schwingungsdauer entfielen, wurden zusammengezogen. Angegeben 
ist das Verhältnis Q der Ausschläge nach dem Anemometer zu jenen der Wind- 
geschwindigkeit, diese gleich 100 gesetzt. Bei den unmittelbar abzulesenden 
Instrumenten konnte dabei deren Angabe verwendet werden, da sie ja, wie eine 
spätere Eichung ergab, ziemlich zuverlässig waren. Bei den letzten drei Instru- 
menten (Zahl 12 bis 21), die mit Kontakten registrierten, war die Umrechnung 
schon schwieriger. Bei den beiden ersten deshalb, weil die Kontakte geändert 
werden mußten, um innerhalb der Versuchsgrenzen brauchbare Ergebnisse zu 
liefern; bei dem Richardschen Apparat aber dadurch, daß die Flügel des Wind- 
rädchens in ihrer Einstellung gegenüber der Achsenrichtung recht empfindlich 
sind und bei der vorhergegangenen lang dauernden Aufbewahrung in der 
Sammlung sowie auch beim Transport leicht verbogen sein konnten. Dadurch 
ist natürlich das Umrechnungsverhältnis sofort ein anderes, 
In den letzten drei Fällen durfte indes für die längsten Schwingungsdauern 
von 24 bis 33 sek bereits Übereinstimmung zwischen Windgeschwindigkeit und 
Anemometerangaben angenommen, also jener Quotient Q gleich 100 gesetzt 
werden. Im gleichen Verhältnis sind dann die anderen Zahlen umgerechnet. 
Die Korrektur betrug 17 bzw. 5%. 
Die drittletzte Spalte enthält noch die mittlere Abweichung jeder Einzel- 
ablesung von jener Kurve, die schließlich durch alle hindurch gelegt wurde, 
Sie gibt einen Maßstab für die Zuverlässigkeit, mit der das Gerät arbeitet. Bei 
geringer Streuung ist schon die einzelne Angabe recht zuverlässig, große Streuung 
verringert den Wert einer Einzelablesung,
	        
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