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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

3928 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1934, 
1.5 mm Messingdraht ist mit zweifach genommenem durchlässigem Tüllgewebe 
überzogen; er hängt mit 40 cm langen, mit Stahldraht etwas versteiften Drähten 
an einer kurzen, waagerechten Achse, die immer quer zum Wind zu stellen ist. 
Gewicht 20 g. Ohne unmittelbare Anzeigevorrichtung. Die Pendel werden 
mittels Kinoapparates aufgenommen, die Ausmessung geschieht am Projektions- 
bild. Genaueres über Form, Eichung und Anwendung in den Berichten über 
Windstruktur?). 
Il. Prüfung der Gruppe A. 
Versuchsordnung in Göttingen, 
Von den Instrumenten wurden alle bis auf die drei letztgenannten im 
Februar 1927 im Göttinger Windkanal II (mit in sich geschlossenem Umlauf) 
untersucht. Die notwendige Regelung der Windgeschwindigkeit erfolgte durch 
Bin- und Ausschalten eines Widerstandes in die Felderregung des den Ventilator 
antreibenden Elektromotors. Die Regulierung fand nicht über den ganzen Ge- 
schwindigkeitsbereich auf einmal statt, sondern in drei Stufen, getrennt für die 
Bereiche von etwa 0 bis 5, 5 bis 10 und schließlich 10 bis 20 m/sek. Von Hand 
aus wurden die Schwingungsdauern eingestellt, von etwa 11 Sekunden bis gegen 
eine Minute, aber abhängig von der Geschwindigkeit. Es sind das jene Dauern, 
die einerseits noch annähernd durch die Instrumente angezeigt werden können, 
andererseits aber gerade für das Stadium der Turbulenz des Windes vor allem 
in Betracht kommen. Bei der Einregulierung konnten außer reinen Sinus- 
schwingungen auch noch Wellen mit kurz dauernden Erhebungen und breiten 
Senken dazwischen, oder aber solche mit breiten Erhebungen, aber kurz dauernden 
Rückgängen auf niedrige Werte hervorgerufen werden. Allerdings waren diese 
Änderungen bei kurzen Perioden nicht schärfer durchzuführen, wohl aber bei 
den längeren. 
Die Geschwindigkeit im Windkanal selbst wurde zunächst durch die vom 
Ventilator gegebenen elektrischen Kontakte von einem Chronographen, der auch 
den anderen Zwecken (Marken bei der Eichung der Kontaktanemometer) diente, 
aufgezeichnet. Gleichzeitig war aber in den Weg des Luftstromes eine geeichte 
Pitot-Röhre gestellt; sie war mit einem gewöhnlichen Flüssigkeitsmanometer 
verbunden, dessen Stände genau gleich wie die Zeigerstellung auf den Ziffer- 
blättern der Handanemometer, wie weiter unten erwähnt, festgehalten wurden, 
In dem sehr gleichmäßigen freien Luftstrom zwischen Aus- und Eintrittsdüse 
des Windkanales wurden nun auf einem quergestellten Brettchen die einzelnen 
zu vergleichenden Anemometer befestigt, und zwar in solcher Anordnung, daß 
sie einander gegenseitig nicht mehr beeinflussen konnten. Vorn stand das 
Anemometer Morell, dahinter gestaffelt z. B. zwei andere Anemometer, unter 
und zwischen ihnen aber die Kontaktuhr, welche die Sekundenmarken. für den 
Chronographen lieferte, und deren Zeiger einmal in der Minute das Zifferblatt 
umlief. Diese ganze Aufstellung wurde durch eine Bogenlampe scharf beleuchtet 
und seitlich von vorne kinematographisch aufgenommen. Der Kinoapparat 
konnte ganz gut von Hand aus angetrieben werden; benutzt wurde dessen 
Einsertrieb, gewöhnlich so, daß je eine Aufnahme auf eine Sekunde entfiel, nur 
dei den länger dauernden Wellen wurde eine Bildfolge von zwei Sekunden ein- 
gehalten, Die Zeit war durch Mitphotographieren der Kontaktuhr auf Zehntel- 
sekunden genau festgehalten, ebenso machte es im allgemeinen überhaupt keine 
Schwierigkeit, in den Negativen die augenblickliche Stellung der einzelnen Zeiger 
der Anemometerzählwerke auszunehmen, Die Auswertung selbst erfolgte am 
Projektionsbild. 
Die genaue Windgeschwindigkeit wurde abgelesen an einer Drucklibelle, 
die mit der Düse des Windkanales in Verbindung war. Diese Düse war sorgfältigst 
geeicht worden (Koeffizient 1.108), so daß immer durch unmittelbare Ablesung 
auch die Angabe der anderen Behelfe kontrolliert werden konnte. 
2 W. Schmidt, Die Struktur des Windes (1. Mitt.), Wien. Sitzber., m.-n, Kl. IIa, 138, 85 
(1929), = Zur Messung veränderlicher Windgeschwindigkeit, Deutsche Forschung, Heft 14, 47 (1930).
	        
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