20% Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1934.
karte vom 20. VIIL. um 14® Uhr zeigt eine bedeutende Vergrößerung der
Depression, welche sich als flache Rinne von West-Südwest nach Ost-Nordost auf
1015 Millibar vertieft hat,
Das am 19, VIII, über Ost-England befindliche Teilminimum ist am 20. VIIL
mit 1015 Millibar über der Danziger Bucht zu vermuten, Die vor dem 19, YIII,
vorhandene Hochdruck-Wetterlage hat sich gewandelt.
Es ist anzunehmen, daß der Einbruch des am 19. VIIL auftretenden Teil-
tiefs die oben geschilderte Störung verursacht hat,
Es ergibt sich damit die Möglichkeit, daß die Entstehung des beobachteten
Seebären in ähnlicher Weise durch ein Teilminimum verursacht ist, wie es von
Meißner für Stolpmünde am 26. VII. 1921 geschildert”).
Zusammenfassend stellt sich die Entstehung und der Verlauf des am 19, VII
1932 in der Deutschen Bucht beobachteten Seebären demnach wie folgt dar:
Die Witterung an den Tagen vor dem 19. VIIL brachte in der Deutschen
Bucht schwache Winde aus meist südöstlichen Richtungen, Diese Luftbewegung,
welche übrigens einen schwachen Abfall des mittleren Wasserstandes verursachte,
brachte den Nordseespiegel in einen nahezu stationären Zustand mit Gefälle gegen
die Küste der Deutschen Bucht. Als am 19. VIII nach 13% Uhr die Luftdruck-
störung mit plötzlicher Winddrehung und auffrischendem, böenartigem Wind aus
Nordosten einsetzte, wurde dieser Zustand grundlegend gestört, Es wurden
durch den nun im Sinne des Spiegelgefälles wirkenden Wind Gefällskräfte aus-
gelöst, welche zur Bildung der Einzelwelle (Seebär) führten. Diese breitete sich
von ihrem Ursprungsgebiet nordwestlich bis nördlich von Helgoland nach Art
der Sturzwellen aus und lief gegen die benachbarten Küsten an, Hierbei ge-
horchte sie im allgemeinen den Wellengesetzen und nahm mit abnehmenden
Wassertiefen an Höhe beträchtlich zu, derart, daß am Strand sogar Brandungs-
erscheinungen beobachtet wurden.
Die an den meisten Pegeln beobachteten späteren Wellen sind als Nach-
schwingungen nach Art der Seiches anzusehen,
Untersuchungen an der Pyknosonde
während der Kattegat- Fahrt mit der „Hunte‘“ im Herbst 1931.
Von H. Gelssler.
(Hierzu Tafel 36 und 37.)
Die Pyknosonde selbst wird als bekannt vorausgesetzt. Es wird auf den
Artikel von D. La Cour „The pyenosonde“ (Publikationer fra det Danske Me-
teorologiske Institut, Tillaeg til Nautisk-Meteorologisk Aarbog for 1925. Kopen-
hagen 1926) verwiesen.
Vor der Abreise wurden im Institut für Meereskunde Vorbereitungen ge-
troffen, um das Arbeiten mit der Pyknosonde so viel wie möglich zu erleichtern.
Kennt man die Temperatur des Wassers, in dem der Schwimmer der Pykno-
sonde schwebt, so findet man den zugehörigen Salzgehalt mit Hilfe der Knudsen-
Tabellen, Deren jedesmaliger Gebrauch läßt sich umgehen, wenn man für jeden
Schwimmer den Zusammenhang zwischen Temperatur und zugehörigem Salzgehalt
graphisch darstellt. Man kann die Kurven aller Schwimmer in eine Tafel auf-
nehmen und erhält eine sehr übersichtliche und schnell arbeitende graphische
Darstellung, wenn man die einzelnen Kurven in den Farben der zugehörigen
Schwimmer zeichnet. Eine solche Tafel wurde vor der Abreise angefertigt
{Fig. 1).
Die Ablesung der Pyknosonde, d. h. die Bestimmung der Tiefenlage der
Schwimmer geschieht nach La Cour, indem man gleich nach dem Heraufholen
des Instruments den Tiefenmaßstab so neben die Pyknosonde hält, daß sein
Nullpunkt mit der Oberfläche der eingeschlossenen Wassersäule übereinstimmt,
1 Siche Meißner, a. a. 0.