Kleinere Mitteilungen,
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Verschiebung in der Küstenfauna Westgrönlands (Vordringen subarktischer,
Zurückweichen hochpolarer Formen} damit zusammenhängt, Besonders könnte
das für den Dorsch gelten, der neuerdings in großen Schwärmen auch in Nord-
grönland auftritt, da die erwähnte Erwärmung die Wassermassen über die für
ihn maßgebende Minimaltemperatur von + 1,5° erhöht.
Einige nur bis 100 m Tiefe reichende Serien an verschiedenen Stellen der
Umanaqbucht, besonders Wiederholungsserien bei der Insel Umanaq, zeigen
zleichsfalls ein Absinken der kalten Schicht im Laufe des Sommers, Die
niedrigsten Temperaturen (— 0.8° in 75 m Tiefe) zeigen die Stationen an den
von Eisbergen freiesten Stellen. Auch dieser Umstand deutet darauf, daß die
kalten Wassermassen im wesentlichen nicht örtlicher Entstehung sind. Die Eis-
berge könnten auf das Wasser negativer Temperatur geradezu erwärmenden
Einfluß haben.
Die Phosphatbeträge waren nahe der Oberfläche bis 10 m Tiefe nicht meßbar;
überraschend ist, daß auch in größeren Tiefen bis zu 600 m der Phosphorgehalt
10 mg im Kubikmeter nicht überstieg. Die oberflächlichen Schichten bis 25 m
Tiefe waren meist an Sauerstoff übersättigt; Werte bis nahe an 10 ccm im Liter
kamen vor. In den Tiefenschichten bis 600 m sank die Sauerstoffsättigung auf
etwa 75%. Gelegentlich traten schon in den oberflächennahen Schichten bis
100 m Tiefe auffallend geringe Sauerstoffbeträge mit einer Sättigung bis herab
zu 30% auf, Die Ursache dieser Erscheinung ließ sich nicht aufklären,
Wiederholt wurde die Eisbergdrift über mehrere Tage hin beobachtet und
einzelne Eisberge wurden von einer auf der Ostseite der Insel Umanaq gelegenen
Basis aus eingemessen, Im Gegensatz zum offenen Ozean wird die Bewegung
der Eisberge innerhalb der Fjorde überwiegend vom Wind bestimmt, wenigstens,
sobald er eine Stärke von 3—4 Beaufortgraden erreicht, Im einzelnen ergibt sich
unter dem Einfluß zeitlich und örtlich wechselnder Strömungen und stark örtlich
bedingter Winde innerhalb der Fjorde der Umanaqbucht ein, außer bei starkem Wind,
nicht näher zu deutendes Bild der Eisbergbewegung. F, Loewe, Berlin.
2. Gewitterzug und Wasserläufe: Eider und Kaiser-Wilhelm-Kanal.
Die folgenden Aufzeichnungen sind angeregt durch die Mitteilung von W, Witte
über die „Beeinflussung der Gewitterzugrichtung durch Teiche“ im Jahrgang 1933
(S. 128) dieser Zeitschrift!}. Die hier geschilderten Wahrnehmungen beziehen sich
nur auf Wärmegewitter; sie fußen auf eigenen Beobachtungen in meinem Ge-
burtsort Breiholz während meiner Schul- und Nachschuljahre 1915 bis 1927,
Das Dorf Breiholz liegt 14 km südwestlich von Rendsburg zwischen der Eider
und dem Kaiser-Wilhelm-Kanal, von jener etwa 0.7, von diesem 2'/, km entfernt.
WennindenSommer-
monaten südlich des
Kanals Gewitter aus
SW aufziehen (Zug-
straße I der Skizze),
so bleiben sie fast
immer auf dessen
Südseite (Straße Ia),
und die Breiholzer
Landleute warten
manches Mal vergeb-
lich auf langersehn-
ten Regen, weil das
Gewitter eben nicht
über den Kanal her-
überkommt. Es tobt
sich am Südufer aus, ja man möchte im Hinblick auf die dortigen zahlreichen
Blitzschläge sagen: es staut sich dort offensichtlich, Von älteren Einwohnern
wurde mir erzählt, daß das vor dem Kanalbau nicht der Fall gewesen
1y Vgl. auch Ann. d. Hydr. 1934, VI, 8.268, Breuel: Klim’graph. Witt’schild. Nr.22, Spanisch-Guinea,
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