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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Thiel, G.: Kapt. L. Schubart: Praktische Orkankunde mit Anweisungen zum Manövrieren usw. 301 
Methode und hierbei insbesondere der Bedeutung der Funkentelegraphie 
für die Orts- und Bahnbestimmung der Orkane, Der heutige Ausbau der Funken- 
telegraphie hat zu einer besonders regen Tätigkeit der Wetterdienststellen und 
Schiffe in den Orkangegenden geführt, 
Nach Anführung der statistischen Methode, die auf der Ausnutzung von 
Ergebnissen, die aus früheren Beobachtungen von Orkanen gesammelt sind, be- 
ruht, werden in dem Abschnitt „Das Manöyvrieren im Orkan“ zuerst Kärtchen 
der wahrscheinlichsten Richtungen und Geschwindigkeiten der Orkane für West- 
indien, Ostasien, den Golf von Bengalen und das Arabische Meer ge- 
geben, um unter „In welchem Viertel befindet sich das Schiff?“ und 
„Das Segelschiff im Orkan“ sowie „Der Dampfer im Orkan“ und „Bei- 
drehen im Orkan“ Regeln und Anweisungen für Segelschiffe und Dampfer 
aufzuführen, die dem Seemann eine Übersicht über die Maßnahmen geben, die 
er anzuwenden hat, um Schiff und Ladung in richtiger Weise durch die Gefahren 
eines Orkans hindurchzubringen, 
In dem Hauptstück: „Das Segelschiff im Orkan“ prägt der Verfasser klassische 
Worte. Er schreibt: „Wenn man bedenkt, welche Fülle von Kraft tagaus, 
tagein in den Passaten, Monsunen und den braven Westwinden ungenützt 
über das Meer dahinweht, während Dampfer und Motoren sie nichtachtend ver- 
spotten, dann drängt sich das Gefühl auf, als ob Unvollkommenheiten technischer 
oder wirtschaftlicher Natur vorlägen, die eine solche Kraftanspannung nicht 
zuließen.“ 
Die Regeln für das Manövrieren mit einem Dampfer im Orkan sind deutlich 
und genau ohne Weitschweifigkeiten. Die von Kapitän Schubart geprägte Regel 
für das Abwettern eines Orkans: „Lege dich zum Abwettern eines tropi- 
schen Wirbelsturmes so, daß du den Wind querein auf Nordbreite von 
Steuerbord, auf Südbreite von Backbord hast“ sollte, wie er selbst be- 
tont, nur als „letztes Mittel“ angewendet werden, Vielleicht hätte die Be- 
tonung als „letztes Mittel“ in den Ausführungen unter „Abwettern“ noch 
atwas klarer hervorgehoben werden können, Ein Dampfer liegt bei schwerem 
Sturm „beigedreht“ am besten und sichersten, wenn er, Sofern der Seeraum 
88 erlaubt, bei ganz langsam vorausarbeitender Maschine See und Wind von 
achtern oder nahezu von achtern hält, also lenzt. Dies bestätigen eigene Er- 
fahrungen und auch das vom Verfasser angeführte Beispiel, wonach von 40 hervor- 
ragenden Schiffsführern sich 32 für das völlige Stoppen der Maschinen oder da- 
für, mit „ganz langsam“ die See nach achtern oder nahezu dorthin zu bringen, 
ausgesprochen haben, 7 vorzogen, mit dem Bug gegen die See beizudrehen, aber 
glaubten, daß das andere Verfahren für die meisten Dampfer auch sicher sei 
und 3 bei dem Versuch, mit gestoppter Maschine quersee zu liegen, durch das 
starke Rollen des Schiffes so beunruhigt wurden, daß sie wieder mit dem Bug 
gegen die See beigedreht haben, 
Darum sollte das „Abwettern“ in der Art, daß das Schiff sich quer zu 
Wind und See legt oder so, daß der Wind etwas achterlicher als dwars ein- 
kommt, nach Möglichkeit nur dann in Frage kommen, wenn das Schiff nicht 
mehr manövrierfähig ist. 
Im dritten Teil des Buches, den er „Gemäßigte Zone“ bezeichnet, gibt 
Kapitän Schubart eine Übersicht über „die meteorologischen Verhältnisse 
in der gemäßigten Zone“ und „die Schiffsführung in der gemäßigten 
Zone‘ In diesem letzteren Abschnitt wird unter „Die Kurse der Schiffe 
verlaufen gleichgerichtet mit der Zugstraße der Depressionen“ aus- 
geführt, daß neben Dampfern in der Nordatlantik-Fahrt, „die im allgemeinen 
nicht ausweichen“, auch Dampfer fahren, „welche die Zugstraße der De- 
pressionen umgehen“ und abschließend der Satz aufgestellt: „Große, schnelle 
and kräftige Schiffe, Dampfer und Motorschiffe sowohl wie Segler 
gehen im Westwindgebiet der gemäßigten Zonen den Depressionen im 
freien Ozean nicht aus dem Wege, wenn das Ziel der Schiffe gegen 
die Bewegungsrichtung der Sturmgebiete gerichtet ist. Die Stürme 
werden nach seemännischen Erfahrungen und Grundsätzen überwunden,“
	        
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