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Full text: 62, 1934

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1934, 
ein schlechter Leiter, so daß bekanntlich die Wellen nur wenige Meter in den 
Boden eindringen, Die Wellenfront ist etwa mit Abb. 3 bestimmt, die einen 
Knick an der Oberfläche der Erde aufweist, da diese ein anderes elektrisches 
Medium als Luft darstellt. Damit entfällt aber der Zusammenhang zwischen 
Boden- und Luftwellenteil und die Notwendigkeit einer senkrechten Wellenfront 
am Boden, die die Theorie der Wanderwellen längs Leitern fordert(4). 
Die Wellenentstehung ist in Wirklichkeit auch anders, Bei früheren Sendern 
wurde eine Kupferplatte in das Grundwasser eingelassen. Es stellt einen Leiter 
parallel zur Erdoberfläche dar. Noch deutlicher tritt das bei Sendern in Er- 
scheinung, die anstatt der Platte ein Drahtnetz im Boden (Eilvese) oder darüber 
(Wien) aufweisen. Hier ist keinesfalls die Antenne zum Dipol zu ergänzen, 
vielmehr bilden Boden und Antenne selbständige Strahler, die zusammen wirken 
und der Welle eine Richtung nach aufwärts geben. Die Welle wandert ungefähr 
in Richtung S (Abb. 1), ihre Front ist senkrecht dazu etwa entsprechend W. 
Die Welle entsteht also bei allen bekannten Sendern als Raumwelle, die von 
der Erde fortstrebt und durch Antennenteile meist noch Unstetigkeiten dazu 
erhält, so daß erst nach durchwandern eines bestimmten Raumes der für die 
Peilbarkeit erforderliche Ausgleich der Energie erfolgt ist und von einer Front 
in Bodennähe gesprochen werden kann. Auf diese Weise dürfte sich auch der 
miBlungene Versuch, Flugzeugsender zu peilen, erklären, da sie mit Schräg- 
antennen „Raumwellen“ senden. 
Indirekt wird das Angeführte durch die Sender mit kreisförmiger End- 
kapazität bestätigt. Wirkt nämlich der Boden als zweiter Senderteil (und nicht 
neutral), so sind seine Strahlungsbedingungen von der Witterung, besonders 
der Besonnung abhängig, da die Sonnenbestrahlung die Ionisation ändert, Nacht- 
effekt und Schwankung der Sendestärke sind damit erklärt als Schwankung der 
Senderichtung, die ja die Resultierende aus den Anteilen beider Senderteile an 
der Ausstrahlung der Wellen ist. Wird durch Hochlegen der „Erde“, also Aus- 
bilden des Senders zum Dipol und symmetrische Endkapazitäten für eine gleich- 
mäßige Wellenfront gesorgt, die sich wesentlich senkrecht zur Erdoberfläche 
bewegt, so ist nicht nur mit besserem Empfang und geringeren Störungen zu 
rechnen, wie die Versuche ergaben, sondern die Peilbarkeit wird verbessert. 
Wesentlich ist aber, daß diese neuen Sender grundsätzlich mit der „Oberflächen- 
welle“ brechen und nur „Raumwellen“ senden durch Verlegen des Dipols über 
die Erde. 
Die Küstenbrechung ist bei Raumwellen nicht möglich, wie früher nach- 
gewiesen wurde. Ihre Existenz wurde lediglich durch Meßfehler aus der ersten 
Zeit der Funktechnik vorgetäuscht. Die Raumwelle ist bei sehr langen Wellen 
der Öberflächenwelle täuschend ähnlich und ermöglichte ihre theoretische Be- 
gründung, was nunmehr als Irrtum nachgewiesen sein dürfte, 
Schrifttum, 
1. Fischer, F. A: Zum Problem der Küstenbrechung , ... Aun, Hyde, 1927. 
2. Wedemeyer, E. A.: Zur Küstenbrechung der Funkstrahlen. Anv. Hydr. 1920, 23. 
8. Rüdenberg, R.: Aussendung und Empfang elektrischer Wellen 1926. 
4. Zennesck, J,: Aussendung und Empfang elektrischer Wellen. Ann. d. Phys. 23, 846, 1907. 
Anmerkung der Deutschen Seewarte: Nach neueren Beobachtungen kann das Problem 
der Küstenbrechunz noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden.
	        
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