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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Wedemeyer, E. A.: Zur Küstenbrechung dier Funkstrahlen. 
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Zur Küstenbrechung der Funkstrahlen, 
Von Dipl.-Ing. E. A. Wedemeyer, 
Beim Übergang von Land zu Wasser bei schrägem Schnitt der Küste soll 
eine Funkstrahlablenkung, die Küstenbrechung, eintreten, Sie wurde als Er- 
klärung früherer Meßabweichungen verwendet, konnte jedoch durch viele tausende 
systematischer Versuche bis heute nirgends erwiesen werden, Über die theo- 
retische Frage nach ihrer Möglichkeit haben Dr. Fischer(1) und der Verfasser (2) 
sich hier 1927 ausgelassen. Sie ist nur bei Vorhandensein der „Öberflächen- 
wolle“, d, h, jener Funkwelle, die von der Entstehung an am Boden „klebt“, von 
ihm nicht trennbar ist, wahrscheinlich, während die Erscheinung bei Ausbreitung 
der Funkstrahlen durch „Raumwellen“ (unabhängig vom Boden) nicht zu er- 
warten ist, 
Die Ausbreitung der Wellen im Äther erfolgt auf eine bisher nicht exakt 
gemessene Weise, Es ist bekannt, daß in Sendernähe nicht gepeilt werden kann, 
da sich die Welle erst „ausrichten“ muß, Peilversuche ergeben, daß die Wellen- 
front nicht immer senkrecht zum Boden steht und daß bei kurzen Wellen die 
Ausbreitung unabhängig vom Boden erfolgt, weshalb die Heaviside-Schicht an- 
genommen wird, die die Wellen reflektiert. Zur Erklärung der Erscheinungen 
sind drei Theorien möglich. 
3. Nach Prof, Uhlmann ist wegen der „Entstehung“ der Wellen am Sender 
nur die Oberflächenwelle möglich, alle anderen Erscheinungen kommen durch 
Teilreflektionen zustande. 2. Nach Fischer bestehen OÖberflächen- und Raum- 
welle nebeneinander und beeinflussen sich gegenseitig, (Seine Arbeiten über 
Peilmißweisungen Ann, d. Hydr. 1925 bis 1927.) 3. Der Verfasser hingegen nimmt 
nur die Raumwelle als gegeben an, aus der im Grenzfall die Oberflächenwelle 
entsteht. Die Ergebnisse mit dem Sender „Breslau“ und der Bau des Münchener 
Senders bestätigen diese Ansicht. 
Die Küstenbrechung steht und fällt mit der Theorie der Oberflächenwelle. 
Hier sei ihre Unwahrscheinlichkeit nachgewiesen. 
Nach der „Entstehung“ soll es nur Oberflächenwellen geben. Ist der Ein- 
drahtsender (Abb, 1) gegeben, so wird die Antenne im Luftraum eine Welle 
erzeugen, die im gegebenen Augenblick durch den verzeichneten Strom bedingt 
ist und sich wesentlich senkrecht zum Draht ausbreitet. Die Wellenfront ist 
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Abb. 1, 
Eindrahtantenne, A 
A Antenne, Z Erdplatte. Wa Antennen- Abb, 2. Abb. 3. 
„7 dwelle. WW Ra Ale, 
weile € Erdwelle, WW 3 MU WEHG, Erd-Dipol. Weilenfront, 
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sinusförmig mit einer vertikalen Tangente zur Erde an ihrer Oberfläche. Um 
Unstetigkeit zu vermeiden, wird eine Fortsetzung der Luftantenne in der Erde 
durch das Spiegelbild der Antenne zum Dipol angenommen (s) (Abb. 2), Würde 
die Welle so entstehen, wäre die Oberflächenwelle bewiesen, 
Die Praxis lehrt, daß aber auch das Senden aus dem Flugzeug, also ohne 
Erde, möglich ist, und es dürfte nicht der Natur entsprechen, von diesen Wellen 
zu verlangen, daß sie sich später an den Boden ankleben. Ferner ist der Boden
	        
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