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Full text: 62, 1934

290 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1034, 
punktswanderung zwar wesentlich kleiner, aber doch meistens noch etwas vor- 
handen. Auch ein Unscharfwerden des Fadens, wohl ebenfalls ein Temperatur- 
einfluß, trat bisweilen auf und hat dann die Ablesungen manchmal gestört, 
Obwohl also der Versuch, im Freien zu messen, als geglückt gelten kann, möchte 
ich doch von einer Wiederholung abraten. Es ist vielmehr vorzuziehen, das 
Meßelektrometer in einem Hause oder in einem Schuppen unterzubringen, 
Auch die Erfahrung mit der Luftfeuchtigkeit führt zu demselben Schluß, 
Daß bei der starken Brandung, die an der Westküste der Insel herrscht, dieser 
Einfluß recht groß sein würde, war vorauszusehen. Recht oft versagte das 
Exnersche Elektröskop, so daß man sich nicht darauf verlassen konnte. In den 
Frühen Morgen-, sowie in den Abendstunden kamen auch beim Einfaden-Elektro- 
meter Wulf Versager vor, obwohl Trockenvorrichtungen in ihm angebracht 
waren. Selbst in den Mittagsstunden leferten die Isolationsproben, Abfall des 
Elektrometers allein oder mit den zum Halten des Meßdrahtes dienenden Isolatoren, 
stets etwas wechselnde Korrektionen. Es wurde daher bald zu jeder Einzelmessung 
eines Vorzeichens eine gleich Jange Isolationsprobe durchgeführt, was natürlich 
viel Zeit raubte, Mitte September versagte die Isolation des Einfaden-Elektro- 
meters schon in den frühen Abendstunden und war auch morgens, solange der 
Tau noch lag, unsicher, An einem Tage mit starkem Nebel, am 14. September, 
kam überhaupt keine brauchbare Messung zustande. Recht gut hielt sich im 
allgemeinen die Isolation im Zweifaden-Elektrometer des Ebertschen Apparates; 
doch war such hier eine regelmäßige Kontrolle nicht zu entbehren: Der Abfall 
bei der Isolationsprobe schwankte je nach dem Wetter, Die Isolation der beiden 
zum Halten des Zerstreuungsdrahtes bei dem Leitvermögen dienenden, geschützten 
Hartgummi-Isolatoren war fast nie zu beanstanden, 
Meßergebnisse, Da die wirksame Kapazität der Meßanordnung für das 
Leitvermögen 30 cm betrug, die schädliche Kapazität des Elektrometers, der 
Isolatoren sowie der Zuleitungen 15 cm, so errechnet sich das Leitvermögen 
eines Vorzeichens nach der Formel 
A. = log nat, DO 
+ 106 Of Dat, Vi? 
wobei Vo die Anfangsspannung, V; die Spannung nach 2 Minuten ist, Während 
beim Ebert-Apparat eine kleinere Meßzeit als 5 Minuten nicht durchführbar 
war, gab die Anordnung des Leitvermögens stets schon in 2 Minuten merklichen 
Abfall. Als Anfangsspannung V, wurden hier etwa 55 Volt genommen, die mit 
einer Zamboni-Säule in das Meßsystem geladen wurden, Der Abfall bei der 
Isolationsprobe wurde unter Berücksichtigung der geänderten Kapazität stets 
als Korrektion an der eigentlichen Zerstreuungsmessung angebracht, Beim 
Ebertschen Ionenzähler betrug die Anfangsspannung etwa 170 Volt, so daß bei 
vollaufender Turbine sich eine Beweglichkeitsgrenze von 0.09 bis 0.08 em/sec 
für 1 Volt/em errechnet, d, h. es wurden bis zu dieser Wanderungsgeschwindipg- 
keit alle Ionen abgefangen, 
Die Tabelle 1 gibt eine Zusammenstellung sämtlicher Leitfähigkeitsmessungen, 
zeitlich geordnet, und zwar ist die Mitte der Meßzeit in M, E. Z. angegeben 
worden. Fast alle Werte sind errechnet aus 2 Minuten Abfall. Die Schwankungen 
sind, wie man sieht, oft recht erheblich, Selbst nahe beieinanderliegende 
Messungen des gleichen Vorzeichens weichen oft erheblich voneinander ab. Der 
höchste 2-Minutenwert war 5310 elektrostatische Einheiten, der tiefste, 1.1, 
war etwa 50mal so klein, Der Höchstwert trat bei glänzender Sicht und reinem 
Seewind ein, der Tiefstwert bei stark diesigem Wetter und Landwind. Es wurden 
nun sämtliche an einem Tage erhaltenen Werte eines Vorzeichens gemittelt. 
Die Summen der beiden Werte bei negativer und positiver Ladung ergab das 
Gesamtleitvermögen 1= 4, -+2_, das Verhältnis beider die Größe q, = A Die 
Tabelle 3 gibt diese beiden Größen an den einzelnen Meßtagen, Man sieht, daß 
die höchsten Tagesmittel des Leitvermögens bei guter Sicht und NW-Wind ein- 
treten, am 26, August, 3, 6, 7. und 10. September, Das Maximum betrug 
5.5 x 10-4 elektrostatische Einheiten am 26. August, dem steht als Minimum der
	        
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