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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Ann, d. Hydr, usw., LXIL Jahrg. (1934), Heft VII. 
079 
Die Staubfälle im nordwest-afrikanischen Gebiet des Atlantischen Ozeans. 
Zugleich Beitrag zur „Harmattan‘‘- Kunde. 
Von W, Semmelkack, Hamburg, Deutsche Seewarte. 
(Hierzu Tafel 30.) 
Bei stärkeren ablandigen Winden werden aus dem afrikanischen Kontinent 
Staub- und Sandmassen herausgeführt, die im nordwest-afrikanischen Meeres- 
gebiet bisweilen in der Form von mehr oder weniger starken Staubfällen 
niedergehen., Diese Erscheinung, die nicht nur wegen der mit ihr verbundenen 
zeitweise schr erheblichen Sichttrübung für die See- und Luftfahrt besondere 
Beachtung verdient, ist bereits mehrfach Gegenstand der Untersuchung gewesen‘). 
In der vorliegenden Darstellung sind die in den ‚Jahren 1902 bis 1933 von 
deutschen Schiffen gemeldeten Staubfälle in dem in Frage stehenden Gebiet 
herangezogen worden, Es leuchtet ein, daß die Erfassung der aufgetretenen 
Staubfälle abhängig ist von der Sorgfalt, mit der sie in den Schiffstagebüchern 
aufgeführt werden, von der Breite der im nordwest-afrikanischen Meeresgebiet 
befahrenen Schiffahrtsstraße und von der Zahl der Schiffe, die in diesem Ge- 
biete verkehren. Wenn somit der Untersuchung von vornherein mancherlei 
Fehlerquellen anhaften, so ist doch anzunehmen, daß die Ergebnisse von den tat- 
sächlichen Verhältnissen nicht wesentlich abweichen werden. 
Für die Untersuchung der Staubfälle hinsichtlich ihrer Häufigkeit und Ver- 
breitung ist in dem gesamten Staubfallgebiet das Gebiet größerer Häufigkeit 
von dem geringerer getrennt worden. Der in den Skizzen auf Tafel 30 dar- 
gestellte Verlauf der Grenzen beider Gebiete weist naturgemäß Unsicherheiten 
auf, Und wenn in den meisten dieser Skizzen von der Eintragung der äußeren 
Begrenzung der Gebiete mit geringerer Häufigkeit von Staubfällen überhaupt ab- 
gesehen wurde, so geschah das aus dem Grunde, um nicht den Anschein zu 
erwecken, als ob die Grenzlinienführung wirklich durch eine hinreichende Zahl 
von Meldungen gesichert sei. 
Aus der Tabelle 1 ergibt sich, daß die Häufigkeit der Staubfälle einen 
ausgesprochenen jährlichen Gang besitzt, 
Tabelle 1. Häufigkeit der Staubflälle in Prozenten aller (344) gemeldeten Fälle. 
" Gesamtes Gebiet 
Gesamtes Gebiet nach holländischen 
Meldungen (167) 
Dezember... ... 42 + 
Januar ve. .000n gl Winter: 
Februar „...... 17, 4 455 
„An „| Frühling: 
Müiesease ers f 5 
Jr erereeees ‚ 11, . 
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Sa „HKM ; ) 102 
September ‚4... . ” 10,2 . 
Oktober ....... Mare Herbst: 1 | Hachok 
November ....- 12 ) & . +6 { ‘ 
Jahr... ] 836% | 164% 100% 100% 
Die Häufigkeitskurve stellt eine Doppelwelle dar. Ihr Hauptmaximum fällt 
in den Monat Januar, das sekundäre in den August; die Minima liegen im 
April und November. Bemerkenswert ist, daß die Hälfte aller Staubfälle im 
Winter auftritt, und daß das winterliche Maximum nahezu den doppelten Betrag 
des sommerlichen aufweist. Vergleichen wir mit diesem Untersuchungsbefund 
Fe 
1) Siehe u, a. Kpt. M. Jentzsch: Staubfälle im Passatgebiet des Nordatlantischen Ozeans, Ann. 
d, Hydr. usw. 1909, S. 373ff., wo auch weitere Literaturangaben, 
Ann, d. Hydr. usw. 1935, Heft VII
	        
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