268 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1934,
klatschen, Die Stiche durch die Moskitos häufen sich vor dem Eintritt der
nächtlichen Güsse, d. h. zur Zeit der Abenddämmerung. Wie überall in den
Tropen sind sie eine starke Belastung für den Europäer, nicht nur als Über-
träger der Malaria und anderer Infektionen, sondern durch den erzeugten oft
lang anhaltenden Juckreiz und die Verpflichtung, unter dem Moskitonetz zu
schlafen, das ebenso wie die Drahtgitter vor den Fenstern den so erwünschten
Lufthauch hermetisch abschließt. Immerhin war es erstaunlich, daß ich —
wenn auch als seltene Ausnahme — einen 75jährigen Deutschen antraf, der ohne
Urlaub ununterbrochen 40 Jahre in Guayaquil gelebt hatte! Er verlangte auch ob
dieser Tatsache eine gebührende Würdigung, Sonst entgeht der Nordländer ebenso
wie der Hochlandsbewohner nicht der Malaria; auch der Mulatte leidet wohl an ihr,
wenn auch in einer sehr abgemilderten und weniger ausgesprochenen Form,
Eine durchgeführte Hygienisierung der Stadt durch Trockenlegung der
Sümpfe und Lachen außerhalb der Stadt, durch Asphaltierung der Straßen,
durch Verbesserungen im Wohnungsbau u. ä. m. könnten den Gesundheitszustand
der Stadt wohl erheblich beeinflussen. Doch das unangenehme Klima am
äußersten Winkel des Trichtergolfes von Guayaquil ist eben durch die Lage
bedingt. Hier haben die Spanier bei Anlage der Stadt ausnahmsweise eine
wenig glückliche Hand gezeigt, denn schon wenige Kilometer flußabwärts ist
der Steppencharakter weit ausgeprägter, ein Anzeichen für die Abnahme der
Regen und die Zunahme der Austrocknung bei einer freieren Exposition gegen-
über ozeanischen Winden. Walter Knoche.
2, Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 22: Spanisch-Guinea. —
Aus der Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen
Seewarte. — Witterungsverlauf in der großen Regen- und Tornado-
Zeit in Upuano am Rio Benito?): 2. und 3, Mai 1933.
2. Mai 1933. Nach einem schwülen Vorabend (21°: mäßiges < von SE-NE;
tk 27.2°; rel. Feuchte f 83%; Aquiv.-Temp. P 71.7°; Wind SSE 2) kommt es
morgens um 5% zum Ausbruch des Gewitters, das mit starken elektrischen Ent-
ladungen von E heranrückt. Unter heftigen Windstößen setzt ein kurzer starker
Regen ein, der gegen 6h schwach wird; er bringt empfindliche Abkühlung (tmin
20.8°). 77h; tt, 22.4°; £ 94%; P 60.3°; @messung: 16.8 mm. Ast und Nb bedecken
den Himmel vollständig. Schwacher S-Wind. Gegen 73% endet der Regen. 14h:
tı 29.8°; £783%; P 75.4°; SSW 2; Bewölkung 7. Cu von SE, darüber im E einige
Acu. Um 21% dasselbe Bild: Acu bedeckt den Himmel, darunter Stcu-Schicht
von SE. Wind: E1; t; 25.7°; £ 95%; P 72.4°. @messung: 0.1 mm.
3. Mai 1933. 7:: Warmer, fast windstiller, klarer Morgen. SE 1. Einzelne
Cu im E, darüber leichter Cist-Schleier, Taufall, alle Gräser, Blätter usw. sind
naß. Schwacher =, t; 26.7°; tmax 31.2°; tmin 23.5°; 190%; P 73.6°. Gegen Mittag
wird der erste Donner im SE hörbar. Cu und ausgeprägte Cunb wachsen von
NE bzw. SE herauf und bedecken bis 14h 6/,„ des Himmels, t, 30.5°; f 71%;
P 76.8°; WSW 3. Um 15h hängen über der anderen Flußseite riesige, hoch auf-
getürmte Cunb. Es ist auflaufendes Wasser, Auf dem gegenüberliegenden Ufer
setzt ein heftiges Gewitter ein, dessen graue Regenwand das andere Ufer völlig
verdeckt. Um 16h ist Stauwasser. Die ersten Nb schieben sich bis zu uns herüber,
und es setzt leiser Regen ein. Um 17%% bringen starke Böen das Gewitter über
den Fluß?). Ein gewaltiger @guß, von außergewöhnlich starken elektrischen
Entladungen begleitet, hält eine Stunde lang an. Das !% zieht um 18% nach N
ab; der Regen hört langsam auf, 21b: Starkes < in N und S. t; 24.4°; £93%;
P 67.0°; SW-Wind 2; @messung: 95.4 mm.
Charakteristische meteorologische Merkmale für die große Regenzeit
(Februar bis Mai) sind: vorherrschende Cunb-Bildung von 12h ab mit starker
Gewitterneigung; die höchsten Maximum-Temperaturen des Jahres; der Monat
Mai erreicht mit über 18 % der mittleren Jahresregenmenge den Höchstwert im
jährlichen Gange des Niederschlages. Max Breuel.
1 Wegen der Lage von Upuaino s. Ann, d, Hydr. usw. 1934, 8. 215. — ?) Über die Einwirkung
von Gewässern auf Gewitter siehe u, a. W. Witte: Beeinflussung der Gewitterzugrichtung durch
Teiche. Ann. Hydr. 1933, S. 128, wo auch weitere Lit.-Angaben.,