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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

252 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1934. 
östlicher Richtung in Nähe der Station befindlichen vulkanischen Sanden dar. 
Abb. 5 zeigt links den untersten flach auslaufenden Teil des Abhanges vom 
Eierberg und davor die Süßwasseransammlung. An einzelnen Stellen des Bildes 
ragt aus der Bedeckung durch die vulkanischen Sande Lava heraus. Die vul- 
kanischen Sande selbst, die schwarz, schwarzgrau bis hellgrau gefärbt sind, 
zeigen eine auf der Abbildung gut zu erkennende Musterung, die nicht nur in 
Jjer Mitte rings um die hellste, etwa 5 m im Längsdurchmesser betragende Stelle 
hervortritt, sondern auf der ganzen Fläche der Sande bis zum Hintergrunde 
des Bildes hin. Die gleiche Erscheinung ist auf den folgenden beiden Auf- 
nahmen zu erkennen, welche im Norden und Nordosten von der Station gelegene 
Sandflächen darstellen. Ob diese Erscheinung von der Wirkung des Wassers, 
des Windes oder vom Bodenfroste herrührt, ist unbekannt. Da sie selbst 
erfahrenen Morphologen, denen ich die Bilder zeigte, nicht bekannt ist, erschien 
es mir angebracht, die Aufnahmen zu veröffentlichen und dadurch vielleicht zu 
weiterer Untersuchung anzuregen. Der Frage, wie weit sich diese Erscheinung 
in die Tiefe fortsetzt, konnte leider aus Zeitmangel nicht nachgegangen werden. 
Auf Abb, 6 sieht man rechts die Höhe 313 mit der auf der österreichischen 
Kartel) angegebenen tiefen Runse, auf Abb. 7 das unmittelbar Östlich davon 
gelegene Gebiet mit dem jetzt wolkenfreien Vogt-Krater, Die auf Abb, 8 sicht- 
bare Anhöhe ist mitten zwischen Höhe 313 und dem Vogt-Krater gelegen; der 
kleine Berg zeigt lebhafte rötliche und gelbliche Färbung und dazwischen dort 
grüne Flecke, wo Moose und Flechten festen Fuß gefaßt haben; im Hintergrunde 
sind Schneereste zu erkennen. Abb. 9 zeigt die z. T. phantastischen Formen 
der erstarrten Lava. Der Beerenberg war während des Landaufenthaltes leider 
gänzlich durch Wolken verhüllt. Erst während der Weiterfahrt wurde am 
Abend der Gipfel von Norden her mehrfach für wenige Minuten sichtbar. Als 
Höhe des Beerenberges hat die Österreichische Polarstation 1882/83 2548 m 
festgestellt; nachdem Mercanton und Wordie 1921 genügend Anhaltspunkte 
gefunden hatten, die Genauigkeit der Messung anzuzweifeln, führte der erstere 
1929 eine neue Höhenbestimmung durch, er fand 2274 +83 m?®), Durch eine 
ebenfalls 1929 durchgeführte Bestimmung von J. Kjollesdal wurden 2267 m 
gefunden?), so daß also mit Sicherheit zu sagen ist, daß die ältere Bestimmung 
um etwa 275 m zu hoch ist. Rund 2270 m wird man jetzt als den wahr- 
scheinlichsten Wert für die Höhe des Beerenberges bezeichnen müssen). 
Atmosphärische Zirkulation 
auf der nördlichen Halbkugel im Lichte der Turbulenzvorstellungen. 
Von Heinz Lettau, Leipzig. 
(Hierzu Tafel 27 mit Karten 1 bis 3.) 
Mit der Veröffentlichung der „Karten der atmosphärischen Zirkulation auf 
der nördlichen Halbkugel“, die neben den Temperaturanomalien das Druckfeld 
über der ganzen Nordhalbkugel synoptisch für jeden Tag eines das volle erste 
Viertel des Jahres 1910 umfassenden Zeitraumes enthalten, schuf dankenswerter- 
weise F. M. Exner®) eine vielseitig ausbaufähige Grundlage zur Untersuchung 
von Fragen der allgemeinen Zirkulation. Daß die dort verwendeten meteorolo- 
gischen Beobachtungen nahezu ein Vierteljahrhundert zurückliegen, darf keines- 
; Haa 0. — 2) P.L. Mercanton, La vraie altitude du Beerenberg de Jan Mayen, Annales 
hydrographiques, 3e s6rie, 10, 1930. Paris 1931, 8. 58—65. Vgl. auch Arktis IIL, Gotha 1930, 
$. 72—74. — 3) Jan Mayen, en oversikt over vens natur, historie og betydning utarbeidet av Norges 
Svalbard. og Ishavsundersokelser, Norsk Geografisk Tidsskrift, Bind II, Hefte 7, 1929, S. 413. — 
‘) Abbildungen des Beerenberges sind enthalten in vorgenannter Veröffentlichung sowie in: J. M, 
Wordie, Jan Mayen Island. Geogr. Journ,, London, LIX., 1922, S. 180ff, H. Mohn, Geografi og 
saturhistorie in: Den Norske Nordhavs-Expedition 1576—1878, I. Bind, Christiania 1882, Vgl. auch: 
Marineleitung, Handbuch für Island, die Färöer und Jan Mayen. Vierte Auflage, Berlin 1934, 
83. 400 und 402. 
5) F. M. Exner, Karten der atmosphärischen Zirkulation auf der nördlichen Halbkugel. Wien 1929,
	        
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