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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1934
der mittlere Springtidenhub der halbtägigen Fezeit zu
2 [Hy + His] = 2 [10.569 +4: 0.082) + (0.290 + 0.074)] = 2 + (0,859 - 0.110)
= 1.718 dm + 0.220 dm
und das Verhältnis der eintägigen Gezeiten zu den halbtägigen zu
Hz + Ho): Har, + Ho) = (0.402 4 0.093): (0.859 + 0.110)
= 0.468 ++ 0.123.
Aus den Werten für die Phasen xx,, %s„ Xx,, %o, Und ihren mittleren Fehlern
ergeben sich
die Springverspätung der halbtägigen Gezeit zu
(%o.— ag): 1.016° = [(251.9° + 14.5°) — (189.0° 4 8.2°)] - 0.984
= 61,91 - 16.41 == 2d 13,0h + 16,4h
und die Springverspältung der eintägigen Gezett zu
(%p,— Mg): 1.0989 = [(54.1° 4: 18.3°) — (276.5° 4 32,5°)] - 0.911
= 125.4h + 32.0h = 5d5.4h + 14 8,0h,
Hiernach zeigen also auch die Beobachtungen von Hesselö, daß in der Zeit
vom 12, bis 17. August 1931 eine Springverspätung und nicht eine Spring-
verfrühung vorhanden war. Ob diese Abweichung von der bisherigen An-
nahme nur darin begründet liegt, daß die Dauer der Beobachtungen zu gering
ist, um die beiden Tiden M, und S, genügend sicher voneinander zu trennen,
muß einer späteren Untersuchung vorbehalten bleiben.
Der Vergleich zwischen den mittleren Fehlern der Ergebnisse auf der Anker-
station und von Hesselö — Spalte (3), (5), (7), (9) der Tabelle 21 und Spalte (5)
der Tabelle 27 — zeigt weiterhin, daß die mittleren Fehler der erhaltenen
Werte für Hesselö größer herauskommen als für die Ankerstation. Dies dürfte
gleichzeitig ein Beweis dafür sein, daß die mit dem Hochseepegel erhaltenen
Beobachtungen nicht schlechter sein können als die Beobachtungen am Latten-
pegel auf Hesselö.
Ein Besuch auf der Insel Jan Mayen im August 1933.
Von Bruno Schulz, Hamburg, Deutsche Seewarte.
(Hierzu Tafel 25 und 26.)
Auf der Fahrt des Vermessungsschiffes „Meteor“ nach den Gewässern zwischen
Grönland, Jan Mayen und Island vom 7. August bis 23, September 19331) ergab
sich am 22. August Gelegenheit, der Insel Jan Mayen einen kurzen Besuch ab-
zustatten. Durch zuerst schon am Tage vorher aus 100 Sm Entfernung und
später nochmals aus größerer Nähe eingeholte drahtlos-telephonische Erkundung
wurde von der Besatzung der Funkstation erfahren, daß die Landeverhältnisse
in der Jameson-Bucht günstig waren; daher wurde diese Bucht angelaufen und
dort in der Nähe der Station gelandet. Mit Rücksicht auf das für die Fahrt
vorgesehene Arbeitsprogramm und außerdem, um das gerade herrschende ruhige
Wetter möglichst für die ozeanographischen Arbeiten auszunutzen, konnte der
Landaufenthalt leider nur kurz sein; er dauerte (die Zeit für Ein- und Aus-
booten abgerechnet) von 9 bis 14 Uhr, also 5 Stunden. Während dieser Zeit wurden
die auf Jan Mayen seit 1921 bestehende, mit drei Mann besetzte norwegische
meteorologische und Funkstation und ebenfalls die Gebäude der nah benachbarten
österreichischen Polarstation 1932/33 besichtigt; die letzteren waren von ihren
Bewohnern bereits verlassen, Weiterhin wurde der Eierberg bestiegen und die
nächste Umgebung der Station begangen, soweit es die zur Verfügung stehende
Zeit zuließ (vgl. Figur). Hierbei wurden vom Verfasser photographische Auf-
nahmen gewonnen, von denen einige auf Tafel 25 und 26 wiedergegeben sind.
Abb. 1 zeigt den Eierberg von NOzO gesehen?), ganz links liegt die meteo-
1) Vgl. ds. Zeitschrift 62, 1934, S, 24—26. — ?) Die Höhe des Eierberges wurde 1882/83
zu 183 m bestimmt, dieser Wert ist auch auf den Deutschen Admiralitätskarten angegeben. Mer-
canton stellte 1929 als Höhe des höchsten Punktes 203 m fest (Annales hydrographiques, 3% serie,
10, 1930. Paris 1931, p. 64). )