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Full text: 62, 1934

332 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1934, 
Ebenso muß man erwarten ein wichtiges Vertiefungsgebiet der barometrischen 
Minima auf dem relativ warmen gemäßigten Westkanadischen Meer (Markus 1930) 
und der nordpazifischen Polarfront entlang zu finden, was die vorhandenen 
synoptischen Karten des Stillen Ozeans zu bestätigen scheinen, 
Wenn wir nun die Frage stellen, warum die Vertiefung der Zyklonen haupt- 
sächlich in den kalten Monaten beobachtet wird, so sehen wir folgendes, — Im 
Winter dringt das von Süden kommende warme Wasser des Golfstromes weit 
anter die kalte Luft der nördlichen Breiten vor. Im Sommer ist die Luft auf 
der nördlichen Halbkugel stark erwärmt und ihre Temperatur weicht nur wenig 
von der Temperatur des Meereswassers ab. Wir stellen also hier in den 
Wintermonaten einen bedeutenden Wärmeüberschuß des Wassers im 
Vergleich zur Luft fest (Schott 1929, S. 30). Nach Shaw (Shaw 1926, Karten) 
gibt es hier zwei Zentren, wo Wasser gegen die Luft besonders stark erwärmt 
ist. Das ausgeprägteste Zentrum liegt südwestlich von Island, nicht weit von 
Amerika, und sein Wasser ist fast das ganze Jahr (September—Mai) um 1—5° 
wärmer als die Luft. Es ist weiter bemerkenswert, daß in den genannten 
Zentren gleichzeitig Stürme häufig vorkommen (Köppen 1928, S. 259) und daß 
die nordamerikanischen Zyklonen beim Übergang auf das Meer gewöhnlich sich 
in der Richtung von Neu-Fundland, d.h. des Gebietes bewegen, wo der Tempe- 
raturüberschuß des Meereswassers über die Luft sein Maximum zeigt. 
So wird die Vertiefung der barometrischen Minima im Gebiete des West- 
europäischen Meeres durch den Wärmeüberschuß des Meereswassers verursacht. 
Besonders rasch vertiefen sich die Zyklonen an der ozeanischen Polarfront, beim 
Übergang aus dem Gebiete des wenig erwärmten Wassers des Labradorstromes 
ins Gebiet des stark erwärmten Wassers des Golfstromes. Die Vertiefung der 
Minima findet gewöhnlich in den kalten Monaten statt, denn im Winter übt das 
stärker als die Luft erwärmte Meereswasser einen bedeutenderen Einfluß auf die 
Luft aus als im Sommer. 
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