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Full text: 62, 1934

296 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1934. 
Westeuropäischen Meer und wandern dann nach Europa oder der Barentssee, 
wo sie allmählich absterben. Einige Zyklonen bilden die Fortsetzung west- 
indischer Huricane oder entstehen auf dem Westeuropäischen Meer selbst, wo 
sie einige Zeit wandern (765 mm, 23. II. 31) und später verschwinden, Nicht 
immer bewegen sich die Zyklonen von Westen nach Osten. Es gibt sogar 
Minima, die auf dem Westeuropäischen Meer umherirrend sich in ganz ver- 
schiedenen Richtungen bewegen (940 mb, 14. I. 38). Doch gibt es im Gebiet 
des Westeuropäischen Meeres zwei Hauptrichtungen der Zugbahnen barome- 
srischer Minima — eine westöstliche und eine südnördliche, Der größte 
Teil der Zyklonen wandert von Nordamerika oder von dem südwestlichen Teile 
des Westeuropäischen Meeres nach Osten oder Nordosten, Andere Minima be- 
wegen sich vom Südwesten des Westeuropäischen Meeres nach der Richtung 
von Grönland (980 mb, 11. I 31), wo sie absterben oder später sich nach Osten 
kehren. 
Die barometrischen Minima vertiefen sich bei ihrer Wanderung ein- oder 
mehreremal. So vertiefen sich die über den Nordatlantik wandernden 
Zyklonen außer auf dem Westeuropäischen Meer oft in der Umgebung der 
Baffin-Insel und der Östsee, 
Ebenso kann dasselbe Mini- 
mum sich zwei oder dreimal 
auf dem einen Westeuropäi- 
schen Meer vertiefen. 
Bei der Vertiefung der Zy- 
klonen lenkt unsere Aufmerk- 
samkeit das Zusammen- 
fließen der barometrischen 
Minima auf sich. Wie Loris- 
Melikof und Sinjagin gezeigt 
haben (Loris-Melikof und Sin- 
jagin 1929—30, S. 133), ent- 
steht bei der Vereinigung 
zweier Zyklonen ein baro- 
metrisches Minimum, dessen Luftmassendefizit der Summe der Defizite einer jeden 
Zyklonenkomponente gleich ist. Auf dem Kartogramm 2 sind zwei barometrische 
Minima dargestellt, die in Nordamerika entstehen, in der Umgebung von Island 
zusammenfließen und ein sehr tiefes Minimum bilden (710 mm), das später von 
neuem in zwei selbständige Minima zerfällt. Ebenso entstehen durch Vereinigung 
zweier oder vieler barometrischer Minima sehr tiefe Zyklonen am 13. I. 32 
(705 mm), am 16. XIL 32 (715 mm), am 31. XIL 32 (710 mm) usw, Bei ihrer 
Vereinigung nähern sich die Minima einander und bilden zwei- oder vielzentrige 
Zyklonen oder fließen endgültig zusammen (705 mm, 14. I. 32). 
Außer den das Westeuropäische Meer durchquerenden Minima werden 
Zyklonen konstatiert, die sich in ganz anderen Gebieten vertiefen (740 mm, 
63° N, 55° O1), 17. XI. 32, Ural; 740 mm, 63° N, 74° W, 27. IL 32, Hudsonstraße). 
Nach der Untersuchung der Kartogramme aller im Jahre 1932 beobachteten 
Zyklonen wurde das Kartogramm 3 zusammengestellt. Auf diesem Kartogramm 
sind diejenigen Orte aufgetragen, wo die Minima bei der Vertiefung ihre größte 
Tiefe erreichten. Dabei sind hier nur diejenigen Minima in Betracht gezogen, 
die wenigstens den Druck von 740 mm erreicht hatten, Die „tiefsten Zentren“ 
wurden in drei Gruppen — von mehr als 725 mm, von 720—725 mm und von 
weniger als 720 mm — eingeteilt. 
Auf dem Kartogramm 3 tritt das Westeuropäische Meer als das Haupt- 
gebiet der Vertiefung von barometrischen Minima hervor, Ein anderes Ver- 
tiefungsgebiet nimmt die Umgebung der Baffin-Insel ein. Doch sind für das 
Westeuropäische Meer sehr tiefe Minima von weniger als 720 mm, ja sogar bis 
700 mm (Kartogramm 1) charakteristisch, während in dem Baffin-Gebiet nur 
{lachere Zyklonen beobachtet werden. 
5 Geographische Koordinaten des entspechenden Ortes,
	        
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