Neuere Veröffentlichungen.
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zestellt werden, Unmittelbar aus der Praxis des
Flugwetterdienstes erwachsen, wendet sich das
kleine Buch an die Praxis der Fliegerei. Die wich-
tigsten meteorologischen Erscheinungen, die für
den Flieger von Bedeutung sind, werden in kurzer
leicht faßlicher Darstellung behandelt. Abschnitte.
wie die über das Wetter bei Nacht und über die
Sicht, enthalten mancherlei wertvolle Erfahrungen
des Verfassers, H. Seilkopf.
Theodor Vater: Morphologische und genetische
Untersuchung einiger Meerengen. Mitt. Geogr
Ges. für Thüringen in Jena. XL. Jena 1933, 28 8
Die Veröffentlichung enthält einen Teil einer
1933 in Jena erschienenen geographischen Disser
tation und zwar die Behandlung der Dänischen
Meerengen (Kattegat, Belte und Sund), der Straße
von Dover und des Bosporus. Für die beiden erst-
genannten Meerengen sind Tiefenkarten mit Iso
bathen neu gezeichnet worden. Die Morphologie
und Entstehung dieser drei Straßen ist dargestellt
unter Kkritischer Benutzung der Literatur, dabei
wurde eine Synthese der vorhandenen Ansichten
versucht und gegen einzelne Stellung genommen,
insbesondere gegen die von W.Penck über die
Entstehung des Bosporus. B. Schulz.
A. Barneck: Die Grundlagen unserer Zeitrechnung,
2. Aufl., 49 8., 9 Fig. Verlag B. G. Teubner,
Leipzig, Berlin, Math.-Phys. Bibl. Bd, 29
Preis 1.08 RM.
Aufbauend auf die jedem Laien mögliche Beob-
achtung der himmlischen Vorgänge bringt dieses
kleine Bändchen in kurzer aber durchaus allgemein-
verständlicher Form die Erklärung der Sternzeit,
der Sonnenzeit und der bürgerlichen Zeit sowie die
Zusammenhänge zwischen ihnen. An Hand vieler
Beispiele aus dem täglichen Leben werden die Er-
scheinungen der Jahreszeiten, der Tageslängen und
der Sonnenauf- und -untergävge für nördliche und
südliche Gebiete der Erdkugel ausführlich erläutert.
E. Lange,
Wortes „im Eis vergraben“ und dabei nicht nur
das Leben zu fristen, sondern auch mit Erfolg
regelmäßigen wissenschaftlichen Beobachtungen
obzuliegen, das erforderte eine körperliche und
seelische Spannkraft ungewöhnlichen Ausmaßes!
Daher erwecken die Erlebnisse der Station „Kis-
mitte“ der letzten Grönland- Expedition Alfred
Wegener ein über das Wissenschaftliche hinaus-
gehendes rein menschliches Interesse. Wenn wir
auch durch das von Alfred Wegeners Witwe heraus-
gegebene Reisewerk über die Schicksale der einzelnen
Teile der Expedition gut unterrichtet sind, so
bildet doch das nun vorliegende Buch dazu eine
willkommene wertvolle Ergänzung. Es enthält
die in Briefen an die Frau des Verfassers nieder-
gelegten Eindrücke während des Aufenthaltes in
„Eismitte“, Wir erleben in ihnen die unmittelbar
unter dem Einfluß der vielen kleinen und großen
Schwierigkeiten, Nöte und Sorgen entstandenen
Stimmungen wieder und können daraus wenigstens
eine Vorstellung gewinnen von der seelischen
Widerstandskraft, die zum Durchhalten erforderlich
war, besonders als Georgi zum letzten Mal allein
zurückblieb und bereits kein Zweifel mehr bestehen
konnte, daß der Expeditionsführer auf dem Inland-
eise sein Ende gefunden haben mußte. Es läßt
sich die Bedeutung des Werkes kaum besser
charakterisieren, als es von Ejnar Mikkelsen
am Schluß seines für das Buch geschriebenen
Vorwortes geschehen ist: „Es ist ein menschliches
Dokument von Rang, das bis zu späten Zeiten
den kommenden Geschlechtern zeigen wird, was
deutsche Wissenschaftler sich zumuten, um ihrer
wissenschaftlichen Berufung zu folgen und um
ihrem Vaterlande Ehre zu machen.“ Zahlreiche
ausgezeichnete Bilder, darunter zwei große Pano-
ramen aus dem Küstengebiet in 71.1 N-Br., die
fast alle nach Aufnahmen des Verfassers gemacht
worden sind, sowie eine von F. Loewe gezeichnete
Karte von Grönland mit Angabe der bisher durch-
geführten Inlandreisen unterstützen die Anschauung,
Bruna Schulz.
L. W. Pollak und W. Gerlich, Prag: Lichtelek-
trische Sichtmessungen. I. Gerlands Beitr. z.
Geophysik, Bd. 35, H. 1, 1932: 1: 1, cit., Bd, 37.
H. 2/3, 1932.
Verf. stellten sich zur Aufgabe, erstens zur
genauen Kontrolle der Trübung der im Wigandschen
Sichtmesser benutzten Filtergläser eine auf licht-
elektrischer Grundlage arbeitende einfache Apparatur
zu schaffen, und zweitens, zwecks Beseitigung sub-
jektiver Fehler das Auge durch eine solche zu er-
setzen. Es wird hier zunächst über die Konstruktion
einer lichtelektrischen Apparatur unter Benutzung
der neuen Tungsram-Lichtelemente (Kupfer-Oxydul-
Zellen) sowie von Verstärkeranlagen, weiter über
deren eingehende Prüfung (Temperaturabhängigkeit
einer der benutzten Sperrschicht-Photo-Zellen) be-
richtet, und zum Schluß über die lichtelektrische
Prüfung von zwei Wigandschen Stufensichtmessern
and eines Original-Goldberg-Keils der Ica. Ge-
naueres muß aus der wertvollen Arbeit ersehen
werden. Chr. Jensen.
Johannes Georgi: Im Eis vergraben, Krleb-
nisse auf Station „Kismitte“ der letzten
Grönland - Expedition Alfred Wegeners.
Verlag des Blodigschen Alpenkalenders Pau:
Müller, München 1933. Preis geb. 3,50 RM.
Über ein Jahr auf dem grönländischen Inland-
eis auszuharren, davon vier Monate allein, unter
primitivsten Verhältnisge, im wahrsten Sinne des
Dr. O0. Fulst im Verein mit Dr. H. Meldau
und O. Steppes; Nautische Tafeln, Fünfzehnte
Auflage von Arthur Breusings Nautischen
Tafeln. Bremen 1934, G. Winters Buch-
handlung Franz Quelle Nachf, Preis 13.50 RM.
Breusings Nautische Tafeln sind in nautischen
Kreisen, sowohl im Lehrbetrieb der Seefahrtschulen
als auch an Bord, sehr gut bekannt. Die Tat-
sache, daß im Jahre 1934 die fünfzehnte Auflage
verlegt werden konnte, ist ein Beweis für die Be-
liebtheit und Brauchbarkeit dieser Tafeln. Wenn
man an Neuauflagen von Nautischen Tafeln die
berechtigte Forderung stellen kann, daß sie die
fortschrittliche Entwicklung der nautischen Wissen-
schaften wiederspiegeln sollen, so kann von Breu-
sings Nautischen Tafeln gesagt werden, daß sie
diese Forderung unter Berücksichtigung der Zeit-
umstände erfüllen. ,
Nimmt man die fünfte, von Breusing selbst
herausgegebene Auflage zur Hand, so findet man
Tafeln: „Breite und Länge und Hafenzeit wichtiger
Orte“, Die Entwicklung der Gezeitenkunde hat
solche Zusammenstellungen aus den Nautischen
Tafelsammlungen verschwinden lassen. Ebenfalls
sind aus den heutigen „Nautischen Tafeln“, nach-
dem im „Nautischen Jahrbuch“ seit 1925 die
Monddistanzen fortgefallen sind, auch die zur Be-
rechnung von Monddistanzen dienenden verschie-
denen Tafeln verschwunden.