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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Kleinere Mitteilungen. 
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Auch darin dürfte ein Gegensatz wohl kaum zu erblicken sein, daß ich die 
Erreichung einer Ruhestellung der Libellenblase auf das Stoppen bzw. Bremsen 
der Beschleunigung durch entsprechende Gegenbewegung des Instruments zurück- 
führe, während Herr Dr. Harms sagt: „Die Blase steht auch, wenn man die 
Horizontalbeschleunigung des Instruments für kurze Zeit durch Zusatzbewegung 
zu einem konstanten Wert ergänzt.“ 
Den Ausführungen bezüglich des Einflusses des Scheinlotes bzw. der Be- 
schleunigung auf die Güte der Beobachtungen ist durchaus zuzustimmen. Je 
stärker die Schiffsbewegung desto größer die Beschleunigung und um so kleiner 
scheint im allgemeinen der Einfluß zusätzlicher Instrumentbewegung, daher die 
längere Einseitigkeit der Beobachtungsreihen. Bei geringer Schiffsbewegung 
dürfte es sich gerade umgekehrt verhalten. Es kann dann nicht mehr mit einem 
auch nur einigermaßen regelmäßigen Erfassen der „Umkehrpunkte“ gerechnet 
werden. Damit entfällt aber auch die Anwendbarkeit der von Herrn Dr. Harms 
im vorletzten Absatz entwickelten — aber noch nicht ausprobierten — Beob- 
achtungstechnik, die doch im wesentlichen auf dem möglichst unbeeinflußten 
Erfassen der Umkehrpunkte aufgebaut ist, Sie scheint mir danach nur bei fest- 
gestelltem Instrument anwendbar, wenn die vollkommen unkontrollierbaren Ein- 
flüsse der zusätzlichen Instrumentbewegung ausgeschaltet sind, Jedenfalls ist 
aber die Theorie von den spiegelbildlich zu beiden Seiten der wahren Höhen- 
kurve liegenden Beobachtungsreihen interessant genug, um einmal praktisch aus- 
probiert zu werden. 
Je geringer aber die Schiffsbewegung und damit die Beschleunigung um so 
weniger wird, wie gesagt, das Erfassen der Umkehrpunkte glücken, gerade dann 
soll aber die von mir vorgeschlagene Technik der Auswertung angewandt werden, 
also wenn von vornherein damit gerechnet werden kann, daß die Einzelwerte 
in der Nähe der wahren Höhenkurve liegen. Herrn Dr. Harms sind anscheinend 
meine diesbezüglichen recht eindringlichen Vorbehalte auf S. 257/58 entgangen, 
denn sonst hätte er bei der Probe der Anwendbarkeit meiner Methode die wetter- 
unbegünstigten Reihen ausgeschieden. Er hätte dann wohl kaum zu dem Schluß 
kommen können, daß nach der von mir vorgeschlagenen Technik „große Fehler 
hineinkorrigiert“ werden. 
Was schließlich die Flugzeugbeobachtungen anbelangt, so ist zugegeben, daß 
hier statt der durch Schlinger- und Stampfbewegungen hevorgerufenen andere 
Beschleunigungseinflüsse auftreten. Wenn man aber berücksichtigt, daß im Flug- 
zeug der Libellensextant wohl hauptsächlich zur „Reisenavigation“ und nicht zur 
Ortung kurz vor der Landung benutzt werden dürfte, während man auf dem 
Seeschiff dieses Instrument gerade bei unsichtigem Wetter in „kniffligen‘“ Lagen 
gebrauchen müßte, so kann wohl im allgemeinen von einer besseren Verwendungs- 
möglichkeit im Flugzeug gesprochen werden. 
Ich bedauere sehr, daß Herr Dr. Harms mich nicht von seinem Vorhaben 
in Kenntnis gesetzt hat, ich hätte ihm gern noch die restlichen 75% meines 
Beobachtungsmaterials zur Verfügung gestellt, was der Untersuchung sicherlich 
in manchen Punkten zum Vorteil gereicht hätte, zumal die von mir veröffent- 
lichten Beobachtungsreihen, wie schon eingangs erwähnt, nach anderen Gesichts- 
punkten ausgesucht wurden. Dr. Herbert Michler 
5. Das aschgraue Mondlicht im Jahre 1933. In Fortsetzung der Mit- 
teilung im Juli-Heft 1932 der Ann. d. Hydr.!) gebe ich in der folgenden Tabelle 
67 Helligkeitsschätzungen des aschgrauen Mondlichtes (10 Morgen-, 57 Abend- 
beobachtungen) von 28 Tagen des Jahres 1933 bekannt. Die Helligkeit ist nach 
der Skala von Plassmann?) angegeben. Beobachtungsort ist, wo nicht aus- 
drücklich etwas anderes vermerkt ist, Halle a. d. Saale, Tag und Zeit sind bürger- 
lich gezählt. 
}) 8.21%. — ?) In G. v. Neumayer: Anleit. z, wiss. Beob. auf Reisen, 3. Aufl., Hannover 1906. 
[., 8. 682/683.
	        
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