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Full text: 62, 1934

Kleinere Mitteilungen. 
21€ 
Kleinere Mitteilungen. 
i. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 19: Seeverkehrsweg: 
Golf von Aden. Ein Tag im Januar im Bereich der Straße Bab el- 
Mandeb. Nach dem „Handbuch für das Rote Meer und den Golf von Aden“!) 
beträgt die mittlere Anzahl der Regentage in Aden im Monat Januar 0.9. Einen 
Teil eines solchen Tages erleben wir auf unserer Fahrt ostwärts an der Südküste 
Arabiens zwischen Perim und Aden. Während der ganzen Fahrt durch das Rote 
Meer hat bei Cu-Bewölkung NNW-Wind in Stärke 4 bis 6 geweht. 
Am 24. Januar 1934 morgens 4%b wird Perim passiert. Wind NNW 3—4, 
t; 24.2°% tw 24.2°. Bewölkung: im NW St, im Zenit klar. Von NE bis SE steht 
eine dunkle Wolkenbank: im NE 30°, im ESE 5° hoch. Über der niedrigen 
Wolkenbank ist ein auffallend helles, bis 40° Höhe reichendes Zodiakallicht 
zu sehen, 
Als es Tag wird, bemerken wir, dicht an der Südküste Arabiens entlang 
fahrend, im NE über dem 829 m hohen Djebel Churruz eine im Begriffe der 
Entladung sich befindende gewaltige Cunb-Wolke, so daß das ganze Gebirge 
eingehüllt wird. Im N, weiter landeinwärts, steht eine Kette von niedrigen, ost- 
wärts ziehenden Nb-Wolken, die anscheinend mit dem großen Cunb in Verbindung 
treten. Die Wolkenbank im E, die ebenfalls mit dem Cunb über dem Djebel 
Churruz Fühlung hat, nähert sich regnend und erreicht uns um 8b, Bis kurz 
vor diesem Zeitpunkt ist der Wind NW-lich gewesen, Stärke 3 bis 2, Um 8% 
dagegen weht der Wind in Stärke 2 bis 3 aus E. Die Wolken über uns ziehen 
genau nach W. Es setzt ein Regenguß mit schweren großen Tropfen ein, der 
eine halbe Stunde anhält und die Sicht bis auf 1—2 Sm verringert. Nach dem 
Aufhören des Regens zeigt sich im E viel St-Gewölk von ausgesprochen 
nordischem Charakter mit einzelnen leichten © böen. Über dem Djebel Churruz 
steht noch die gewaltige Regenwolke, 
Mittags sind wir auf 12° 24’N und 44° 53’E, 20 Sm südlich von Aden, Wind 
ENE 3, t; 25.5°; über uns Steu. Im NW über Land liegen noch Regenwolken, im 
S, etwa 10 Sm ab, erkennt man noch eine Regenbö. Im E dagegen klart es 
ganz auf, und um 16b ist der Himmel fast wolkenlos. Nur im WNW, wo die 
Berge Adens verschwinden, steht eine niedrige dunkle Wolkenbank, aus der ein 
einzelner Cu-Turm herausragt, Wind: unverändert E 3 bis 4, t,25.0°. 
Bei Sonnenuntergang ist nicht eine einzige Wolke am Himmel, und es ist 
außerordentlich klare Luft. Wind: E 3 bis 4. 
Die Sonne geht hinter einer scharfen Kimm unter. In den letzten drei 
Sekunden vor ihrem gänzlichen Verschwinden zeigt sie ein prächtiges Grün 
(mit bläulichem Schimmer), den „grünen Strahl“. 
Noch nie habe ich die Straße Bab el-Mandeb als eine so scharfe Windscheide 
erlebt, wie auf dieser Reise. Von Gibraltar bis Bab el-Mandeb hatten wir nur 
nw-lichen Wind. Der Wind sprang in einigen Minuten um und blieb dann 
östlich bis weit in den Indischen Ozean hinein, 
Die Witterungsschilderung wurde verfaßt auf Anregung von Herrn Dr. 
Semmelhack, Deutsche Seewarte. Gustav Schröder, 
I. Offizier der Hamburg-Amerika Linie. 
2, Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 20: Spanisch-Guinea. — 
Aus der Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen See- 
warte, — Verlauf eines Tages der kleinen Trocken- (Harmattan-Zeit) 
in Upuafio am Rio Benito: 29. Dezember 1932, 
Die meteorologische Station Upuaho (1° 37' N, 9° 36.5 E) liegt am Nordufer der Rio Benito- 
Mündung, die mit fast 4 km Breite die Station von dem in SSE-Richtung liegenden Ort Rio Benito 
trennt. Die Beobachtungswarte wurde auf einer alten, etwa 6 m hohen Strandterrasse errichtet, 60 m 
vom heutigen Strande entfernt. Das Gelände ist flach; 500 m landeinwärts beginnt der Busch. Der 
Fluß kommt von E und wird in etwa 30 km Entfernung von seiner Mündung in NE, E und SE 
von 100 bis 300 m hohen Bergzügen in weitgespanntem Bogen eingerahmt, 
‘') Herausg, v. d. Marineleitung. 2. Aufl., Berlin 1926, S. 13.
	        
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