Jahresbericht Nr. 21 /1 966
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Gebiete bearbeitet, die für die deutsche Handelsschiffahrt von größerem
Interesse sind.
Seit seiner Gründung bemüht sich das DHI, mit seinen Veröffentlichungen
in einem innigen Zusammenhang mit der Praxis zu bleiben. Dabei hat sich
besonders eine Einrichtung bewährt: Der Ausschuß des Seeverkehrsbeirats
für die Angelegenheiten des DHI. In diesem Ausschuß sind Fachleute aus
Behörden, Verbänden, Seefahrtschulen und amtlichen Vertriebsstellen ver
treten, die alle mit der Schiffahrt und der Fischerei lebendigen Kontakt
haben. Ihre Kenntnis von den Erfordernissen der Praxis hat auch dem See
kartenwerk viele Fingerzeige gegeben und manche Fehlinvestition vermieden.
Immer wieder wird an das DHI der Wunsch herangetragen, das deutsche See
kartenwerk zu erweitern. So ergab sich bei einer Besprechung mit den Ver
tretern der Großreedereien, daß deutsche Übersichtskarten für die Fahrt
nach Australien erwünscht sind. Das DHI gab darauf die Seekarten
D 554 "Japanisches Meer, südlicher Teil, und Ostchinesisches Meer",
D 555'"Philippinen" und
D 557 "Australien, Nordküste, Ostindischer Archipel, östlicher Teil,
und Neuguinea, westlicher Teil"
im Maßstab 1 : 3 000 000 neu heraus, wodurch die bisher vorhandene Ducke
bis zur Nordküste Australiens geschlossen wurde. Die Herstellung weiterer
deutscher Seekarten dieses Maßstabes im Pazifischen Ozean mußte aber aus
finanziellen Gründen zurückgestellt werden.
Ein weiterer Vorschlag war die Neuherausgabe deutscher Seekarten der
Westküste Zentral- und Nordamerikas sowie der Ostküste Afrikas. Auch dieser
Wunsch mußte wegen fehlender Mittel zurückgestellt werden.
Der berechtigte Wunsch nach besseren Seekarten der Ostküste Südamerikas
und der Ostküste Westindiens konnte bisher leider nicht erfüllt werden,
weil kein besseres Grundlagenmaterial vorhanden ist. Sobald von diesen
Gebieten gute Tiefenangaben in ausreichender Dichte zur Verfügung stehen,
wird das DHI diesem Wunsch nähertreten.
Mit Recht wurde weiterhin bemängelt, daß die Zeit zwischen dem Bekannt
werden neuer Häfen bis zur Herausgabe von brauchbaren Plänen dieser Häfen
manchmal sehr lang ist. Das DHI bemüht sich, Material zu beschaffen, stößt
dabei aber bisweilen auf große Schwierigkeiten. Es hat sich in diesem
Zusammenhang gelegentlich an die Firmen gewandt, die diese Häfen gebaut
haben, und damit teilweise Erfolg gehabt. Ebenso werden Hinweise aus Ver
öffentlichungen oder aus Schiffsberichten aufgegriffen.