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Full text: 62, 1934

208 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1934, 
feuchtete Luft — etwa durch Vorschalten einer Batterie mit Wasser oder 
Schwefelsäure beschickter Wulfscher Flaschen — in das Innere des Geräts 
geblasen werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, unter Zuhilfenahme 
eines bekannt richtig anzeigenden Dosenhygrometers oder Polymeters, das im 
Inneren des Hygrographen an einer dazu vorgesehenen Vorrichtung aufgehängt 
wird, die Amplitude des Hygrographen zu überprüfen bzw, einzuregulieren, 
Eine solche Amplitudenprüfung ist aber wichtig und häufig bei all den Feuchtig- 
keitsschreibern durchzuführen, die haarschädigenden Dämpfen und Salzen aus- 
gesetzt sind, wie beispielsweise auf See, in Stallungen usf, 
Die Arretierung der Schreibfeder und Entspannung der Haare erfolgt durch 
Einlegen des Schreibarmes in eine am oberen Ende des Abhebebügels befind- 
liche Federklemme. 
Kimmtiefenmessungen auf D. „Arucas‘“ im Mai 1933 
Von Dr. Herbert Michler, ehem. Schilffsoffizier. 
(Hierzu Tafel 23.) 
Auf Veranlassung der Marineleitung habe ich auf einer Reise nach den 
Kauarischen Inseln Kimmtiefenmessungen ausgeführt, die einmal zu Vergleichs- 
zwecken für Beobachtungen mit dem Libellensextanten dienten, zum anderen 
sollten sie systematisch unter Berücksichtigung der Belange der nautischen 
Praxis auf Handelsschiffen durchgeführt werden. 
Die Marineleitung stellte für die Messungen einen Kimmtieflenmesser, System 
Pulfrich, ein Schöpfthermometer und ein Aßmannsches Aspirationspsychrometer 
zur Verfügung, während die Firma C. Plath, Hamburg, freundlicherweise einen 
Sextanten mit Kimmtiefenprisma nach Dr. Caspar auslieh. Dieses Instrument 
konnte zu den zu verwertenden Messungen infolge einer an Bord nicht zu be- 
hebenden Beschädigung leider nicht benutzt werden, es wurden lediglich einige 
methodische Beobachtungsversuche gemacht, um einen Vergleich mit dem Pulfrich- 
Instrument in bezug auf Handhabung usw. zu bekommen. 
Die instrumentellen Bedingungen beider Instrumente dürfen als bekannt vor- 
ausgesetzt werden. Das einwandfreie Arbeiten mit dem Casparschen Kimm- 
tiefenmesser erfordert eine ziemliche Übung, außerdem auch körperliche Ge- 
wandtheit; bei arbeitendem Schiff wird es geradezu schwierig. Es hat jedoch 
den großen Vorteil, daß sowohl die durch das einfache Spiegelprisma direkt 
gesehene Kimm als auch die über den großen und kleinen Instrumentspiegel 
gespiegelte rückwärtige Kimm wenig an Lichtwert verlieren; ferner kann eine 
helle blendende Kimm, insbesondere die Sonnenkimm, durch einfache Vorschal- 
tung eines der hellen Blendgläser zur Messung brauchbar abgeblendet werden. 
Sehließlich läßt sich das Instrument durch Wegklappen des Kimmtiefenprismas 
jederzeit als gewöhnlicher Sextant verwenden, 
Das Pulfrich-Instrument zeichnet sich dagegen durch seine sehr bequeme 
Handhabung aus; auch der Meßvorgang selbst ist sehr einfach, indem die über 
das ganze Bildfeld vertikal parallel sichtbaren beiden Kimmen zur Berührung 
gebracht werden. Nachteilig ist die außerordentliche Empfindlichkeit des In- 
strumentes und seine nahezu unmögliche Adjustierung an Bord. Die Abblendung 
giner zu hellen Kimm mittels der Schlitzblende beeinträchtigt die Messung 
wesentlich, da die abgeblendete Kimm nur bruchstückweise zu sehen ist. Der 
Helligkeitsunterschied der beiden Kimmbilder ist oft so erheblich, daß eine 
einwandfreie Berührung nicht mehr herbeigeführt werden kann, Um in solchen 
Fällen noch einigermaßen brauchbare Ergebnisse zu erzielen, habe ich folgendes 
Verfahren angewendet; Beide Kimmen werden in der Bildfeldmitte dicht parallel 
aneinander gebracht, so daß die schwach sichtbare Kimm neben der anderen 
noch eben zu erkennen ist (Abb. 1); dann wird das Instrument gesenkt und ge- 
hoben; die Überschneidungswinkel sind meist trotz der vorher kaum wahrnehm- 
baren Kimm gut zu erkennen (Abb. 2). Nun wird unter langsamem Heben und 
Senken die Einstellschraube so lange gedreht, bis die Scheitelpunkte der beiden
	        
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