Grundmann, W.: Ein verbesserter Haarhygrograph,
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empfiehlt sich aber im Interesse der sicheren Dauererhaltung einer in der
Praxis mit guten Haarhygrographen maximal erreichbaren durchschnittlichen
Anzeigegenauigkeit von {+ 2% rel. Feuchtigkeit, eine mindestens allvierteljährlich
— in Föngebieten häufiger — vorzunehmende gründliche Regeneration der
Meßhaare.
Einen weiteren die MeBßgenauigkeit und Einstellgeschwindigkeit beeinträch-
tigenden Faktor stellt besonders bei den in Freilandhütten und. auf Schiffen
aufgestellten Hygrographen der Staub- und Salzanflug!) dar. Besonders der
letztere kann zu Fehlern von über 30% und unter Umständen sogar zu einer
dauernden Vernichtung der Reaktionsfähigkeit der Haare führen.
Zur Erhaltung der Meßgenauigkeit der Hygrographen ist es daher erforderlich,
deren Meßhaare häufiger zu regenerieren und zu reinigen, Beides ist aber bei
den z. Zt. gebräuchlichen Haarhygrographen, besonders bei den mit Haarstrang
ausgerüsteten, oftmals nur sehr umständlich durchzuführen,
Auf meinen Vorschlag hin ist von der Firma O. Krause, Breslau, ein in der
Abbildung dargestellter Hygrograph gebaut worden, der eine mühelose und ohne
Gefahr für das Gerät durchzu-
führende Regeneration und Reini-
gung der Meßhaare gestattet und
der darüber hinaus noch einige
weitere Vorzüge besitzt.
Im Gegensatz zu der bis-
herigen Gepflogenheit wird dieses
Gerät, das dem Lambrecht-
Hygrographen in bezug auf An:
ordnung der Meßhaare (Haar-
harfe) und des UÜbertragungs:
mechanismus nachgebildet ist,
am Meßort ohne Schutzkasten
aufgestellt (siehe Abbildung),
wodurch eine einwandfreie Be-
lüftung der Meßhaare gewähr-
leistet ist. Um dennoch dem
Uhrwerk am Meßort einen ausreichenden Schutz zu geben, ist dieses in der
Trommel und durch einen Aufsatzdeckel genügend staubsicher gekapselt. Das
„Schutzgehäuse“ ist als allseitig geschlossener und vorn mit einer dicht schließenden
Glasscheibe versehener Stülpkasten ausgebildet, der mittels Reißzeugetui- Verschluß
an den beiden Schmalseiten der stabilen Leichtmetallgrundplatte des Geräts be-
festigt werden kann.
Dem Hygrographen ist eine Haarregenerier- und Waschvorrichtung bei-
gegeben, die aus einer Aluminiumtrommel besteht, in welche zur Haarregene-
ration ein mit saugfähigem Stoff (Mull) umkleideter Bronzenetzzylinder ein-
geschoben wird. An dem Deckel der Trommel ist ein in der Länge verstellbarer
und mit Federspannung versehener Galgen befestigt, in den die Harfe mit
einem einfachen Handgriff so einzuhängen ist, daß sich die Haare stets unter
einem zulässigen leichten Zug befinden. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß
die Haarharfe ohne die Gefahr einer Beschädigung mit dem Aufsetzen des
Deckels in das Rohr eingeführt werden kann und darin auch bei kräftigem
Schütteln keine schädliche Zerrung oder Drillung erfährt.
Zum Reinigen der Haare wird der innere Netzzylinder zusammen mit dem
Mull aus der Aluminiumtrommel herausgezogen, diese etwa bis zur Hälfte mit
destilliertem Wasser gefüllt und nach Einbringen der Haarharfe kräftig ge-
schüttelt. Nötigenfalls muß das Wasser mehrmals erneuert werden.
In der Grundplatte des Hygrographen befindet sich eine Durchbohrung mit
Schlauchansatzstutzen, durch die nach Aufsetzen des Stülpkastens beliebig durch-
Yy W, Grundmann: Über den Einfluß der Haarverschmutzung auf die Anzeigegenauigkeit
der Haarhygrometer. Meteorolog. Zschr. Heft 2, S, 75, 1933. — Derselbe: Uber Fehlerquellen bei
Feuchtigkeitsmessungen mit Haarhygrometern Zschr. f. Instrkde. 53, 350. 1933.