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Volltext: 62, 1934

Köppen, W.: Einfacher Weg zur Ableitung des Korrelationsfaktors, 205 
sammenhangs und Vergleichung verschiedener verwandter Verknüpfungen in 
der Tat recht dringend und können uns über seinen Mangel an mathematischer 
Exaktheit hinwegsetzen, wenn seine Ableitung einfach genug ist, um die darauf 
gewandte Zeit zu lohnen. Vorausgesetzt natürlich, daß er nicht in Fällen, die 
praktisch in Betracht kommen, irre führen kann — was nicht der Fall zu sein scheint. 
Die gebräuchliche Berechnungsweise des Korrelationsfaktors ist aber so 
zeitraubend, daß sie mit diesem Zweck einer ungefähren Orientierung durchaus 
im Mißverhältnis steht.. Es werden dafür in der Regel zuerst die Abweichungen 
der einzelnen Werte x und y beider Zahlenreihen von ihrem Mittelwert und 
dann der gesuchte Faktor r nach der Formel = bestimmt. In einem 
x2. 
der ersten Aufsätze über den Korrelationsfaktor in einer deutschen Zeitschrift!) 
habe ich die Erwartung aus- 
gesprochen, daß in der Meteo- 
rologie die einfachere und 
völlig genügend genaue gra- 
phische Methode seiner Ab- 
leitung sich einbürgern 
würde, aber ich habe diese 
zu meiner Verwunderung 
außer von mir selbst nie- 
mals angewandt gefunden, 
Diese Methode wird von 
Pearson und Yule ange- 
geben und an einem Beispiel 
erläutert. 
Wenn die beiden Größen- 
reihen in zweierlei Weise 
geordnet werden, nämlich 
einmal x. nach Stufen von y, 
ein zweites Mal y nach Stufen 
von x, und aus den jeder 
Stufe entsprechenden Werten 
des anderen Elements arith- 
metische Mittel gebildet 
werden, so findet eine „Re- 
gression“ zum allgemeinen 
Mittelwert statt und die 
Unterschiede im jeweiligen 
Kollektivgegenstand sind 
kleiner als im betreffenden Argument. Tragen wir die Werte in ein Koordinatennetz 
ein, so erhalten wir zwei Punktreihen, durch die wir, wie Fig. 1 und 2 an zwei Bei- 
spielen zeigen, nach Augenmaß je zwei Gerade legen können, die einen um so 
größeren Winkel zwischen sich lassen, je geringer die Korrelation dieser Größen 
ist. Fig, 1 gibt ein Beispiel einer sehr engen Verknüpfung — die Monatsmittel 
von Wien und Berlin weichen vom vieljährigen Mittel fast immer in derselben 
Richtung und gewöhnlich um einen sehr ähnlichen Betrag ab, die beiden Linien 
fallen deshalb fast zusammen. Dagegen ist die Korrelation im Luftdruck zwischen 
Wien und Ponta Delgada (Azoren) nur sehr lose, dessen monatliche Abweichung 
vom Normalwert liegt an beiden Orten fast ebensooft in demselben wie in ent- 
gegengesetztem Sinne, der Winkel zwischen beiden Linien nähert sich einem 
rechten; würde er 90° sein, so wäre ihr Verhalten zueinander ganz zufällig. 
Nun haben die englischen Statistiker (Pearson, Yule u.a.) gezeigt, daß 
der Korrelationsfaktor (r) sich aus den beiden Ergänzungswinkeln x und 3 so 
berechnen läßt: P= Vtang a -tang ß 
oder also log r = ?/, (log tang « + log tang ß). 
1} Meteoroloe. Zeitschr. 1913, S, 118: vgl. auch Ann. Hydr. 1913, 8. 69, 
We 
784 = 1 — 
PD tt 
Fig. 1 5 a Sn 
Hor. : Berlin —— a 
Vert.: Wien ] HN FÜ T 
Ts 2 738 
TI8 7.4 710 766 762 7588 754 50 MM MM 
ZA 
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7
	        
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