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Full text: 62, 1934

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1934, 
herum (Wüst: Abb. 3 u. 4, S. 52f), den überzeugt die Tabelle 10 (S. 57) und vor 
allem die hier als Figur 1 im kleinerem Maßstab wiedergegebene geradezu er- 
staunliche Abbildung 7 (S. 59) von der praktischen Brauchbarkeit. Diese Abbil- 
dung ist wirkungsvoll und beweiskräftig, weil sie sozusagen eine dreifache 
Kontrolle der Methode dem Auge bietet: 
in der Ostmulde reicht der Antarktische Bodenstrom direkt nur bis zum 
Walfisch-Rücken. Wüst ist nun der Ansicht, daß durch die Romanche-Rinne ein 
Zweig des westatlantischen Bodenstromes in die Ostmulde hinübertritt, wofür in 
einem höheren Niveau ostatlantisches Wasser durch dieselbe Rinne zur Westmulde 
. herüberfließt; der letztere Schluß 
Fig. 1. wird aus der angeblich für starke 
Mischung sprechenden Drängung 
der t- und S-Gleichen in jener Ecke 
des Brasilianischen Beckens gezogen, 
Die Teilung der westatlantischen 
Boden-„Stromachse“1) in den Para- 
und Romanche -Zweig setzt meines 
Erachtens schon unter 5°5S ein, wie 
der jähe Abfall des Gehaltes an ant- 
arktischem Wasser bei der West- 
nulden-Kurve der Figur 1 bezeugt: 
a a der Wasserverlust muß ja, da das 
Prozentischer Anteil des antarktischen Wassers am Bodenwasser in „Strombett“ — sofern Wüsts An- 
der Achse des Bodenstromes der atlantischen West- und Ostmulde, schauung von dem „Strome“ recht 
verstanden wird — hier noch dieselbe Breite hat wie weiter südlich, durch ver- 
stärkte Mischung mit absteigendem N-Wasser aus höherem Niveau kompensiert 
werden. Der Romanche-Zweig des Antarktischen Bodenstromes teilt sich nun in 
der Ostmulde in eine nach Norden und eine nach Süden (!) fließende Strömung 
(Wüst). Die Figur zeigt eindeutig das vom Ausgangspunkt beider Wasserläufe 
aus folgerichtig zu erwartende fortschreitende Altern, d.h. die Abnahme des ant- 
arktischen Charakters nach beiden Richtungen hin: nach Norden und nach 
Süden (Wüst). Die Abbildung Wüsts und die zugehörige Tabelle 10 (S. 57) 
lordern den Versuch heraus, ihnen noch mehr zu entnehmen; ich bilde aus ihnen 
die Tabelle 1. 
Tabelle 1. Prozentualer Anteil antarktischen Wassers in der Achse des Bodenstroms, 
Pie Zahlen der Reihen b und c beziehen sich auf gleiche Abstände vom Ausgangspunkt (Romanche-Rinne}) der beiden 
Stromzweige, Die mit * versehenen Zahlen sind durch lineare Interpolation aus den Werten von Wüst abgeleitet. 
WW 
mr 
Nordbreite 
a} Westmulde 
b) Ostmulde — nach N. | 
Südbreite 
ce) Ostmulde — nach 5, 
dab+e | 
e—a-—d 
| 291 59 | 10° | 1590 20° ; 25° | 30° | 350 ! 40° 
56 |31 |38 |as 182 128 24 (15! ß 
50) 122 118 117 135 111 1) 8.1. 7 0 0 
10° 60 111° | 160 | 210 
26* 1 15* [10 } 9 1? 
£ 
= 
MM 
= © 
a5 
> 
Ce 
148 133 27 124 18 
3 7 G 8 10 
Wären Stromgeschwindigkeits- und Mischungs-Verhältnisse in allen drei 
Stromzweigen (a, b, c) dieselben, so müßten die Reihen d und a gleich sein, 
Von diesem Gesichtspunkt aus kann man über die sehr geringfügigen Unter- 
‘) Eine Definition dieses Begriffes „Stromachse“ wäre erwünscht. Ich finde (S. 71) nur die 
negative Angabe, daß sie nicht identisch ist mit der Achse der tiefsten Rinne der Mulde; mit den 
minothermen und minohalinen „Zungen“-Achsen deckt sie sich, wenigstens im Argentinischen und im 
Brasil-Becken, auch nicht [siehe indes S. 191, Abs. 2] in Übereinstimmung mit dem von Nansen und 
Helland-Hansen seit 1926 geübten Verfahren !vgl, Gerl. Beitr. 1931, Köpp. Bd. III, S. 59 (Thorade), 
Abschn. b, und Ann. Hydr. 1931, S. 41 ff., Abschn, D]. Endlich sind nach S. 47 [Z. 6/5 v. u.] bei 
Wüst auch „Stromachse“ und „Stromstrich‘“ nicht dasselbe.
	        
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