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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Ann. d. Hydr. usw., LXIL Jahrg. (1934), Heft V. 
(77 
Die Hochseepegelbeobachtungen im südlichen Kattegat im August 1931. 
Von Dr. H. Rauschelbach, Hamburg, Deutsche Seewarte, 
(Hierzu Tabellentafel 20 und Tafel 21.) 
Wie B. Schulz!) in seiner Mitteilung „Vorläufiger Bericht über die inter- 
nationalen hydrographischen Untersuchungen im südlichen Kattegat im August 
19381, insbesondere über die auf R. F. D. „Poseidon“ ausgeführten Arbeiten“ schon 
kurz erwähnt hat, ist an der Ankerstation des R.F.D. „Poseidon“ 
g = 56° 21.0 N-Br., A4=11° 59.1‘ O-Leg. 
vom 12. bis 17. August 1931 ein nach meinen Angaben erbauter Hochseepegel 
ausgelegt worden. Die Grundlagen für diesen Pegel habe ich 1928 entwickelt 
und 19322) veröffentlicht, Die Bauart wird demnächst hier beschrieben werden, 
I. Teil: Auswertung der Beobachtungen, 
A. Ausführung der Beobachtungen. 
Als sich der R. F.D. „Poseidon“ am 10, August 1931 auf seine Position begab, 
herrschte eine so unruhige See, daß es nicht für zweckmäßig gehalten wurde, 
den Hochseepegel, wie beabsichtigt, noch vor der Verankerung des „Poseidon“ 
auszulegen. Erleichtert wurde diese Entscheidung auch dadurch, daß nicht 
feststand, ob ein unmittelbar vor dem Anbordgeben des Hochseepegels in diesen 
neu eingebautes, elektrisch angetriebenes, aber noch nicht genügend erprobtes 
Aufzugswerk für das Schiffschronometer auch befriedigend arbeiten würde. 
So wurden die freien Stunden des folgenden Tages dazu benutzt, die Arbeits- 
weise des Aufzugswerkes gründlich zu prüfen. Hierbei wurde festgestellt, daß 
der selbsttätige Aufzug des Chronometers nach je 24 Stunden infolge der Wahl 
einer ungünstig wirkenden Verzahnung durch den Uhrmacher nicht mit Sicherheit 
zu erwarten war. Da die Gangdauer des Chronometers nur etwa 56 Stunden 
betrug, so war es aller Wahrscheinlichkeit nach zwecklos, den Hochseepegel 
länger als zwei Tage versenkt zu lassen, oder notwendig, ihn nach zwei Tagen 
wieder an Bord zu nehmen, das Uhrwerk aufzuziehen, wenn es nicht bereits 
selbsttätig geschehen sein sollte, und ihn dann erneut zu versenken, 
Nachdem sich die See nach zwei Tagen hinreichend beruhigt hatte, wurde 
der Hochseepegel am 12, August um 17% 12m zum ersten Male ausgesetzt, und 
zwar auf etwa 32 m Wassertiefe mit dem Vor- und Druckraumeinsatz für die 
Tiefenstufe von 30 bis 40 m. Nach Verlauf von fast zwei Tagen, um 16h 5m 
am 14, August, wurde der Pegel hochgenommen und sofort geöffnet; das Uhr- 
werk des Chronometers mußte aufgezogen werden. Nach dem Schließen des 
Pegels wurde dieser sofort wieder an der gleichen Stelle um 16h 36m versenkt. 
Nach wiederum zwei Tagen, um 16° 0m am 16. August, wurde er erneut hoch- 
genommen und nach dem Aufziehen des Chronometers sogleich wieder um 16h 35m 
ausgesetzt. Am folgenden Tage, am 17. August, nach Beendigung der hydro- 
graphischen Arbeiten auf der Ankerstation, wurde der Pegel dann um 19% 43m 
vor dem Verlassen der Position endgültig an Bord genommen. Das dreimalige 
Aussetzen und Wiederanbordnehmen des Hochseepegels geschah unter der Leitung 
des Führers des R, F. D. „Poseidon“, Kapitän Hupe, einwandfrei und reibungslos, 
wofür ihm auch an dieser Stelle noch besonders gedankt sei. 
Die Aufzeichnungen, die sich. nach der Rückkehr nach Hamburg durch die 
Entwicklung des lichtempfindlichen Registrierpapiers ergaben, waren einwandfrei. 
Im ganzen waren, da die Zwischenzeit zwischen je zwei Aufzeichnungen nur 
fünf Minuten betrug und durch die zweimalige Anbordnahme des Hochseepegels 
je 7 Aufzeichnungen verlorengegangen waren, 1455 Aufzeichnungen erfolgt. 
Von diesen blieben noch 20, und zwar nach dem ersten, zweiten und dritten 
Aussetzen des Pegels die ersten 6, 7 und 7 Aufzeichnungen unberücksichtigt, 
da angenommen werden mußte, daß sich in der ersten halben Stunde nach dem 
1) Ann. d. Hydr, usw., 1932, S, 6. — ?) H. Rauschelbach, Grundlagen für einen neuen Hoch- 
z;eepegel. Ann, d. Hydr. usw., 1932, S, 129 bis 136, 
Ann, d, Hydr. usw. 1934, Heft V.
	        
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