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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1934,
geschwindigkeiten aufstellen (Tabelle 3), da geringe Abweichungen für die Be-
rechnung der einströmenden Luftmenge von untergeordneter Bedeutung sind.
Wesentlich unsicherer ist die Berechnung der Ablenkungswinkel in der Höhe.
In Tabelle 4 sind die Ablenkungswinkel im Vergleich zu den Bodenisobaren für
alle in der Nähe der 1000 mb-Isobare ausgeführten Pilotballonmessungen mit-
geteilt. Für die nach 10 Uhr hochgelassenen Ballone wurde eine mittlere Gra-
dientrichtung für diese Zeit aus den 8- und 14-Uhr-Terminen zugrunde gelegt.
Die drittletzte Zeile gibt die nach der Methode der Differenzenbildung berech-
neten mittleren Ablenkungswinkel für die einzelnen Höhen wieder. Selbstver-
ständlich ist das nur ein rohes Näherungsverfahren; es gibt aber die einzige
Möglichkeit, einen Anhalt über die in das Tief einströmenden Luftmassen zu
gewinnen,
Tabelle 4. Ablenkungswinkel in der Höhe am 8. Juli 1931, vormittags,
Ablenkungswinkel
Station
Zeit der Pilotballon- | Gradient-
messung | richtung Sh
Boden | 200 m | 500 m |1000m|1500 m
<önigsberg
Schwarza
Norderney
Bremen
Dortmund
‘‚indenberg
Trankfurt
_„jungbyhed
Sarlskrona
Stettin
Köln
\achen
öteborg
de
Ah
210°
abe
1800
m
oe
u
200
929
=
13° 66° 389
76° 769 76°
339 | 83° | 830
45° , 34° | 459 |
50° | 71° 600
56° | 799° | 79°
13° | 210 ! 580
— 50° 320
| ©
3390 | 49 74°
310 10 199
330 | 44° | 14°
73° 8509 850 |
L0°
379
121°
569
80°
799
309
70°
56°
790
70°
339
14°
350 |]
A300
ch
852
Gradientrichtung
X 14h zurPilotzeit
Kassel 10h 1902 ] 1809
jera 10h | 190° 180°
dannover Ih | 2159 | 178°
Magdeburg ll | 205° | 1759
3remen 13h | — | 180°
Andenberg 14h 1 1750
187°
1879
201°
1909
Mittel essen .
Mittel nach N
Der Berechnung zugrunde gelegte Ablenkungswinkel . |
38°
310
16°
509
JO°
280
53°
520
3209
49° | 49° | 720
319 | 720 | 720
169 | 5370 | 69°
579 579 1 —
679 | 900 | 101°
56 1 ie | as
290
| 630 | 709 | 76° | (78°)
— | 750 | 86° 85° [2000 m.
539° * 739 81° ° 84° | 00°
Besonders auffallend sind die in der freien Atmosphäre auftretenden ge-
»ingen Ablenkungswinkel. Die vorletzte Zeile zeigt aber, daß die von M. Dietsch!)
erhaltenen mittleren Ablenkungswinkel in Tiefdruckgebieten auch in 1500 m
Höhe durchaus nicht 90° erreichen, und die Übereinstimmung mit diesen ist recht gut.
Infolge der Advektion anderer Luftmassen wird sich natürlich die Gradient-
richtung mit der Höhe ändern, und wir wollen noch versuchen, diesen Effekt
zu berechnen. Zu diesem Zweck wurden für das aerologische Stationsdreieck
Darmstadt—Hamburg— Lindenberg der mittlere Abstand der für 40 dyn. Meter
yezogenen Linien gleicher dynamischer Höhe der 900 mb-Fläche (E) und die
Gradientrichtung berechnet. Eine leichte Überlegung ergibt für den Winkel
zwischen der Verbindungslinie Darmstadt—Hamburg und der Gradientrichtung («)
und für E die beiden Formeln:
Ep
Ws an etgz und E = Epy cos a.
ı) M. Dietsch, Untersuchungen über die Änderung des Windes mit der Höhe in Zyklonen,
Veröff, Geophys. Institut Leipzig, 2. Serie, 2, S. 197 (1918), insbesondere S, 217, Tabelle 5B,