Schulz, B.: Die Ergebnisse der Polarexpedition mit dem U-Boot „Nautilus“. 151
konstantem Salzgehalt von 34.92 %/., die Temperatur von —0.05° in 1000 m Tiefe
auf etwa —0.9° in 1500 bis 2000 m Tiefe ab. Der Vergleich mit den Eigen-
schaften des Wassers südlich der Nansen-Schwelle ergibt Übereinstimmung mit
dem dort in 1100 bis 1500 m befindlichen Wasser, woraus es sich rechtfertigt,
einen entsprechenden Wert für die Schwellentiefe anzunehmen. Während aber
im Europäischen Nordmeere Salzgehalt und Temperatur in größerer Tiefe noch
weiter abnehmen, ist nördlich der Nansen-Schwelle das Gegenteil der Fall die
Temperatur nimmt um 0.105° auf 1000 m zu. Da der adiabatische Temperatur-
gradient nur 0.075° beträgt, ist die Temperaturzunahme überadiabatisch, Gleich-
zeitig steigt der Salzgehalt um 0.0095%, auf 1000 m, hinreichend, um die Lagerung
stabil zu machen, keineswegs ist sie instabil. Wenn Temperaturzunahme und
Salzgehaltskonstanz vorhanden wäre, könnte man ziemlich sicher eine Einwirkung
der Erdwärme annehmen, wie es auch von Nansen geschehen ist. Die nunmehr
erkannte, der Temperaturzunahme parallel gehende Salzgehaltssteigerung deutet
aber darauf hin, daß die bodennahe Schicht anderen Ursprung hat; man muß
annehmen, daß zeitweise schweres Wassers mit höherem Salzgehalt und auch
höherer Temperatur über die Schwelle einströmt und sich unter die Hauptmasse
des Tiefenwassers lagert. Die zu beobachtende überdiabatische Temperatur-
zunahme kann sehr wohl allein auf diesen Vorgang zurückzuführen sein, jeden-
falls liegt ein Beweis für die Einwirkung der inneren Erdwärme hier
nicht vor.
Die mittlere vertikale Verteilung der betrachteten übrigen. hydrographischen
Faktoren zeigt die folgende Zusammenstellung:
Mittlere Werte des relativen Sauerstoffgehaltes, der Wasserstoffionenkonzentration
und des Phosphatgehaltes.
Tiefe
Zahl der Beobachtungen
AA
Pe
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10 125 150 | 25 "10012001300 1400 | 500 | aD 1 eG 11500: über
1 2| 5/6! 4! 75/5 5| 5
| 98 105 9190| 89 90,92 92
8.34| 520 8.18 8.17, 8.13 5 8.11 a0 8.09
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11
87
8,07
71
/
3 6, 5
81 | 82 8
8.05 8.08 8.07
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3. Bodenproben. Acht Bodenproben wurden gewonnen aus Tiefen von 740
bis 3100 m. Ihre Längen unmittelbar nach der Gewinnung sind nicht angegeben,
nach der Entnahme aus der Glasröhre im Februar 1932 betrugen sie 34 bis 44 cm,
Stetson nimmt an, daß die Proben im Boden selbst 1/, bis 1/, länger waren. Die
Erwartung, aus ihnen geologisch bedeutsame Schlüsse ziehen zu können, erfüllte
sich nicht, da die Zahl der Proben und auch ihre Länge nicht groß genug war.
Die Sedimente gehören ebenso wie die von der „Fram“ gewonnenen Proben zu
den der Gruppe der hemipelagischen Ablagerungen angehörigen Blauschlicken;
ihre Farbe war hell-schokoladenbraun, als Kalkgehalt wurde 6.24 bis 6.44% fest-
gestellt, eine eingehende Untersuchung der Korngröße und der petrographischen
Bestandteile wurde vorgenommen.
Bemerkenswert ist, wie schon von Boggild aus den „Fram“- Beobachtungen
festgestellt worden ist, die für ein Sediment terrigenen Ursprungs ungewöhnliche
Feinheit der Korngröße und Gleichmäßigkeit der Beschaffenheit. Dies deutet
darauf hin, daß Landeis mit seinen terrigenen Beimengungen verschiedenster
Art und Korngröße als Verfrachter des Materials für dieses Gebiet keine Rolle
spielen kann. Vielmehr wird es sich um durch die sibirischen Flüsse in das
Nordpolarmeer verfrachtetes toniges Material handeln, das durch das Wasser
selbst oder durch das Meereis verfrachtet worden ist. Stetson ist geneigt, auf
Grund der zahlreich vorliegenden Feststellungen von feinkörnigem Material auf
dem Meereis diesem eine erhebliche Bedeutung als Verfrachter terrigenen Ma-
terials zuzuschreiben. Da aber eine Sedimentation durch dieses natürlich nur
sehr langsam erfolgen kann, schließt Stetson aus der Gleichmäßigkeit der Zu-
sammensetzung der gewonnenen Proben bis zu deren tiefsten Teilen, daß die