142 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1934,
Werte zwischen 40 und 60 cm in den R-Profilen betragen bereits zwischen
10.2 und 20.7% steigend nach unten: 40 cm 10.2%, 45 cm 12,7%, 55 cm 14.5%,
60 cm 20.7 %, während der Kammerbohrer in 70 cm Tiefe noch 7.1%, in 100 cm
15.7% und in 145 cm 17.3 % erzielt hat. Es fehlt also die Strecke von etwa
50—100 em des KB-Profils in den R-Profilen und auch später ist nur eine Aus-
wahl getroffen, Das Zurückgehen des Kalkgehaltes am unteren Ende des 3 m-
Profiles auf 7.8% dürfte einer tieferen Schicht entsprechen, die mit dem Kammer-
bohrer nicht mehr erreicht worden jst.
Ähnlich aber extremer liegen die Verhältnisse auf Station II. In 40—45 em
Tiefe, also im unteren Teil der Reduktionszone betragen die Kalkwerte in den
R-Profilen um 8%, nachdem sie bisher recht einheitlich gewesen waren. Im
KB-Profil wird dieser Wert erst in 90 cm Tiefe auch im unteren Teile der Reduk-
tionszone erreicht. Das untere Ende ist also allseitig erhalten, dagegen fehlen
einige der darüberliegenden Farbbänder, andere sind in ihrer Mächtigkeit redu-
ziert. Gerade das Fehlen ist wichtig, es beweist die oben bereits vermutete Aus-
wahl, die Unvollkommenheit der R-Profile. Die Kalkwerte der gealterten Schicht
der R-Profile betragen 9.8 bis 18,4% in Tiefen zwischen 50 und 70 cm. Im K-B-
Profil sind solche Werte erst in den Tiefen von 1.50—2.00 m anzutreffen, Also
wieder hat eine Verkürzung, in diesem Falle auf rund !/,, stattgefunden.
Bemerkenswert ist dabei, daß der Kalkgehalt in den unteren Enden der
annähernd gleichlangen R.-Profile nicht gleichartig ist. Das 2 m-Profil hat als
Höchstwerte 10.6%, während das 3 m-Profil 14.5% und das: 4 m-Profil 18.4%
und dann einen Abfall auf 15.3% aufweist. Das K-B.-Profil hat seinen beob-
achteten Höchstwert von’ 19.4% bei 2 m, dann geht der Kalkgehalt langsam
wieder bis auf 10,7% bei 3.65 m zurück. Es dürfte also unten im 4 m-Profil
ein Teil aus etwa 3 m wahrer Tiefe enthalten sein. Daß derartige Möglichkeiten
bestehen, beweist das untere Ende des 4 m-R.-Profils. Dort ist 3 cm schwarzer
sandiger Schlick mit Unio-Schalen erbohrt und dieser saß ebenfalls an der Spitze
des Kammerbohrers, der 4 m Tiefe erreicht hat.
Die Unterschiede im unteren Teil der R.-Profile weisen darauf hin, daß die
Auswahl durch das Lotgerät nicht gleichmäßig erfolgt, sondern daß hier viel-
leicht die Geschwindigkeit des Eindrückens und die örtlichen Verhältnisse im
Sediment eine Rolle spielen müssen,
Die Profile auf Station III bestätigen im allgemeinen das bisherige Bild.
Bis etwa 30 em sind alle fünf wieder einheitlich, die Unterschiede in den Kalk-
werten betragen jeweils nur etwa 1%. Dann steigen die Werte, die 2—4 m
R.-Profile haben bei etwa 50 cm 18.5—20.7% Kalk, während das 1m R.-Profil
an seinem unteren Ende bei 45 cm nur 8.11% hat, sodaß auch hier der gleiche
Unterschied zwischen zwei R.-Profilen wie auf Stat. IX auftritt. Die hohen Kalk-
werte von rd, 15—20% in den R-Profilen unterhalb von 45 cm fehlen zunächst
im K-B.-Profil. Dort treffen wir die ersten Werte über 10% erst in 130 cm
Tiefe. Es scheint, daß von den Stoßröhren die Strecke von etwa 30—80 cm
ausgelassen wurde, dann nahmen sie ein kurzes Stück mit Schalen, vielleicht 10 cm,
auf und anschließend fielen etwa 40 cm aus, bevor das Sediment mit höheren Kalk-
werten in die Röhre gelangte. Die höchsten Werte werden aus noch größerer
Tiefe stammen, die von der Kammerbohrung nicht mehr erfaßt worden sind,
Als letzte Eigenschaft wurde der Wassergehalt der Proben herangezogen,
um einerseits vielleicht auch hierdurch Hinweise auf eine Parallelisierung zu
bekommen, vor allem aber um nachzuweisen, daß eine irgendwie beachtliche
Zusammenpressung nicht stattgefunden hat. Die Bestimmungen konnten
leider erst gemacht werden, nachdem die Proben 3 Monate alt waren. Sie be-
fanden sich in durch Korken verschlossenen Gläsern und dürften im allgemeinen
ihre Feuchtigkeit ziemlich unverändert bewahrt haben. Nur bei wenigen Proben
scheint eine geringe Antrocknung stattgefunden zu haben. Deshalb fallen regellos
einige wenige Werte etwas aus dem Rahmen heraus (s. Abb. 5). Um sie auszu-
gleichen, werden wir die Durchschnittswerte aus allen Proben vergleichen.
Es zeigt sich, daß in den obersten Schichten sowohl in den R.- wie K-B.-
Profilen die niedrigsten Werte vorkommen. Sie liegen alle unter 60% und gehen