Pratje, O.: Sind die Bodenprofile aus den Röhrenloten ohne Unterbrechungen? 141
stehen, so kann man für die ersten 20 cm hier in allen fünf Profilen die ursprüng-
liche Zusammensetzung ohne Zusammendrückung annehmen. Ein entsprechendes
Bild erhalten wir im oberen Teil der Profile von Station III. Dort folgte unter
einer oberflächlichen Schalenzone im allgemeinen ein graugelbgrünes Sediment
in das eine mehr bräunliche Zone über einem 2 cm mächtigen dunklen Band
eingelagert war.
Station III. Lotrohr im Boden: 1m 2m 3m 4m Kammerbohrer
Untergrenze der Schalenzone. . . 4cm 4cm 5cm 4cm 4 cm
Obergrenze der braunen Zone ,‚ . 14, 14, 17, 16 15
Grenze der braunen Zone gegen das
dunkle Band . . 2.000.000... 19 19, 22, 21 25
Auch hier stimmen die Werte bis zur Obergrenze der braunen Zone ziem-
lich überein, bei dem durchaus charakteristischen dunklen Band scheint sich
eine Verkürzung der Profile vorzubereiten. Dabei ist die Verkürzung bei den
3 und 4 m tiefen Lotungen geringer, ähnlich wie sie bei Station I schon angedeutet
war. Das ist wohl durch die Lottechnik zu erklären, denn wenn die Lotröhre
3 oder 4 m in dem Boden sein soll, wird sie anfänglich rascher, als wenn sie
nur 1—2 m hinein soll, in den Boden gedrückt und die Geschwindigkeit über-
windet einen Teil der Reibung.
Für die tieferen Teile der Profile sind Parallelisierungen durch äußere
Merkmale schwieriger, da die vorhandenen Schalen oft über Zonen von wechseln-
der Mächtigkeit verteilt sind und auch ganz fehlen können, Da sie weiter durch-
weg aus den gleichen Arten bestehen, lassen sie sich meist auch nicht durch die
Faunengemeinschaft unterscheiden, Nur die Station II gibt uns in der rund 50 cm
tiefen Grenze Reduktionszone — gealtertes Sediment eine tiefere Vergleichsmög-
lichkeit. Die Reduktionszone ist in sich streifig und man kann eine Parallelisie-
rung auch dort versuchen, wie sie in der Abb. 5 durchgeführt ist, aber sie ist
allein nach diesen wechselnden Farbstreifen nicht überzeugend, solange nicht
andere Merkmale hinzutreten. Die untere Grenze der Reduktionszone ist hier
weniger scharf als auf Station I, denn sie wird durch eine etwa 5 em breite
Übergangszone dargestellt und daher ist ihre zahlenmäßige Festlegung etwas
unsicher.
Station II. Lotrohr im Boden: 1m 2m 3m 4 m Kammerbohrer
Untere Grenze der Reduktionszone: >45cm”) 55 em 45cm 50 em 91 cm
*) Probe ist 45 cm lang und Grenze wurde nicht erreicht,
Hier zeigt sich in verstärktem Maße, was sich bei dem dunklen Band der
Station III anbahnte, die tieferen Zonen, die im Kammerbohrer in den wahren
Tiefen angetroffen werden, erscheinen in nur halber Tiefe in den Röhrenlotprofilen
und wieder war das Sediment nicht irgendwie verdichtet. .
Um eine Kontrolle zu bekommen und um das bisherige Bild zu vervoll-
ständigen, wurde nach parallelisierbaren Eigenschaften gesucht. Die Pollenanalyse
hatte, wie bereits erwähnt, in den verhältnismäßig gleichaltrigen Sedimenten bei
Lundqvist versagt, einzelne Zonen zu charakterisieren. Ich habe versucht,
den Kalkgehalt zu benutzen und glaube genügend sichere Hinweise dadurch zu
bekommen. Allerdings ist bei Beurteilung der Werte zu berücksichtigen, daß
zur Bestimmung des Kalkgehaltes nur wenige Gramm Sediment mit Salzsäure
(HC1) versetzt und mit Natronlauge (NaOH) zurücktitriert werden und daß da-
her besonders bei den höheren Werten stärkere Schwankungen dadurch auftreten
können, daß eine Schneckenschale über oder unter dem eigentlichen Durchschnitt
in der verwendeten Probe enthalten ist, Man wird daher das Gesamtbild und
den Größenwert und nicht den Einzelkalkgehalt bewerten müssen. Die Einzel-
werte sind in die Abb. 5 eingetragen. .
Wenn wir nun die Stationen durchgehen, um festzustellen, wo größere Ände-
rungen im Kalkgehalt sich parallelisieren lassen, so finden wir auf Station I, daß
bis rund 30 cm einheitlich in den Röhrenprofilen (R) und im Kammerbohrer-
profil (KB) zwischen 5 und 6% Kalk vorhanden ist, so daß auch hierdurch das
Einwandfreie dieser Profile bis zu dieser Tiefe bestätigt wird. Die nächsten