132 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1934,
die Ostströmung hier bereits unter dem Einfluß von Neuseeland nach Süden
gedrängt wird.
Die starke nördliche Ausbauchung der Konvergenz (bis zu 55° S) inmitten
des Stillen Ozeans zwischen 120 und 150° W könnte man dem Einfluß des
neu hinzukommenden antarktischen Wassers zuschreiben, das aus dem Roß-Meer
herausströmt, doch wird diese Vermutung nach unseren bisherigen Feststellungen
nicht gestützt durch die Planktonverbreitung. Auch haben wir gefunden, daß
trotz des Vorhandenseins eines Beckens von 4500 bis 5500 m Tiefe südwestlich
von Neuseeland eine Bodenerhebung von 2700 m Tiefe dort nach NO und weiterhin
nach O zu den zentralen Teilen des Stillen Ozeans hin verläuft; diese muß eine
Abdrängung der Oberflächenströmungen sowohl wie auch der Konvergenz nach
N hin bewirken.
In der Osthälfte des Stillen Ozeans erreicht die Konvergenz ihre südlichste
Lage: 621/,°S unter 80° W-L. Gewisse Zweifel lassen sich hier nicht ganz unter-
drücken, ob diese starke Ausweichung allein dadurch erzwungen wird, daß die
den Stillen Ozean durchquerende Ostströmung nach Süden ausbiegt, um Kap
Horn zu umgehen. Östlich von diesem Kap biegt die Konvergenz scharf nach
N aus, eine Folge des Einflusses des Süd-Antillen-Bogens auf die Oberflächen-
strömung.
Eine jahreszeitliche Schwankung der Lage der Konvergenz haben wir im
Falkland-Abschnitt nach unseren Messungen nicht feststellen können; wohl aber
weisen unsere im Winter im Indischen Ozean und südlich von Australien vor-
genommenen Beobachtungen darauf hin, daß dort in dieser Jahreszeit ein Vor-
dringen subantarktischen Wassers über das antarktische hinweg stattfindet, in
dessen Gefolge die Konvergenz nach Süden ausweicht. Im Falkland-Abschnitt
sind die Bedingungen viel verwickelter als in den übrigen, und es ist sehr wohl
möglich, daß dort Ausnahmeverhältnisse herrschen.
Zum Schluß unserer Ausführungen über die Lage der antarktischen
Konvergenz dürfte noch ein Vergleich der Wirkungen des Roß-Meer- und des
Weddell-See-Wassers auf die Oberflächenströmungen des „Süd-Ozeanes“ von
Interesse sein. Zwar hat Kpt. Scott gezeigt, daß eine heftige Westströmung am
Barriere-Eis entlang vorhanden ist. Gleichwohl scheint keine kalte Strömung
aus dem Roß-Meer heraus nach NO zu fließen wie in der Weddell-See. . Die hohe
Breite von Kap Adare und dem Lande weiter westlich dürfte die Möglichkeit
dazu geben, daß das kalte Wasser, das westwärts längs des Barriere-Eises und
nordwärts längs der Küste von Viktoria-Land strömt, weiterhin hauptsächlich nach
Westen entlang der antarktischen Küste (im Raume südlich von Australien) fließt.
Der Verlauf der subtropischen Konvergenz.
Im Atlantischen wird subtropisches Wasser mit dem Brasilstrom weit
nach S verfrachtet, etwa bis zu 47/48° S. Weiter südlich setzt erhebliche Mischung
ein; man stößt bisweilen auf Felder subtropischen Wassers, die ganz von sub-
antarktischem umgeben sind. Die subtropische Konvergenz hat ihre nördlichste
Lage auf dem Meridian von Greenwich zwischen 37° und 38° 8. Südlich vom
Agulhasstrom findet sich eine bis 43/44° S reichende Ausbuchtung. Weiter nach
Osten hin, im Indischen Ozean, ist die Lage der Konvergenz unsicher, Es
war mir bisher noch nicht möglich, an Hand früherer Expeditionsergebnisse
näheres zu ermitteln; ich glaube indes, daß der in Frage kommende Bereich des
Ozeans für unsere Zwecke noch nicht ausreichend bekannt ist. Es gelang uns, die
Lage der Konvergenz an einigen Stellen in der Nähe von Kap Leeuwin festzustellen
und zu erweisen, daß sie durch eine aus der Großen Australischen Bucht heraus-
kommende warme Strömung in ähnlicher Weise, wenn auch in geringerem Grade,
nach Süden gedrängt wird wie durch den Agulhasstrom, Auch war es uns
möglich, einen Schnitt senkrecht durch die westaustralische Strömung zu machen.
An unserer ersten Station, etwa 185 Sm westlich von Fremantle, betrug die
Temperatur des Oberflächenwassers 21.02°, der Salzgehalt 35.82 °/„,. 10 Sm weiter
Östlich stieg t plötzlich. auf 22°, und an der nächsten Station herrschte eine so
heftige Südströmung, daß es schwer fiel, ein übermäßiges Auswandern des Lot-