accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 62 (1934)

Neuere Veröffentlichungen. 
125 
für die Änderung der Temperatur in den verschie- 
denen, übereinander gelegenen Luftmassen, wie sie 
durch den aerologischen Aufstieg bestimmt wird 
Pe Z0). In der Kinematik braucht man dann 
. x „DT _ dT dT 
ein neues Zeichen, z. B. für Di“ + 
dT ST . . 
+ vr 3y +Ww 5 und muß dann in der Dynamik 
ebenfalls schreiben = — x ae 4+1v. So wird 
mitunter auch geschrieben. Dann müßte man in 
der Thermodynamik schreiben Dqg = cr DT+ApDrv, 
der wenn man die Thermodynamik mit der Dyna- 
mik verknüpft, die Bezeichnungen wechseln. 
Vom physikalischen Standpunkt aus kommt 
man mit zwei Differentialquotienten aus; will man 
die totalen Differentialquotienten besonders kenn- 
zeichnen, dann braucht man einen mehr. — Den 
Differentialquotienten & und usw. entsprechen 
die beiden Differentiale d und 3. Vielleicht wäre 
es konsequenter gewesen, das geometrische Diffe- 
rential mit & statt mit ö zu bezeichnen, Doch ist 
die Bezeichnung d ganz ungewöhnlich, während 
in der Hydrodynamik sehr oft d geschrieben wird 
(z. B. C= Zuox +vdy-+wdz). 
Ich muß gestehen, daß ich bei den in der 
Meteorologie bebaudelten Aufgaben keine Not- 
wendigkeit sehe, die totalen Differentialquotienten be- 
sonders zu kennzeichnen. Ich denke immer daran, 
daß es doch ganz gleichgültig ist, auch für die 
tatsächliche Ausführung der Integration, ob man 
1P go oder 3? —— ge schreibt. Hier eind 
kaum Mißverständnisse zu befürchten. 
Viel leichter sind dagegen Verwechslungen 
zwischen geometrischer und individueller Differen- 
tiation, und diese haben dann die weitesttragenden 
Folgen in der Ausdeutung der Ergebnisse! Ich 
erinnere an die vielfachen Verwechslungen: zwischen 
Stromlinien und Luftbahnen, an den Fehlschluß, 
daß bei Föhn in der Vertikalen adiabatischer 
Temperaturgradient herrschen müsse, daß der 
Aufwind über einer Küste adiabatischen Tem- 
peraturgradient erzenge, an Wengers Luv-Wirbel 
(5,60 statt A De,0s genommen), an Exnert 
Vorstellung, daß eine kleine Druckschwankung 
oben ein % mal größere unten erzeuge USW. 
Ich glaube daher, daß die Einteilung der 
Differentialquotienten nach geometrischen und in- 
dividuellen diejenige ist, die den Aufgaben der 
Meteorologie am besten gerecht wird, 
Was nun den Kälteeinbruch betrifft, so gebe 
ich ohne weiteres zu, daß meine Darstellung auf 
5, 57 Ihre Mitteilungen, die ich in jedem Wetter- 
kunde-Kolleg vortrage, nicht entfernt erschöpft. 
Das war aber auch nicht meine Absicht, Meine 
Absicht war, die Formel (2) &. 57 und Ihre Formel 
über die Höhe der Kaltluftsäule (S, 57, unten) her- 
zuleiten. Dieser Formel liegt lediglich die 
Vorstellung zugrunde, daß eine kalte Luftmasse 
An Stelle einer warmen tritt, ohne daß sich oben 
der Druck ändert. Die anderen Vorgänge, die 
irgendwie mit dem Kälteeinbruch verbunden sind, 
stehen mit der Formel in keinem Zusammenhang. 
Wenn ich gerade Sie um eine Besprechung 
meines Buches gebeten habe, so deswegen, weil mir 
mehr an der Erkenntnis der Vorgänge als an der 
— nach Art der Aufgabe unvermeidlichen — 
mathematischen Behandlung lag und ich mich bei 
jeder Aufgabe bemüht habe, die Grenzen der Rech- 
nung aufzudecken. 
Ich hoffe, daß meine Ziele noch klarer hervor- 
treten werden, wenn der erste Band der Samm- 
lung, die Wetterkunde, vorliegen wird.“ 
Koschmieder. 
Otto Pratje: Gewinnung und Untersuchung von 
Meeresgrundproben. Handbuch der biologischen 
Arbeitsmethoden, herausgegeben von E. Abder- 
halden, Abt. IX, Teil 6, S. 377—542. Verl 
Urban & Schwarzenberg in Berlin und 
Wien 1932, 
Das von E, Abderhalden herausgegebene 
Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden hat 
einen erheblich über den bei strenger Abgrenzung 
des Titels zu erwartenden Umfang angenommen, 
indem nicht nur die Arbeitsmethoden der rein 
biologischen Fächer, sondern auch der mit der 
Biologie nur in mehr oder weniger enger Beziehung 
zatehenden Wissensgebiete berücksichtigt worden 
sind, Erfreulicherweise gehört zu diesen auch die 
Meereskunde, In dem vorliegenden Buche werden 
die Arbeitsweisen der Meeresgeologie behandelt. 
Der Stoff wird in drei Teile gegliedert. 
In dem Abschnitt „Gewinnung der Proben“ 
ist der genauen Ortsbestimmung mit Recht große 
Bedeutung beigemessen. Bei den Lotgeräten ist 
Wert darauf gelegt, die historische Entwicklung 
anschaulich zu machen; es werden nicht nur die 
neuesten Modelle geschildert, sondern auch die 
älteren, wie die Tieflote von Brooke und Belknap- 
Sigsbee, das Hydra- oder Bailey-Lot, die Bach: 
mannsche Schlammröhre, das Stoßlot nach Sjöstedt 
and endlich als neuestes die Stoßröhre der „Meteor“- 
Expedition. In gleicher Weise sind die Boden- 
greifen behandelt, der Monacogreifer nach L6ger, 
er Bodengreifer nach Petersen, nach Ekman- 
Birge, der Knudsen-Bodensammler, das Schnapplot, 
sowie die Dredschen. Ein weiteres notwendiges 
Gerät bilden. die ausführlich behandelten Lot- 
maschinen. Über das Verpacken und Konservieren 
der Proben werden wichtige Winke gegeben. 
In dem Abschnitt „Die Untersuchungs- 
methoden“ wird zunächst die Trennung der Korn- 
größen (Sieben, Schlämmen) behaudelt und die 
Darstellung der Ergebnisse, weiterhin die verschie- 
denen Methoden der Untersuchung der Mineralien, 
der chemischen Bestimmungen (organische Sub- 
stanz, Kalk, Unterscheidung von Kalzit und Ara- 
gonit, von Kalzit und Dolomit, Phosphorsäure, 
Magnesium, Mangan, Eisen, Schw die Ton- 
bestimmung, die Bestimmung der Radioaktivität, 
der Schalen und Skelette im Sediment, der Farbe 
der Sedimente usw. 
Der dritte Abschnitt behandelt die für die 
Auswertung der Untersuchungsergebnisse in Be- 
tracht kommenden Gesichtspunkte sowie insbe- 
sondere die Frage der Benennung der Sedimente. 
Nützlich ist eine vergleichende Gegenüberstellung 
der deutschen, englischen und französischen Be- 
zeichnungen. Abschließend werden Anregungen 
für Beobachtungen am Strande und auf dem Watt 
gegeben, also für Gebiete, in denen die heutigen 
geologischen Vorgänge an Meeresgrunde direkt 
zu beobachten sind. Der Anhang enthält Hilfs- 
tabellen und ein ausführliches Literaturverzeichnis. 
Das Buch ist ein sehr handliches und wichtiges 
Hilfsmittel nicht nur für den Meeresgeologen,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.