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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1934.
blaugrauen Wolkenbänken von gewaltiger Ausdehnung, ist jede Abstufung des
St-Cu vertreten. Manchmal zerreißt die Wolkendecke. Dann erblickt man den
feinen A-St durch ein Wolkenloch. Erst am Nachmittag löst sich langsam die
Bewölkung auf. Bis auf einen geringen Teil im W, der weiterhin von dünnem
A-St bezogen bleibt, wird der Himmel wolkenlos. Um 17b schweben nur noch
einige Ci in großer Höhe im S, aber im W wächst eine neue dunkelgraue Bank
herauf, Diese Bank entzieht bald die Sonne unserem Blick, bevor sie ihren
Tageslauf vollendet hat.
25. September, 4b WOZ.: t; 24.1°, ty 24.5°; 12% WOZ.: tt; 26.7°%, tw 258°;
20h WOZ,: tı 25.4°, tw 26.5°
Mittagsort: 2° 42’N, 2° 43' W.
Über Nacht hat sich der Himmel wieder ganz bezogen. Vereinzelte leichte
S-Fälle sind niedergegangen. Der mit Stärke 2 bis 3 wehende S flaut mit Sonnen-
aufgang ab. Im E steht in einer auffallenden Schicht, die in N-S-Richtung ver-
läuft und in 15° Höhe endet, eine Bank aus großen Cu von tiefer blaugrauer
Färbung. Darüber, bis zu 45° Höhe, schließt sich ein feiner Schleier von Ci-St
an. Die aufgehende Sonne läßt die finstere Wolkenbank an den Rändern in
greilen Farben aufleuchten, Das ganze Farbenspiel hat etwas Drohendes an
sich und wird noch darin unterstrichen, als plötzlich alle Farben erlöschen und
das ursprüngliche kalte Graublau der Wolken zurückbleibt. Vom SS treiben
große Cu-Ni herauf, die bald den Himmel ganz bedecken. In großen Haufen
ziehen sie nordwärts und geben dem Himmel ein drohendes Gepräge. Gegen
10h rieselt feiner herab. Erst kurz vor Mittag beginnt die Auflösung der
unteren Wolken. Jedoch den ganzen Tag über bleibt feiner A-St bestehen, der
sich inzwischen über den ganzen Himmel verteilt hat,
26. September. 4% WOZ.: tı 24.8°, tw 25.0°; 12% WOZ,: tt, 26.3°, tw 255°;
20h WOZ.: tı 24.2°, tw 24.8°. .
Mittagsort: 0° 15’N, 1° 40’ E.
In der Nacht fällt viel ©, und erst gegen Morgen wird es trocken. Bei an-
haltendem leichten S bleibt der Himmel von Tagesanbruch an mit St-Cu gänzlich
bedeckt. Nur selten wird die Sonne durch gelegentliche Lücken sichtbar. Die
Sichtverhältnisse sind gut. Der Kurs verläuft nun südlicher, auf Luanda zu,
Um 14,30% schneiden wir auf 2° 6’E die Linie, Der Tag geht zur Neige, ohne
eine Änderung in der Bewölkung gebracht zu haben.
27. September, 4° WOZ.: t; 23.6°% tw 23.5°; 12° WOZ.: tı 25.2°% tw 24.0°;
201 WOZ.: tı 23.2°, tw 23.8°.
Mittagsort: 2° 44’S, 5° 4YE.
Der S hat etwas aufgefrischt und weht mit Stärke 4. Wie am Vortage
treiben auch heute ununterbrochen die großen blaugrauen St-Cu am Himmel
nordwärts. Im SW hängen zerfetzte Ni tief herab; dort fällt @. Wir behalten
jedoch den ganzen Tag trockenes Wetter.
28. September. 4* WOZ.: tı 22.7°% tw 23.5°; 12% WOZ.: tı 24.8°, tw 24.6°;
200 WOZ.: tı 22.9° tw 23.0°, ;
Mittagsort: 5° 48'S, 9° 43 E.
In der Nacht tritt in der Bewölkung eine vollkommene Änderung ein. Alle
unteren Wolken lösen sich auf, so daß bis auf einen Rest von %/,, der sternklare
Himmel zu uns herniederscheint. Diese %/,, der Himmelsbedeckung bilden große
Cu. Wir haben Mondschein. Das Wasser glänzt tiefschwarz in dem blassen
Licht, und Leuchttiere mit grünlichem Licht quirlen über weite Flächen auf.
Am Morgen ist zu erkennen, daß das Wasser des Ozeans eine bräunliche Farbe
angenommen hat. Diese Verfärbung rührt vermutlich vom Kongowasser her,
wenn wir auch etwa 150 Sm westlich von der Mündung des Riesenstromes stehen‘).
Am Nachmittag hört die Wasserverfärbung auf, und die See hat ihre ursprüngliche
!) Der Einfluß des schmutziggelben Kongowassers auf die Farbe des Meerwassers in 150 Sm
Entfernung westlich der Mündung des Stromes ist durchaus wahrscheinlich, Nach holländischen
Beobachtungen betrug in der gleichen Entfernung nordwestlich der Mündung der mittlere Salzgehalt
erst 32 9/44, nach deutschen wurde in 100 Sm Abstand nur 22 %/., festgestellt El O.: Hdb.
d, Ozeanogr., Bd. I, Stuttg. 1907, S. 364). Die Untersuchungen auf 8. M. S. „Möwe“ am 7, September
1911, also etwa zu derselben Jahreszeit, ergaben in 51/,° S, 111/,° E (55 Sm nordwestlich der Mündung)
für den Salzgehalt 28%, und für die Farbe des Seewassers 40%, Gelb nach der Forel-Skala