‘20 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1934.
abermaligen Besuch von Aden ging der dritte Teil der Fahrt der arabischen
Küste entlang und nach Karachi. Bei Ras el Hadd wurden in Tiefen von 95
bis 12538 m beträchtliche Mengen von Schwefelwasserstoff enthaltende Grund-
proben gefunden. Der vierte Teil der Reise begann in Karachi am 17. November
und endete in Bombay, es wurde besonders im Golf von Oman gearbeitet. Ins-
gesamt wurden bis dahin an 90 Stationen Untersuchungen ausgeführt. Das weitere
Arbeitsgebiet der Expedition ist der offene Arabische Meerbusen, mit den Zwischen-
zielen Lakkadiven, Malediven und Mombassa,.
Für die Zeit nach Beendigung der jetzigen Arbeiten im Arabischen Meer-
busen ist für 1934/35 eine rein ägyptische Untersuchung des Roten Meeres mit
„Mabahiss“ geplant. Bruno Schulz.
4, Wetterbeobachtungen aus Libyen (Tripolitanien). Zweite Mitteilung. —
Aus der Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen Seewarte.
Beobachtungsgebiet: Vom 6. bis 9. 9. 33 zwischen 30° und 29° N, 14° E,
später in der Landschaft Dijofra (nahe Hon) etwa zwischen 29° und 28° N, 16° E,
vom 83. bis 4. 10. 33 etwa 27° N, 15° E.
In der langen Schönwetterperiode September bis Oktober verläuft ein Tag
fast wie der andere. Die höchsten Tagestemperaturen liegen im September ge-
wöhnlich zwischen 30° und 34°. Nachts sinkt das Thermometer nicht unter 13°.
Am 6. 9. 33 um 5%h beträgt t 16%. Es ist klar und windstill. Schnell wird es
wärmer, und zwischen 7h und 8h setzt eine schwache Luftbewegung aus NE ein,
die langsam stärker wird und die Vormittagsstunden selbst in der Sonne erträg-
lich gestaltet (11: 30°. Staubtromben jagen über die erhitzten Flächen, leichte
weiße Cu treiben am Himmel. Der Wind läßt nach und weht endlich nur noch
in einzelnen Stößen. Die Hitze wird durch die Windstille fühlbarer (14k: 33°).
Um 16% beträgt t immer noch 32°, aber der NE hat jetzt wieder zugenommen,
und die leichten Cu lösen sich zusehends auf, so daß am Abend die Sonne am
klaren Himmel versinkt. Die eben noch in warmen Farbentönen liegende Land-
schaft wird plötzlich kalt, hart und abweisend. Keines der so oft aus der Wüste
geschilderten farbenfrohen Lichtspiele läßt den erblassenden Himmel erglänzen.
Schnell senken sich die Schatten der Nacht herab, verhüllen die tote Landschaft
und lenken den Blick auf den in unendlicher Klarheit erstrahlenden Sternen-
himmel. Die Temperaturen sinken nach Sonnenuntergang erst etwas rascher
{19h: 29°, 20h; 25°), später langsamer (am 7. 9,33 um 1b; 22°). Wie meist im
September ist auch diese klare Nacht nicht windstill. In den Abendstunden setzt.
um etwa 21h langsam ein schwacher NE bis E ein, der zeitweise stärker an-
schwillt. Erst gegen Morgen wird der Wind wieder schwächer und hört kurz
vor Einsetzen der Dämmerung ganz auf, Die niedrigste Temperatur liegt kurz
vor Sonnenaufgang (5%h; 18°), Etwas Tau, der schnell schwindet, liegt auf den
Pflanzen. Es wiederholt sich der Witterungsverlauf des vorhergehenden Tages,
Die Temperatur nimmt schnell zu, bald tritt der E wieder auf, der heute um 14%
noch schwach weht (14h; 33°. Wenige kleine, weiße Cu bilden sich am Himmel
lösen sich aber nachmittags wieder auf (16h; 32°, 20h: 26°).
Mit geringen Abänderungen — an manchen Tagen weht vormittags für einige
Stunden auch ein anscheinend lokal bedingter S — ist der Witterungsverlauf der
gleiche bis zum 21. 9, 33, an dessen Abend schon ein warmer S weht, der eine
Wolkendecke von kleinen Cu verursacht, Über Nacht löst sich die Wolkendecke
auf, und am 22. 9. 33 morgens ist es wieder klar und frisch (6h: 20°). Es setzt
in den Vormittagsstunden ein zunächst kühler, dann aber schnell heiß werdender
S ein, der bis zum Abend anhält. Um.14h t: 38°. Überall entstehen Staubhosen
and jagen über die Ebenen, starke Windstöße in ihrer Nähe auslösend. Nur
einige helle Wolken treiben am Himmel. Bei Windstille werden um 19% noch
32° gemessen. Die Nacht bringt keine wesentliche Abkühlung (am 23. 9. 33 um
ah; 27°), Ein leichter SW kommt gegen 21h auf. Er wird erst am Morgen
schwächer, um bei Dämmerungsbeginn ganz aufzuhören (6b: 25°). Um 6%°% setzt
der S-Wind wieder ein, der nun schnell stärker wird und Staub und Sand vor
sich hertreibt (Ghibli). Es wird unangenehm heiß (14h; 40°). Um 16% (39°) läßt
der S rasch nach. Es herrscht einige Zeit Windstille, dann treten schwache