Kleinere Mitteilungen,
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Becken das vorgesehene dichte Netz von hydrographischen Stationen gewonnen
und über die südliche Mittel-Bank nach einem Abstecher in die südliche Gotland-
Mulde und nach Besuch des Danziger Tiefs Neufahrwasser angelaufen (11. April,
14.30 Uhr, bis 12. April, 19 Uhr). Die Rückfahrt war nicht so vom Wetter
begünstigt wie die Hinfahrt, Die Stolper Bank und die Stolper Rinne wurden
besucht, dann ergänzende Beobachtungen in der Gotland-Mulde ausgeführt, wobei
zweimal auf der Reede von Nexö Schutz gesucht werden mußte. Über die Oder-
Bank, Saßnitz, Kadett-Rinne ging es dann nach der ersten Ostseestation -süd-
östlich von Alsen zurück (19. April, 6 Uhr), Auf dem Rückwege wurde Kiel,
Cuxhaven und Helgoland angelaufen und dann Wesermünde erreicht,
Bruno Schulz.
3. Die John Murray-Expedition nach dem Indischen Ozean. Sir John
Murray, Teilnehmer an der Challenger-Expedition und Herausgeber von deren
wissenschaftlichen Ergebnissen!), hat testamentarisch aus seinem Nachlaß beträcht-
liche Mittel für den Zweck der Förderung seines eigenen Arbeitsgebietes bestimmt.
Die Verwalter dieser Summe haben geglaubt, den Absichten des Erblassers am
meisten zu entsprechen durch eine seinem Andenken gewidmete ozeanographische
Expedition nach dem Indischen Ozean und insbesondere nach dem Arabischen
Meerbusen, Begründet ist dies durch die eigene Stellungnahme Sir John Murrays;
er hat stets sehr bedauert, daß nicht schon die „Challenger“ im nordwestlichen
Teil des Indischen Ozeans gearbeitet hat, und hat weiterhin selbst der Hoffnung
Ausdruck gegeben, es möge die dort bestehende Lücke der Forschung durch
eine indische oder englische Expedition beseitigt werden, Im einzelnen ist ein
mit großen Vollmachten ausgestattetes Komitee für diese Expedition zuständig,
diesem gehören an u. a.: Admiral Sir Perry Douglas, Prof, G. I Taylor,
Dr. S. Kemp, Dr. E, J. Allen; Sekretär ist Prof. Stanley Gardiner, der über
das bisher Geschehene zwei Berichte gegeben hat°}.
Die ägyptische Regierung hat für die Expedition ihr Fischerei- und Unter-
suchungsfahrzeug „Mabahiss“ zur Verfügung gestellt, es ist 1929 gebaut und
etwa 45 m lang. Für die Sonderzwecke der Expedition wurde es auf der
Werft in Alexandrien umgebaut, auch ein Echolot wurde eingerichtet (Modell
Admiralty-Hughes)}.
Leiter der Expedition ist der Direktor des Zoological Survey of India,
Dr. Seymour Sewell, der früher an zahlreichen Fahrten der „Investigator“
teilgenommen hat; ferner sind sechs Wissenschafter eingeschifft, von diesen
sind zwei ältere Studenten der Universität Kairo. Die hydrographischen Arbeiten
werden ausgeführt von Thompson, Gilson und Mohamed. Die Schiffsführung
liegt bei Capt, MacKenzie und Lieut.-Commander Faragharson; Wachoffiziere
und Mannschaft sind Ägypter. Die Arbeiten umfassen hydrographische und
biologische Untersuchungen sowie Echolotungen. ;
Die „Mabahiss“ verließ Alexandrien am 3. September 1933 und besuchte zu-
nächst die ägyptische biologische Station in Hurghada, die am Nordwestende
des Roten Meeres und Südausgang des Golfes von Suez gelegen ist. Im Roten
Meere wurden 18 hydrographische Stationen gewonnen; die fortgesetzt durch-
geführten Echolotungen ergaben die Maximaltiefe von 2204 m in 25° 24’ 12” N-Br.
und 36° 12’ 12” O-Lg. Der zweite Teil der Fahrt begann am 28, September von
Aden aus. Auf mehreren Quer- und Längsschnitten von der Straße Bab el Mandeb
bis Kap Guardafui wurden die hydrographischen Verhältnisse des Golfes von Aden
untersucht, um insbesondere den Wasseraustausch zwischen dem Roten Meere
und dem Indischen Ozean zu studieren. Es wurde festgestellt, daß die Ober-
flächenschicht aus dem Roten Meere hinaus gerichtet ist, in der Zwischenschicht
von 70 bis 160 m geht die Wasserbewegung in das Rote Meer hinein, und in
einer nur schmalen Bodenschicht bewegt sich das schwere Wasser des Roten
Meeres in den Golf von Aden, Die Mächtigkeit der letzteren war erheblich
geringer, als durch ältere Beobachtungen festgestellt worden war®). Nach einem
+) Vgl. L. Mecking, John Murrayt, Pet. Geogr. Mitt. 1914 I, 340f. — ?) Geogr. Journ. LXXXI,
London 1933, 570—573; LXXXIII, 1934, 135—139, — 3) Vgl. G. Schott: Über die Wasserbewegungen
in Bab el Mandeb. d. Ztschr. 1929, 10-—14,